Thema: Feuervogel

  1. #1
    ReinART Guest

    Feuervogel

    FEUERVOGEL

    Am Himmel hoch seh ich Dich fliegen,
    mit Federn glühend hell im Sonnenschein.
    Im Flug die Dunkelheit besiegen -
    bist frei für immer und mit Dir allein.

    Dem Abendrot nimmst Du den Glanz,
    wenn Dein Federkleid in Flammen steht.
    Die Schatten tanzen ihren letzten Tanz,
    wenn die Nacht in Deinem Licht vergeht.

    Und die Dämonen, die die Welt bedrohten,
    sind mit Dir im Flammenmeer verbrannt.
    Dein Aschekleid bedeckt nun all die Toten-
    Du hast sie in die Unterwelt verbannt.

    Doch Du steigst auf mit flammendem Gefieder -
    Ich wink Dir zu - wann sehe ich Dich wieder?

    Mallorca 2008
    Geändert von ReinART (03.10.2008 um 09:10 Uhr)

  2. #2
    Jazemel Guest
    Hallo ReinArt,

    ein schönes, stimmiges Gedicht über den Phönix.
    Für mich stimmen Inhalt und Melodie. Einzig in der dritten Strophe, dritte Zeile, würde ich das "viele" streichen, da es m.E. den Lesefluss ein wenig ins holpern bringt.

    Sehr gerne gelesen, nichts zuletzt deswegen, da dieses Gedicht fernab von Kitsch daherkommt, welcher sich so rasch einschleicht, wenn es um den Feuervogel geht.

    Lieben Gruß

    Jazemel

  3. #3
    ReinART Guest
    Danke Jazemel. Sehr schöner Kommentar. Leider kann ich nicht zu Gunsten der Metrik, Einschränkungen bei der Dramaturgie machen. Für mich ist es ein großer Unterschied, ob dort steht: "Toten" oder aber "vielen Toten".
    Trotzdem: vielen Dank
    Reinhard
    Geändert von ReinART (18.08.2008 um 19:48 Uhr)

  4. #4
    ReinART Guest
    Hallo diechallenger
    Du warst die erste, die meine Gedichte kommentiert hat. Ich freue mich sehr darüber, dass Du nicht aufgegeben hast und weiterhin bei mir vorbeischaust!!
    Danke für das Lob!
    reinhard

  5. #5
    Registriert seit
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    32
    Ich finde das Gedicht auch großartig,

    das einzige, was mir nur sofort auffiel :
    "Dem Abendrot nimmst Du den Glanz,"

    Ich persönlich finde, dass hier nicht Abendbrot reingehören sollte, denn ich emfpinde es als leicht dem Abendbrot den Glanz zu nehmen; es ist aber schwieriger einem König, Krieger oder sonstigen Menschen den Glanz zu nehmen.
    ->
    "Dem Krieger nimmst Du den Glanz,"
    bzw. einem Menschen, der viel macht/leistet.

    Liebe Grüße,
    Zartbitterpuppe.

  6. #6
    ReinART Guest
    Hallo Zartbitterpuppe
    hast recht- jeder Reim ist ja irgendwie erzwungen. Es soll sich ja reimen. allerdings nicht auf Gedeih und Verderb. Und ich meine hier, dass man bei einem Sonnenuntergang sehr wohl einen Glanz in sich selbst verspüren kann!
    Die Seele fängt zu glänzen und zu strahlen an, wenn an am Meer sitzt und sich dieses Naturschauspiel ansieht. Und so, kann ich es mir dann zurechtbiegen

    Dank Dir für Deine netten Worte
    Reinhard

  7. #7
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    38
    Hallo ReinART,

    nachdem ich so unsanft von Ihnen angestoßen wurde, war ich nun neugierig geworden und habe mir ein Gedicht von Ihnen durchgelesen und zu erarbeiten versucht. Hier legen Sie ein gedicht über den Phönix vor, der bekanntlich aus seiner eigenen Asche zu neuem Glanz aufstieg.

