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  1. #1
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    Trume s, mein Mdchen

    .

    Jedes Wort bedchtig whlend
    beobachtet sie seine Reaktion.
    Langsam kennt sie die Anzeichen
    fr jeden seiner Stimmungsumschwnge.

    Da ist es wieder - das Zucken
    seines rechten Mundwinkels verrt Wut.
    Aber es ist ein guter Tag -
    es ist schon Abend und er zuckt erstmals.

    Vielleicht schlgt er heute nicht zu -
    doch wie jeden Tag vergeht die Hoffnung
    mit einem Brennen im Gesicht.
    Nur ein leises Wimmern entrinnt ihrem Mund.

    Jeder Schlag knnte der letzte sein -
    der letzte, den sie sprt.

    .
    Gendert von ***sabsi*** (30.07.2008 um 12:16 Uhr)
    Wenn ein Finger zum Himmel zeigt, schaut nur ein Dummkopf den Finger an. (Die fabelhafte Welt der Amlie)

  2. #2
    DerKleinePrinz* Guest
    Hallo Sabsi
    Dein Werk ging mir sehr nahe. Ich finde du hast diesen bergang von Hoffnung auf Resignation sehr gut hinbekommen.
    Dadurch hat sich bei mir am Anfang ein leicht positives Gefhl eingestellt, was dann sofort zerstrt wurde, sehr gut.
    Ich denke mal die Metrik hast du bei diesem Gedicht bewusst in den Hintergrund gestellt, was mich aber nicht weiter strt, da es sich gut lesen lsst.
    Auch die berschrift hast du weise gewhlt, gefllt mir.
    Ich habe dein Gedicht gerne gelesen, der Hintergrund ist traurig, sehr sogar, aber rein objektiv ein schnes Gedicht, was aber ohne subjektive Gedanken dennoch nicht funktionieren wrde.
    Liebe Gre vom Kleinen Prinz

  3. #3
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    "Aber es ist ein guter Tag -
    es ist schon Abend und er zuckt erstmals.

    Vielleicht schlgt er heute nicht zu -"

    Das sind in der Tat sehr traurigstimmende Zeilen.

    Mir hat auch die sehr einfache Sprache gefallen, die die resignierte Grundstimmung erst entstehen lsst, es wird deutlich, dass das Mdchen vollkommen willkrlicher Gewalt ausgeliefert ist. Bei der Thematik gibt es ja viele sehr leidvolle, pathetische Texte, die ihre Wirkung verfehlen - deiner dagegen reduziert sich auf das Wesentliche und besticht durch diese Einfachheit und dadurch erzeugten Eindringlichkeit.

  4. #4
    Sanssouci Guest

    Aus meinen Trumen gerissen

    wurde ich gerade beim Lesen deines Gedichtes, Sabsi.
    Ich bin beeindruckt von der Schlichtheit und Klarheit, mit der hier "erzhlt" wird und welch unheimliche Nhe zum Geschehen sich sogleich aufbaut, die jedoch aus der Sicht des Mdchens nchtern und distanziert beobachtet wird.

    Sehr gerne gelesen und kommentiert. Gru von Sanssouci

  5. #5
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    Hey kleiner Prinz,
    erstmal vielen Dank fr dein Lob, da freu ich mich sehr drber.
    Du hast Recht, auf die Metrik habe ich hier nicht so sehr geachtet. Wobei ich mit der sowieso immer noch auf Kriegsfu stehe *lchel*
    Schn dich bei mir zu lesen, komm ruhig wieder

    Hey Erich Kykal,
    freut mich auch dich hier zu lesen.
    Die Stimmungsumschwnge habe ich sofort gendert.
    Freut mich, wenn es berhren konnte.
    Und nein ich schreibe nicht aus Erfahrung. Ich habe es im Urlaub geschrieben und hatte gerade das Buch "Trume s, mein Mdchen" von Joy Fielding gelesen. In diesem Buch geht es eben um eine junge Frau, die sich auf einen Fremden einlsst, der sie sich gefgig macht, sodass sie Vergewaltigungen und Schlge von ihm ber sich ergehen lsst ohne sich zunchst zu wehren. Dadurch habe ich angefangen darber wieder mal mehr nachzudenken und dann entstand das hier.

