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  1. #1
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    Ein paar Minuten Menschlichkeit

    Vier Stunden Waffenruhe, endlich schweigen die Geschütze.
    Die Luft ist staubgeschwängert, macht das Atmen schwer.
    Wie Geister huschen Sanitäter zwischen Mauertrümmern.
    Er liegt im Schützengraben, hält im Anschlag sein Gewehr.

    Er senkt den Lauf und zielt, der Finger liegt bereits am Abzug.
    Kontur wird Form, aus vagen Schatten schält sich ein Gesicht.
    Er sieht die Panik in gehetzten Blicken, auswegsuchend.
    Die Uniform ist braun - erschiess ihn - doch er kann es nicht.

    Er zerrt ihn hoch und sieht die todesangsterstarrten Augen,
    da zieht ein Lächeln durch sein Innerstes wie warmes Licht.
    'Hier nimm schon, teilen wir uns meine letzte Zigarette.
    Bin nur ein einfacher Soldat, doch Mörder bin ich nicht.

    Genau wie ich hast du zuhause Eltern und Geschwister.
    Du sprichst nicht meine Sprache, doch unser beider Blut ist rot.
    Wir dienen als Kanonenfrass für kranker Hirne Wahnsinn,
    zwar auf verschiednen Seiten, doch im selben lecken Boot.'

    Sie rauchen schweigend aus, ein Handschlag setzt ein helles Zeichen
    der Menschlichkeit, inmitten der bornierten Ignoranz.
    Im Takt des Kriegs marschieren sie, Minuten nur, im Gleichschritt -
    ein Maßstab vor dem Richterstuhl der höheren Instanz.
    Geändert von Lailany (18.01.2013 um 00:32 Uhr)

  2. #2
    DerKleinePrinz* Guest
    Hallo Lainlany,
    ich hab selten ein Gedicht so konzentriert und gespannt gelesen wie dieses hier. Ich finde es sensationell wie du diese Geschichte in eine so schöne Form packst. Das Gedicht berührt mein Herz, es strahlt eine Wärme aus...unbeschreiblich, ich hab nichts zu kritisieren.
    Du verwendest wunderbare Metaphern, man fühlt sich als wäre man mitten im Geschehen.
    Besonders schön und wahr finde ich das hier:
    Wir dienen als Kanonenfrass für kranker Hirne Wahnsinn,
    Aber auch die anderen Verse sind ausnahmslos klasse.
    Gaaaanz begeisterte Grüße vom Kleinen Prinz
    PS: Will unbedingt mehr von dir lesen! =)
    Geändert von DerKleinePrinz* (04.09.2008 um 12:27 Uhr)

  3. #3
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    Lieber Paul Block!

    Freut mich sehr, Dich wieder einmal in einem meiner Fäden begrüssen zu dürfen und bedanke mit ganz herzlich für Dein Lob des Gefallens.

    Bin in letzter Zeit auch nur sehr sporadisch hier. Wenn ich wieder mehr Zeit habe, werd ich ganz sicher auch wieder in Deinem Werkeverzeichnis eintauchen.


    Lieber DerKleinePrinz!

    Erstmal ganz herzlich willkommen im Forum der Dichter, Dichten und weniger Dichten..
    Wenn ich einen Kommi von einem neuen User bekomme, werd ich sofort neugierig und guck mir dessen Werke an.
    Obwohl ich im Moment grad wenig Zeit und Musse habe, hab ich schon ein bissl in Deine Texte reingespickelt.
    Ich muss daher gleich an dieser Stelle sagen: Respekt und Hut ab.
    Ganz ausgezeichnet, mein Lieber.
    Wenn man Deinem Profil Glauben schenken darf, bist Du erst 19...und ich darf wohl zurecht sagen...in Dir steckt ungeheuer grosses Potential.
    Ich werde mich ganz sicher bei Deinen Werken einfinden...ich weiss nur noch nicht, bei welchem, da mir alle ausnehmend gut gefallen.

    Ich bedanke mich ganz herzlich für Deinen wunderbaren Kommentar zu meinem Text und für die Gefallenskundgebung.
    Auch ein wenig Eigenwerbung darf net fehlen ...wenn Du mehr von mir lesen willst, guck einfach in mein Werkeverzeichnis.

    Ganz liebe Grüsse und einen angenehmen Wochenbeginn Euch beiden wünscht
    Lailany

  4. #4
    Schwirl Guest

    Hallo Lailany :)

    Das ist eine Antikriegsgedicht, es läßt den Atem anhalten. Da klopft mein Antikriegsherz schnell!