    Abgesehen von den reinen Kreuzreimen, die in der Conclusio dann aber doch einem Paarreim weichen mussten, erscheint mir dieses Werk reichlich kraus. Das Metrum stolpert in S2 gewöhnungsbedürftig, da man, einmal in den Rhythmus gekommen, hier relativ brachial in den Versen 2 und 4 um den Auftakt gebracht wird bzw. daher eher zwiefach auftaktet, um in Strophe 3 jedoch durchgängig betont zu beginnen, wobei die Abschlussverse der 4. Strophe wieder mit Auftakt beginnen. Die Kadenzen wechseln auch ohne erkennbaren Grund.

    Abgesehen davon habe ich inhaltlich große Probleme und das ist vielleicht noch gravierender. Bereits der Einstieg wirkt wenig inspiriert, gemahnt eher an ein Kinderlied, als an ein philosophisches Werk. Wenn das noch Geschmackssache ist, so wird spätestens in Vers 3 deutlich, dass hier nicht gewissenhaft gearbeitet wurde: Was eben noch im und ergo ja auch nur durch den Sonnenschein hell glüht, muss jetzt die Dunkelheit besiegen!? Nun könnte man einwenden, es sei eben Abend, wie ja auch eingangs der Strophe 2 dann auch explizit beschrieben. Ich hielte dagegen, dass neben der Redundanz der zweiten Strophe zum Ende dieser Strophe die Nacht vergeht. Ja, höre ich nun schon erneute Einwände, das sei doch klar, die Nacht verginge durch das in Flammen stehende Federkleid, der Feuervogel habe quasi den Job der Sonne übernommen. Warum, frage ich dann, haben die Schatten dann ihren letzten Tanz getanzt? Danach kann kein Licht mehr sein.

    Das wabert mir also zu sehr. Und in Strophe 3 geht es so weiter. Nicht nur werden jetzt bislang ungenannte und ungeahnte Dämonen eingeführt, die mich daher auch nicht schrecken können, auch sind diese sofort wieder verbrannt. Mitsamt dem Feuervogel. Mithin ist jetzt doch kein Licht mehr vorhanden, die Asche legt sich auf ebenso bislang ungenannte „viele Tote“, die eher unfreiwillig komisch wirken, und diese Asche „sind“ dann „für immer“ aus dem Licht verbannt. Lassen wir die eher nichtssagenden Vokabeln wie „viele“ und „immer“ einmal außen vor, wo bitte kommt jetzt wieder das Licht her? Und wenn die Asche doch für immer verbannt ist, wieso steigt sie nur einen Vers später wieder auf?

    Nein, das bleibt alles reichlich unausgegoren und der Abschlussvers gemahnt dann wieder an ein Kinderlied, dieser handwerkliche gelungene Abschluss des Kreises sei also zugestanden. Mich entlässt das Gedicht allerdings enttäuscht und ich möchte diesen Feuervogel eher nicht wiedersehen, sorry.

    Abschiedsgrüße, da sie ja gehen wollen.
    Bolinski


    Falls jemand fragt:

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    xXxXxXxXxX
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    x(X?)xXxXxXxX
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    x(X?)xXxXxXxX

    XxXxXxXxXx
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  8. #8
    ReinART Guest
    ..es ist mir nun gar nicht danach, weiter auf den "Gabelstecher" einzugehen. Nur soviel: mein Feuervogel ist nun wieder von den Toten auferstanden und dank Ihrer Hilfe kurzfristig wieder an "Top of Pops". Danke!
    Für alle, die sich für diese ganze Angelegenheit interessieren,sei empfohlen:
    Gesellschaft/ Narrenspiel von der Kleine Prinz.
    Ich erbiete Herrn Bo-Bo-linski meine tiefste Hochachtung
    Geändert von ReinART (05.12.2008 um 11:28 Uhr)

  9. #9
    Registriert seit
    Sep 2008
    Beiträge
    38
    Aha, Sie halten das für eine Art Revanchefoul? Das ist mitnichten so, denn ich begründete Ihnen doch stichhaltig mein Missfallen. Oder etwa nicht? Nachdem Sie aber offenbar gar kein Interesse an qualifizierter Auseinandersetzung haben, halte ich persönlich es auch für keinen Verlust, dass Sie nun gehen werden, im Gegenteil.
    Gruß.
    Bolinski