    Hey fliegende Untertasse,
    dein Kommentar freut mich besonders.
    Ich hatte gehofft, dass diese fast objektive Beschreibung eine solche Wirkung hat und dass du das besttigst, freut mich jetzt natrlich
    Und manchmal (wie eben hier) geht es ohne sprachliche Schnrkel.

    Hey Sanssouci,
    auch dir danke ich fr deinen Kommentar.
    Ich konnte dich beeindrucken? Da ist doch gleich nochmal ein riesiges Danke ntig
    Jetzt hast du mich sprachlos gemacht und ich wei nicht, was ich noch schreiben soll, also schweige ich und belasse es bei:

    Liebe Gre an euch vier und nochmal vielen Dank fr eure Kommentare, habe mich ber jeden Einzelnen sehr gefreut
    Sabsi
    Wenn ein Finger zum Himmel zeigt, schaut nur ein Dummkopf den Finger an. (Die fabelhafte Welt der Amlie)

  6. #6
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    Hallo sabsi,

    traurig, leider allzu oft wahr und von dir so treffend beschrieben - wichtig war mir in dem Fall auch der Titel. Denn beim ersten Lesen hatte ich das Bild einer Frau vor mir. Dass es sich aber um ein Mdchen handelt, macht das Ganze noch bedrckender - Frauen knnten der Situation entfliehen, Kinder nicht.

    lg gingko
    >> Die Poesie heilt die Wunden, die der Verstand uns schlgt <<
    Novalis

    gingko, eine Verbindung aus "Ginkgo biloba" und "ging k.o."

    Dies sind meine ersten Gedichte hier, und ich freue mich ber Kritik - auch negative - und Kommentare:
    dmonennacht +
    Nachtlicht + Du gehst (Trauer und Dsteres)
    ber den Zenit (Erotik)
    Noch unkommentiert: KOMM! (Erotik) + Der Groschenroman (Humor, Satire + Rtselhaftes)

  7. #7
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    Hey gingko,

    danke fr deine Antwort.
    Tja, ob Frauen einer solchen Situation wirklich entfliehen knnen, kommt ganz auf die Charakterstrke und Willensstrke der Frau an. Vor allem bei jungen Frauen, die sich noch nicht gewiss sind, wer sie sind und was sie wollen, ist das glaube ich nicht einfach. Und umgekehrt ist ab einem gewissen Alter dann vielleicht die Angst vor der Einsamkeit grer als die Angst vor Schlgen und viele reden sich ein (oder glauben es), dass der Partner sie eigentlich liebt, dass sie schuld sind, dass sie ihn provozierten...
    Wie auch immer, es freut mich, dass dir der Titel so gefllt, denn die Titelwahl fllt mir sonst immer sehr schwer

    Liebe Gre
    Sabsi
    Wenn ein Finger zum Himmel zeigt, schaut nur ein Dummkopf den Finger an. (Die fabelhafte Welt der Amlie)

  8. #8
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    Hi, sabsi,
    dein Gedicht wirkte auf mich beim ersten Lesen arg konstruiert, leblos und deshalb hat es mich berhaupt nicht berhrt. Der fehlende Reim trgt wohl auerdem dazu bei.
    In deiner Antwort an Kykal fand ich die Besttigung: du hast ein Buch mit entsprechendem Thema gelesen und schnell mal zum Bleistift (oder was auch immer) gegriffen. So kann man m.E kein berhrendes Gedicht schreiben!
    Herzlichen Gru, sossa