    Deine langen Zeilen verlangsamt das Denken, aber nicht das Mitdenken,
    denn die Zigarrette, die geraucht wird, ist so etwa wie die Friedenpfeife, der Indianer. Deine Worte sehr wohl überlegt und es liest sich wunderbar.

    Das ist mir aufgefallen: Sie rauchen schweigend auf, ein Handschlag setzt ein helles Zeichen

    Das Thema liegt auf meiner Welle, deswegen schon alleine ein Daumenhoch.

    Liebe Grüße von sy

  5. #5
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    Liebe sy!

    Auch hier nochmal...verzeih, dass ich so lang nicht geantwortet habe.
    Du kennst mich ja mittlerweile ganz gut und weisst auch Bescheid, was mir seit ner Weile zu schaffen macht.
    Naja, es ist ja bald rum und ich hoffe, dass im Paradies auch die Muse wieder regelmässig zu Besuch kommt.

    Lieben Dank für Deinen wohlmeinenden Kommi.
    Hin und wieder stöbere ich im Netz nach Kriegs-Zeitzeugenberichten.
    Dabei ist mein 'Brief aus Stalingrad' entstanden und anschliessend dieses Gedicht.

    ausrauchen oder aufrauchen?
    Aufrauchen..den Ausdruck kenn ich zwar, aber in Österreich sagen wir das eigentlich net.
    Aber das will ich jetzt genau wissen. Werd sofort mal nachgucken, was Wiki dazu sagt.

    Herzlichen Dank und liebe Grüsse in den Norden
    von
    Lailany

    PS: Wiki kennt das Wort 'aufrauchen' nicht, also nehm ich an es ist ein regionaler Dialektausdruck.
    Geändert von Lailany (28.08.2008 um 11:21 Uhr)

  6. #6
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    Liebe Budina!

    Ich bedanke mich für den lobenden Kommentar.

    Ein Thema, unzählige Male verdichtet, verfilmt, dokumentiert...und doch ständig aktuell, da es immer wieder irgendwo Kriege gibt.
    Mein Text handelt zwar von 'unserem' Krieg, aber nur die 'braune Uniform' weist darauf hin.
    Diese Geschichte soll und kann für alle Kriegsschauplätze dieser Welt gelten, denn: unser aller Blut ist rot.

    Herzliche Grüsse
    von Lailany

  7. #7
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    Finds auch wunderbar, übrigens am 20. 9. is in Stuggii und berlin Demo gegen Afghanistan Einsatz

    Finde auch schön, wie herauskommt, dass Soldaten zwar gelenkte Maschinen sind, aber iwo doch noch Menschen, sie sind Mörder, aber nicht aus Überzeugung Mörder zu sein, sondern daraus, dass sie ihren Willen abgegeben haben.


    Und wie irrsinnig dieses Bild des Feindes ist, wenn man doch beides Menschen aus Fleisch und Blut ist, also iwie komprimiert die ganze absurdität drin, was die Kriegsthematik grob ausmacht.

    Das ganze in wunderschöne Metaphern verpackt in tropfenden Wörtern, die einem aus dem Herzen bluten

    Weiter so^^

  8. #8
    ReinART Guest
    Liebe lailany
    habe mir natürlich, gestern, als Du Dich wohl in stundenlanger Arbeit, mit meiner Flaschenpost auseinandergesetzt hast, einige Deiner Werke angesehen. Glückwunsch! Wunderschöne, menschliche Gedichte. Der Schamane hatte es mir besonders angetan. Hatte ja auch eines geschrieben, über Wakinyan- anders zwar aber das Thema interessiert mich sehr.
    Nach Lesen Deines Gedichts, hatte ich das Gefühl, russgeschwärzt vor dem Bildschirm zu sitzen. Habe mir erstmal eine Zigarette angesteckt...
    Eine Frage: Warum hast Du die Aufzählung wie folgt gemacht-Schwester, Vater, Mutter.?
    Mein Lesefluss wurde etwas gestört, da man gewohnt ist zu sagen : Vater, Mutter, Schwester. Nun gut- ist nur eine Kleinigkeit.
    Dank nochmals für deine Mühe
    Liebe Grüße
    reinhard

  9. #9
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    hallo liebe,
    wie nicht anders zu erwarten mal wieder ein meisterwerk an eindringlicher anschaulichkeit.
    inhaltlich und auch formal in sich geschlossen!
    der mensch - in seiner überlegenheit allen anderen gattungen gegenüber - kann es sich leider "leisten", die eigene gattung zu verraten.
    heute werden - bei uns zumindest - die kriege ja nicht mehr so blutig geführt, dafür lässt man die seelen nach belieben über die klinge springen, was vllt partiell noch schlimmer ist...
    liebe grüße
    norbert

  10. #10
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    @Fromhell: Kanns sein dass dein gepostetes Gedicht von Adolf Hitler ist?

