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  1. #1
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    Die Macht der drei R's: Qualitätsoffensive.com

    Freunde der gepflegten Sprache,

    Angriff ist sprichwörtlich die beste (Qualitäts)Verteidigung. Deswegen möchte ich in vorderster Front marschieren. Es gab schon viele Versuche, mehr oder weniger erfolgreich, aber schließlich gilt der alte Spruch ‚action speak louder than words’.
    In Zukunft werde ich in regelmäßig unregelmäßigen Abständen (mal sehen wie es sich einpendelt) Gedichte zufällig herausgreifen und nach einem einheitlichen Schema kritisieren. Sympathisanten sind herzlich eingeladen mir zu folgen – und sei es allein die inspirierende Idee und nicht zwangsweise die konkrete Ausführung. Hier kann die Idee an sich diskutiert werden und ich bitte darum, dass sich die Teilnehmer hier und in ihrer Signatur zu erkennen geben. Ich schlage den Slogan: Qualitätsoffensive.com unverbindlich vor. Alle Links zu den Kritiken werde ich im Autorenverzeichnis hinterlegen (so Müll ich das Forum nicht mit Fäden zu und in den kommt etwas Leben rein) und die entsprechenden Diskussionen können dann natürlich in die jeweiligen Fäden, generelle Aussagen zu der Offensive hier her und generelle Aussagen zu meiner Offensive dann ins Autorenverzeichnis. Alles klar soweit . Lasset die Spiele beginnen!

    Achja – hier das erste Bsp. - zufällig gezogenes Gedicht:
    ‚Damals’ von syranie

    Zitat Zitat von syranie
    Geklonte, seid Ihr nun bereit, dem Leben zu entgegnen?
    Das rosa Menschenfleisch von früher habt ihr eingebaut.
    Die letzte Schuppe wird nun Jauche, greises Sauerkraut.
    Verlußte sind stets möglich. Ach ja paßt auf : Zellen regnen.

    Sie laufen aus! Der eigne Wille reicht zum Leben, segnen
    und weiter, fühlt: Das Tier im Mensch hat schon so abgebaut.
    Geraubt wird Luchs zum luchsen, Maus zum mausen für die Haut
    als Klonschimären - Schemen schwimmen, Federnhaar begegnen –

    Bezeiten brüllt sichs gut, das Wasser, Blut schmeckt madenfade.
    Ja mischt die Büffelgene schleunigest unter das Geklonte,
    die Zunge will nicht mehr zerreissen. Das ist jammerschade.

    Vermischt nun euren Geist, gegilbt kanarisches Getonte.
    Doch einst war ich ein echter Mensch und liebte grüne Jade.
    Zerzellt! Verfall! Ich weiß nicht mehr, wer damals mich bewohnte.
    Der erste Eindruck (maximal 100 Wörter)
    Es sieht so aus als hätte ich ein außergewöhnliches Thema als Einstieg erwischt. Besonders auffällig sind die langen Verse die im Gegensatz zum klassischen Sonett Verwendung finden und die Rechtschreib’neologismen’. Daneben kommt es zu zahllosen Zäsuren innerhalb der Verse, aber auch Enjambements werden nicht außen vor gelassen. Allgemein ist es nicht einfach in dieses Zukunftsszenario eintauchen zu können. Man sucht den roten Faden, was will man dem Empfänger dieses Gedicht, respektive dem Leser, damit erzählen? Es bleibt ein Informationsmosaik zur weiteren Analyse über.

    Inhalt und Sprache (maximal 200 Wörter)
    Schon nach dem ersten Wort überkamen mich Zweifel ob der Zufall mir ein Gedicht zugelost hat mit welchem ich auch thematisch etwas anfangen kann. Scheinbar spricht das LI zu einer Runde Gleichgesinnter. Der Handlung lässt sich vereinfacht so darstellen.
    S1: Herausstellung der Ist-Situation mit Bezug zur Geschichte der Entwicklung. Einleitung von...
    S2: Weiter Hauptbezug zur Vergangenheit
    S3: Negative Konnotationen klingen in Bezug auf das vergangene ‚normale’ Leben an
    S4: Die ‚Maschine’ erinnert an die Verbesserung seit seiner ‚lebendigen’ Vergangenheit
    Ich würde sagen, dass der Autor hier auf die klassischen Gegensätze zwischen Mensch und Maschine anspielt: rational vs. irrational-emotional; algorithmisch vs. intuitiv usw.
    Das ganze wird gepackt in eine schwere Sprache mit eigenwilliger Rechtschreibung. In S1 werden ß’s gesetzt die falsch sind, in S3 genau andersherum. Schimäre (gebräuchlicher Chimäre) und auch Schemen (eigentlich richtig: Schemata), bezeiten (nicht im Duden zu finden, vielleicht beizeiten?), schleunigest (Neuschöpfung oder Tippfehler? Wenn ersteres, dann deswegen das Metrum opfern?) Des Weiteren fallen zahllose Einschübe auf – das ist sehr ungewöhnlich, da doch eigentlich eine Rede vor Gleichgesinnten ‚Maschinen’ dargestellt werden soll und diese alles andere als algorithmisch und logisch-minimalistisch ausgestaltet erscheint. Einige Formulierungen (zerzellt, S2V3) wissen dahingegen zu gefallen.