  10. #10
    ReinART Guest
    Hallo Ferdi
    dank für die Korrekturen. Habe sie, wie Du siehst, umgesetzt.
    Ja, es ist die Asche aus der der Phönix wieder aufersteigt.
    Diese Asche bedeckt die Dämonen und den sonstigen Kollateralschaden
    Habe halt versucht die Mythologie in wenigen, unkitschigen Worten zusammenzufassen. Wobei ich keine Lehrstunde griechischer oder ägyptischer Mythologie abliefern wollte.
    Falls es noch nicht ganz behagt: melde Dich
    Gruß
    reinhard
    Geändert von ReinART (01.10.2008 um 12:22 Uhr)

  11. #11
    Registriert seit
    Apr 2008
    Beiträge
    271
    hallo reinart,
    auch mir gefällt dein gedicht, doch lass mich dir ein paar vorschläge mit auf den weg geben.


    Am Himmel hoch seh ich Dich fliegen,
    mit Federn glühend hell im Sonnenschein.
    Im Flug die Dunkelheit besiegen -
    bist frei für immer und mit Dir allein.

    Dem Abendrot entpflückst Du allen Glanz,
    wenn Dein Gefieder ganz in Flammen steht.
    Die Schatten tanzen ihren letzten Tanz,
    wenn Nacht in deinem Lichte untergeht.


    Und die Dämonen, die die Welt bedrohten,
    sie sind mit Dir im Flammenmeer verbrannt.
    [COLOR="Red"]Dein Aschekleid bedeckt nun all die Toten.
    Du hast sie in die Unterwelt verbannt.

    .

    Doch Du steigst auf mit flammendem Gefieder -
    Ich wink Dir zu - wann sehe ich Dich wieder?

    Soll keine kritik sein, hört sich so für mich nur stimmiger an.

    gruß eric
    Geändert von Eric16 (01.10.2008 um 15:38 Uhr)
    Der Schall meiner Träume durchbricht Diamant.
    Dort wo das Laub tanzt, wird auch immer ein Feuer brennen.
    Mein neustes Werk: Sie waren Brüder...

    Andere Gedichte:
    Erebos zeigt sich...der schwarze Mantel
    Mit den Gezeiten leben, Du trauerschwang´res Stroh
    Was ihr unbedingt lesen müsst:
    Adieu, leichter Tod von Stimulanzia

  12. #12
    ReinART Guest
    Hallo eric16
    danke auch dir für deine Änderungsvorschläge!
    Ich kann mich mit dem entpflücken gar nicht anfreunden, obwohl es mehr "Colorit" in das Gedicht bringt. es ist dafür aber zu kurz und solch exotischen Worte, würden zusehr herausgehoben sein.
    Das ganz wäre fast ein Innenreim, aber es sind dann 3 anz nacheinander!
    Zuviel, für meinen Geschmack.
    Die Unterwelt gefällt mir, weil sie ja auch direkt der Mythologie entspringt. Darüber werde ich nachdenken. Aber Du weißt, wie schwer es ist, ein einigermaßen gutes Gedicht zu ändern...
    Wichtig für mich, dass es Dir gefällt
    Liebe Grüße
    Reinhard

  13. #13
    Registriert seit
    Jun 2008
    Beiträge
    26
    Lieber Reinhard,

    das Gedicht ist schön, es weckt Bilder, die mir gefallen. Zunächst dachte ich: wie schön - ein Freiheitsgedicht. Das hat die erste Strophe in mir evoziert. (bist frei für immer und mit Dir allein.) Das ist die einsame Freiheit, die ich nachvollziehen kann: unabhängig (und) einsam. Für mich sind die Dämonen dann ein Themenwechsel. Den kann ich mit meinem bescheidenen Wissen nur schwer nachvollziehen. Vor allem, wenn die mit Toten daherkommen; oder fliehen, ja: fliehen müssen, Stichwort Verbannung. Ach, vielleicht bin ich einfach nur zu unwissend und habe das Gefühl für die rechte Poesie nicht. Aber vielleicht kannst Du mir den Zusammenhang erklären, denn am liebsten lerne ich!

    Viele Grüße

    Meikel

  14. #14
    ReinART Guest
    Hallo Meikel
    dank für Deinen Kommentar.
    Es ist der mythologische Phönix, der aus der Asche steigt, den ich hier etwas nach meinem Gusto verdichtet habe.
    Mußte mich etwas an die Vorlage halten
    Liebe Grüße
    reinhard

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