  11. #11
    DerKleinePrinz* Guest
    Ja, ich bin mir ziemlich sicher das dieses Gedicht, welches fromhell und zeigt, von Adolf Hitler ist.

  12. #12
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    Hm, was willst du uns damit sagen, fromhell?

    Welche Teile dieses Gedichtes, die das Menschliche noch inmitten des Krieges zeigen erinnern dich an dieses Hitler-Gedicht?

  13. #13
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    Hallöchen an alle

    Bakunins Bart...fromhell...ReinArt...norbert...KleinerPrinz!


    Fromhell...meine Antwort zu Deinen Beiträgen wird etwas länger und daher werde ich sie mir bis zuletzt aufheben.

    @Bakunins Bart!

    Danke für Deinen lobenden Kommentar. Am 20.dieses Monats werde ich nicht mehr in DE sein, aber allen, die bei dieser Demonstration mitmachen, möchte ich meinen Respekt zollen für ihren Mut, den Mund aufzumachen.

    Ich freue mich sehr, dass Dir mein Text gefallen hat.

    ReinART!

    Schön, dass Du auch zu meinen anderen Werken gefunden hast und vllt das eine oder andere nach Deinem Geschmack dabei war.
    Dass Dich dieser Text einfangen konnte, ist ein schönes Lob...mehr kann der Schreiberling gar net verlangen.
    Die von Dir angesprochene Stelle hab ich geändert... Du hattest recht, ich weiss auch nimmer, warum ich mir grad diese Reihenfolge ausgesucht hab.
    Vermutlich wars eine Zeile, an der ich ein wenig rumfeilen musste, um die Metrik sauber hinzukriegen. Tja..lach..und die Betriebsblindheit mag auch eine Rolle gespielt haben.
    Danke in jedem Fall für den Tip und natürlich für Deinen so positiven Kommi.

    norbert!

    Ein seltener Gast, über den ich mich immer wieder ganz besonders freue.
    Ich hab auch von Dir sehr gelungene Texte abseits der Humorigen entdeckt. Da ich enormen Rückstand hab durch meine Forumspause, weiss ich im Moment gar net, wo ich anfangen soll.
    Mein Besuch ist Dir aber sicher..so setz schon mal die Kaffeekanne auf...
    Äh..Kirschkuchen mag ich net so gern, aber zu den Erdbeerschnitten sag ich nur ungern...ummmmmmmm ...eigentlich nie NEIN...

    Vielen Dank für den lobenden Kommentar.

    @fromhell!

    Nach Deinem ersten Beitrag war ich erstmals etwas ratlos, ich kannte den Text nicht, somit auch nicht den Schreiber.
    Nachdem mich ein User fragte, ob ich es gutheissen würde, dass in meinem Faden ein Text von Hitler steht, habe ich zwischenzeitlich 2mal die Moderation darauf aufmerksam gemacht.
    Da ich bis dato noch keine Rückmeldung habe, will ich Dich hiermit ersuchen, Deinen ersten Beitrag selbst zu löschen.
    Nationalsozialistisches Gedankengut zu verbreiten, verstösst gegen eine der Forumsregeln, die Du, da Du ja auch schon länger hier bist, kennen solltest.
    Darum jedoch werden sich die Moderatoren kümmern.
    Ich hab gerne Gäste in meinen Threads, aber nicht Hitler.

    Dein 2.Beitrag kann selbstverständlich stehen bleiben, da Du Dich darin explizit zu meinem Werk äusserst und auch die Fragen der anderen User beantwortest.
    Hier machst Du wenigstens Nägel mit Köpfen und ich bin direkt erleichtert, dass Dir der Verfasser des zitierten Textes doch noch eingefallen ist.
    Die Art und Weise, wie Du Dich über die anderen Kommentare geäussert hast, finde ich unangebracht.

    Sie alle haben ihre Meinung gesagt, Du ebenfalls.
    Sie haben Fragen an Dich gestellt, Du hast sie beantwortet.
    Falls weiterer Klärungsbedarf zwischen Euch besteht, bitte ich Euch, es per PN zu tun.