  9. #9
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    Hey sossa,

    danke fr deinen Kommentar.
    Tja, was soll ich jetzt dazu sagen?
    Okay, die Sache mit den Reimen ist wohl einfach Geschmackssache, ich schreibe halt einfach lieber ohne Reime, weil sich das bei mir meist sehr erzwungen anhrt.
    Aber bei einem muss ich dir widersprechen: ich habe nicht mal eben schnell zum Bleistift gegriffen, nachdem ich ein Buch gelesen habe und hab da was hingeschmiert, so wie du es anscheinend meinst. Ich habe ein Buch gelesen, ja. Der Inhalt hat mich nicht losgelassen und es musste etwas draus gemacht werden. Deshalb habe ich angefangen ein Gedicht darber zu schreiben, wobei das hier auch nicht die erste Fassung ist, aber eben die "Endfassung".
    Eine Frage htte ich noch an dich: wenn man deiner Meinung nach so kein berhrendes Gedicht schreiben kann - also keine berhrenden Gedichte ber Dinge schreiben kann, die man vielleicht gelesen hat und die einen dann nicht loslassen - bist du der Meinung, man muss etwas unbedingt erlebt haben, um ein berhrendes Gedicht darber schreiben zu knnen? Und dann die nchste Frage: drfen also nur Menschen, die vergewaltigt oder missbraucht wurden ber solche Themen schreiben? Da wrde mich deine Meinung mal interessieren

    Gre ***sabsi***
    Wenn ein Finger zum Himmel zeigt, schaut nur ein Dummkopf den Finger an. (Die fabelhafte Welt der Amlie)

  10. #10
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    Hallo Sabsi,

    ungeachtet der zuletzt gestellten Fragen, schreib ich dir auch noch was zu dem Text.

    Viele deiner Texte sind in letzter Zeit in dieser Art geschrieben, dass man berlegen muss, was lyrisches Ich und was Autor ist. ;D

    Dein Text hatte mich vor lngerem mal berhrt, aber ich konnte da noch nicht fassen, was mich an dem Text strt.
    Die berschrift schlgt mehr einen Bezug zu dem Buch, was dir den Impuls zu dem Gedicht gab, als zu dem Gedicht an sich, wie ich finde, denn mit Trumen oder mit zumindest einem zu Bett gehen, kommst du hier keineswegs in Berhrung.

    Zwischen erzhlende Elemente hast du wrtliche Rede bzw. Gedanken gepackt und dadurch wird der Text mehr wie ein Prosatext als ein Gedicht gelesen.

    Ich bin mir nicht sicher, ob man daraus ein Gedicht machen sollte, da mir die Erfahrung und Vergleichsmglcihkeiten gerade fehlen, ob das Thema in einem Gedicht berhren kann ohne wie Prosa zu wirken. Ich trau dir das zwar zu, aber mir fallen keine konkreten Verbesserungsvorschlge ein.

    Liebe Gre,
    Anna

  11. #11
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    Hallo, sabsi
    entschuldige, dass ich nicht gleich geantwortet habe. Zunchst einmal: sicherlich sind 90% der Leser von deinem Gedicht berhrt worden, ein schner Erfolg fr dich.
    Nun zu deiner Frage: ich glaube n i c h t, dass man etwas selbst erlebt haben muss,um ein berhrendes Gedicht ber ein bestimmtes Thema schreiben zu knnen.
    Ich habe nach deiner Antwort lange nachgedacht und berlegt, welche Eigenschaften, Fertigkeiten usw eigentlich ntig sind, um ein gutes Gedicht zu schreiben. Meiner Meinung gehren dazu: Einfhlungsvermgen, Begabung, Fantasie, Kreativitt und besonders EINGEBUNG. Eingebung und Einfhlungsvermgen (Sensibilitt) mchte ich fr mich besonders hervor heben. Woher kommen Ideen, Bilder usw? Manchmal kommen die, wenn man nachts aufwacht, manchmal dauert es Wochen oder Monate, bis die "Muse dich ksst". Eingebung, glaube ich, ist total unabhngig von deinem Willen, man kann sie nicht erzwingen.
    Einfhlungsvermgen und Fantasie kann eigene Erlebnisse ersetzen. Man muss nicht vergewaltigt werden, um ein Gedicht darber machen zu knnen. Aber es erfordert ein unglaubliches Einfhlungsvermgen, sich in so eine Extrem-Situation realistisch hinein versetzen zu knnen.
    Ich finde, du hast eine sehr interessante Frage aufgeworfen. Ich wei nicht, ob darber in diesem Forum schon diskutiert wurde, weil ich noch ziemlich neu bin. Es wre toll, wenn andere Mitglieder sich zu diesem Thema (also: was gehrt dazu, ein berhrendes Gedicht schreiben zu knnen) uern wrden.
    Herzliche Gre von sossa