    Bevor ich auf Deine eigentliche Kritik meines Textes eingehe, möchte ich Dich erst noch fragen, WO ich jemals erwähnt hätte, dass meine Werke über dem durchschnittlichen dot.com-Niveau stünden.
    Das hab ich nie erwähnt oder behauptet und werde ich auch nicht tun.
    Solch Selbstüberschätzung, Arroganz und Vermessenheit liegen mir nicht und alle, die mich kennen, wissen das.

    Zum Text:
    Mir ist klar, dass dieses Thema, sowie viele anderen auch, sicher schon zig-tausende Male abgehandelt wurde.
    Heisst das, man sollte deshalb davon Abstand nehmen?
    Gerade dieses Thema war mir wichtig genug, mich selbst daran zu versuchen.
    Ich war nie im Krieg...mein Grossvater schon. Diese Tatsache nehme ich mir oftmals zum Anlass, Zeitzeugenberichte zu lesen, die nie verfehlen, mich aufzuwühlen. Man kann gar nicht ermessen, wie sehr diese Menschen gelitten haben.
    Ich kanns mir anhand meiner Emotionen beim Lesen nur ein klein bisschen vorstellen.

    Du sagst, der Text wirkt langweilig auf Dich.
    Das mag durchaus sein, er hat null Action, es fliesst kein Blut, keiner wird getötet.
    Ich wollte die Gefühlsebene ansprechen und wie aus den bisherigen Kommentaren zu entnehmen ist, ist mir das auch gelungen.
    Die Bilder, die ich beschreibe, sind genauso abgegriffen wie die Originalbriefe der Zeitzeugen.
    Es gibt Filme, Romane, wo genau diese Szene vorkommt, dass sich ein Soldat eine Zigarette mit dem Feind teilt.
    Auch hier gilt dasselbe wie oben: es spricht nichts dagegen, das Bild nicht selbst zu zeichnen.
    Mein Protagonist soll kein Held sein, er IST ein Held. Und jeder, der seinen Kopf hinhalten MUSS und MUSSTE, ebenso. Und auch die Trümmerfrauen..und die Kinder während und nach einem Krieg...ja..für mich sind sie alle HELDEN!

    Dass Dir der Text nicht gefallen oder Dich gelangweilt hat, akzeptiere ich völlig und Deine Meinung zu äussern, ebenso. Dafür sind wir schliesslich hier.
    Du hast zwar gesagt, der Text hätte Dir gefallen, was genau aber das war, erwähnst Du nicht. Somit nehme ich an, es sind Ausarbeitung und Präsentation.

    Euch allen ganz herzlichen Dank für Eure Kommentare, Anregungen, Fragen.

    Einen schönen Tag und liebe Grüsse von
    Lailany
    Geändert von Lailany (04.09.2008 um 16:08 Uhr)

  14. #14
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    Sers,

    @fromhell: Erstmal sorry, hatte als ich das Hitler Gedicht las, erst einmal daran gedacht, dass sich irgendwelche Nazis hier heimlich ihre Ideologien verbreiten wollen, aber wie dein 2. Post gezeigt hat ist ja eher genau das Gegenteil der Fall.

    Natürlich ist das Thema abgegriffen, aber ich finde es immer wieder wichtig zu betonten, den Mensch hinter der Maschinerie herauskommen zu lassen.

    Krieg ist sehr komplex, ein riesiger Machtkampft von Herrschern die Beherrschte an ihrer Stelle austragen.

    Genau deswegen würde ich übrigens nicht so weit gehen und jeden, der daran Beteiligt ist als Held küren:

    "Mein Protagonist soll kein Held sein, er IST ein Held. Und jeder, der seinen Kopf hinhalten MUSS und MUSSTE, ebenso. Und auch die Trümmerfrauen..und die Kinder während und nach einem Krieg...ja..für mich sind sie alle HELDEN!"

    Für mich klingt das so ein wenig nach Heorisierung von Soldaten. Für mich sind jene Helden, die desertiert sind. Jene, die ihren Kopf GEGEN den Krieg hingehalten haben, jene die schon in den allerersten Ansätzen der Unterdrückung die Zeichen erkannt haben und schon weit vor dem Krieg für bessere Strukturen und gegen den Keim des Führertums in den Köpfen angekämpft haben.

    Ich habe mit meinem Beitrag dieses Gedicht gelobt, weil ich finde dass es sprachlich sehr schön den Menschen hinter dieser Maskarade zeigt, es zeigt einen Moment in dem die Soldaten, dumm dem Lockruf des Krieges gefolgt, in diesem mystischen Moment wenigstens kurz aufzuwachen scheinen.
    Ich habe nicht geschrieben,dass es die ganze Problematik des Krieges beschreibt aber ich denke diesen Anspruch stellt es auch gar nicht an sich.

    Krieg allgemein ist ja nur ein Auswuchs vielerlei schon lange davor bestehender Denkweisen, Machtverhältnisse und ungerechter Verhältnisse, diese kann man natürlich auch thematisieren, aber was spricht dagegen auch eine Situation am Rande des krankesten Auswuchs der Verhältnisse darzustellen, in denen die Menschen wieder, zumindest für einen kurzen Augenblick, darauf besinnen, was sie eigentlich sind?

    Ich denke nichts spricht dagegen und in dieser Rubrik finden sich zudem noch genug Gedichte, die sich mit dem sog. "positiven Frieden", der nicht nur die Abwesenheit von Krieg meint, sondern die Abwesenheit struktureller Gewalt.

  15. #15
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    Was mich wirklcih verwundert hat ist eines: Dieses Hitler-Gedicht befasst sich inhaltlich wirklich genauso mit dem Menschen, der hier nicht in Feind oder Freund geteilt wird.

    Das einzig gefährliche,was ich diesem Gedicht herausziehen konnte, ist die Gleichgültigkeit, mit der die nun aus der Maschinerie hervorlukenden Gestalten dem Fakt begegnen, sie erschießen sich vielleicht später wieder.

    Allerdings kann man diese letzte Strophe


    „Ich weiß nicht, was das Schicksal uns bestimmt,

    Das unerforschlich in den Sternen waltet.

    Vielleicht fall ich, ein Opfer deiner Kugel.

    Vielleicht streckt dich meine in den Sand —

    Denn wahllos ist das Ungefähr der Schlachten,

    Doch wie‘s auch sei und was auch kommen mag:

    Wir leben nur den geweihten Stunden,

    Da sich im Menschen hat der Mensch gefunden...

    Und nun leb‘ wohl! Und Gott geleite dich!“

    auch genauso als Kritik dazu sehen, dass diese Maschinerie jede Menschlichkeit erstickt(was, wenn es wirklich von Hitler war, jedoch wahrscheinlich nicht bezweckt wird...)


    Was mich interessieren würde: Ist sicher, dass dieses Gedicht von Hitler ist?
    Wenn ja, wann hat er es geschrieben und in welcher Situation?
    Wurde es veröffentlicht oder hat er es nur für sich selber in ein Tagebuch geschrieben?
    Was wollte er mit diesem Gedicht bezwecken?

    Alles in allem muss ich sagen, echt ein guter Kritikpuntk über den man debattieren kann und über diese Debatte das Thema schön vertiefen kann fromhell, irgendwo fühlte ich mich, obwohl ich weiter zu all meinen Aussagen stehe, den Spiegel vorbehalten, da man immer noch 1,2, kritische Punkte finden kann, und Kritik ist es ja, was uns letztendlcih weiterbringt.
    Sorry, wenn meine Fragen an dich anfangs vll etwas rauh klangen, aber ich nahm wie gesagt an einen versteckten Nazi gegenüber zu haben

    Ich finde zudem es spricht wirklcih für das Gedicht, wenn es in verschiedene Richtungen so zum Nachdenken angeregt hat.

    Übrigens würde ich das Hitler Gedicht nicht gleich löschen, da dessen Ziel ja nicht eine Propaganda des Nationalsozialismus sondern ein versuch ist, sich kritisch auseinanderzusetzen mit dem, was wir unter Antifaschismus/Antimilitarismus verstehen und ob es wirklich ein Neukonzept ist oder schon nach dem Worte abhängig von seinem Gegenspieler ist (Anti-Faschismus definiert sich wortwörtlich in Beziehung zum Faschismus)

    wenn wir die Augen zu machen vor Nationalsozialismus und deren Ideologie, dann signieren wir nur dessen Fortbestehen. Denn an die Materialien kommen Nazis immer irgendwie, wir müssen uns damit auseinandersetzen und nicht hoffen, dass, wenn wir es nicht sehen und aus unserem Blickfeld rücken, es erstickt.

    Man kann zum Beispiel noch nciht von einer Aufarbeitung der Nazi-Geschichte reden, wenn "mein Kampf" aus Angst, das Volk lässt sich wieder davon leiten, einfach verboten ist.
    Also muss man die Augen AUF machen und sich damit auseinandersetzen...

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