  12. #12
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    Hallo, Hobbydichter,
    liest du die Beitrge eigentlich sorgfltig durch? Ich habe nirgendwo "lieblos" geschrieben, sondern "l e b l o s".
    Wenn ich eine Zeitungsmeldung lese, erwarte ich nicht ein Gedicht! In welcher Welt lebst du? Es liegt wohl auf der Hand, dass Zeitungsmeldungen mglichst sachlich sein sollten (es sei denn, du liest ausschlielich "Bild"); ein Gedicht
    dagegen soll, meiner Meinung nach, verdichten, vor allem Gefhle usw hervorrufen! Ein Meister dieser Kunst ist m.E. Herbert Grnemeyer. Lies dir mal den Text zu dem Song "Sie" durch, dann verstehst du, vielleicht, was ich meine. Eine weitere Richtigstellung: ich wollte nicht h i e r eine Diskussion ber "berhrende Gedichte" usw beginnen. Ich bin neu und weiss nicht, wo und wie man dazu einen "Thread" initiiert.
    MfG sossa

  13. #13
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    @sossa
    entweder im Wohnzimmer bei allgemeine Diskussionen oder im Sprechzimmer ... zumindest wrde ich es dort machen.

    liebe Gre von maXces

  14. #14
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    Hallo, Hobbydichter,
    wenn du dir die Beitrge anschaust - nicht nur in dieser Rubrik - findest du sehr oft die Bemerkung, dass der Leser "berhrt" war usw oder auch, dass er mit dem Gedicht nichts anfangen konnte. Und viele der Gedichteschreiber fragen: "Wie gefllt euch das Gedicht?" Einige bitten auch um Kritik. Es ist nicht so, dass man immer genau begrnden kann, was einem nicht gefllt.
    Wenn ich zu einem Gedicht "konstruiert" oder "leblos" schreibe, dann ist das eben mein Eindruck von dem Gedicht.
    Noch ein anderer Punkt. Du schreibst - und das finde ich ziemlich anmaend -
    dass du dich wunderst, wenn man nicht allein schon von dem Thema berhrt ist. Du machst dich und deine Weltanschauung also zum Mastab! Traurig, traurig! MfG , sossa

    Hallo, maXces, Danke fr den Hinweis. Liebe Gre von sossa

  15. #15
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    Hallo, Hobbydichter,
    ja, natrlich gibt es Themen, die einem sehr nahe gehen. Aber welche das sind und in welchem Ausma einem etwas nahe geht ist von Mensch zu Mensch verschieden, und zwar auf Grund seiner persnlichen Geschichte, seiner eigenen Erfahrungen uvm. Frage dich Mal selbst, warum DU offenbar nicht damit fertig wirst, dass jemand (ich) zu einem FREMDEN Gedicht schreibt, dass es ihn nicht berhrt. DAS sollte dir doch egal sein.
    Du arbeitest offenbar gerne mit Unterstellungen und verwechselst einiges.
    (du schreibst : "Wenns dir nicht so geht, ists mir vllig egal"). Klingt sehr nach "beleidigter Leberwurst". Ein bisschen mehr Toleranz knnte nicht schaden!
    So, damit ist auch von meiner Seite das Thema beendet.
    MfG sossa

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