    Formale Umsetzung (maximal 100 Wörter)
    Es handelt sich hierbei wohl um ein modernes Sonett. Die Stropheneinteilung, sowie die Reimgestaltung sind klassisch, aber es fallen die drei zusätzlichen Hebungen auf. Soll das den Spagat zwischen Klassik und Moderne symbolisieren, oder wurde die klassische Form aufgelöst um mehr Inhalt transportieren zu können und eine gewisse sprachliche Freiheit zu gewinnen? Hinzu kommt, dass die Zäsuren sehr unregelmäßig und scheinbar unbedacht gesetzt wurden. Eigenwillig erscheint mir auch die Zeichensetzung (S3V2 ohne , dafür S3V1 mit dem eingeschobenen Wasser, nicht dem Blut). In S2V2V3 wird im Gegensatz zu anderen Teilen kein . sondern ein , gesetzt.

    Synthese und Conclusio (maximal 100 Wörter)
    Der schwierigste Part in diesem Fall. Ist diese moderne Form des Sonetts die richtige Ausgestaltung für die beschriebene Wandlung von Mensch zu Maschine? Ebenfalls auffällig ist die Divergenz zwischen inhaltlich beschriebenem Ziel (die Rede) und ihrer tatsächlichen Ausführung im Hinblick darauf, dass es sich doch um kommunizierende menschliche Maschinen handelt. In meinen Augen wäre es glücklicher gewesen eine klassische Form zu verwenden und dagegen eine moderne (algorithmische) Sprache als Kontrast zu setzen. Dann wäre man der Zwischenzeilenaussage (die ich zumindest so erkannt habe), dass man seine Wurzeln auch wenn man will nicht einfach los werden kann, besser gerecht geworden.

    Anhang (z.B. Analyse des Metrums etc.)

    xXx,XxXxX,xXxXxXx?
    xXxXxXxXxXxXxX.
    xXxXxXxXx,XxXxX.
    xXxXxXx.XxXx:XxXx.

    xXxX!xXxXxXxXx,Xx
    xXx,X:xXxXxXxXxX.
    xXxXxXx,XxXxXxX.
    xXxXx-XxXx,XxXxXx.

    xXxXxX,xXx,XxXxXx.
    xXxXxXxXxXXxXxXx,
    xXxXxXxXx.XxXxXx.

    xXxXxX,xXxXxXxXx.
    xXxXxXxXxXxXxXx.
    xX!xX!xXxX,xXxXxXx.

    Viel Spaß und, natürlich in erster Linie, Erfolg beim Diskutieren!

    Gruß, JamZee

  2. #2
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    Lieber JamZee,

    Ja, ich sehe das auch so: Die Qualität sollte ein wenig verbessert werden. Ich schließe mich daher gerne deinem Anliegen an (auch wenn meine Kritiken vielleicht nach einem anderen Schema aufgebaut sind - ich werde allerdings auf die nötige Länge achten.)

    Wobei ich auch sagen muss, dass nicht jedes meiner Kommentare - aus Zeitgründen - so lange werden wird.

    Beste Grüße,
    maXces

  3. #3
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    So @ maxces und alle Interessierten,

    die erste Runde ist durch und es ist Zeit für ein Feedback.

    Zuerst die positiven Aspekte:

    - die Mitgliederzahl der Initiative konnte verdoppelt werden!
    - mit zwei Zufallslosanalysen konnten wir einen beachtlichen Synergieeffekt erzielen und 6 weitere Kommentare (aktueller Stand) und somit eine weitergehende Diskussion anregen

    Nun die negativen (nobody's perfect [yet])

    - Zielstellung: Erneute Verdopplung in den nächsten Tagen tut Not
    - Gibt es überhaupt Interesse seitens der Mitleser, dass man die Errungenschaften der Offensive verlinkt und klickbar darstellt? Die Resonanz auf die bisherige Konzeption war, vorsichtig ausgedrückt, recht verhalten.

    Ich schließe mit dem magischen ersten R: Randomisieren!

    Gruß, JamZee

    PS: Ich zähl auf dich Kollege

  4. #4
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    Ein Hallo in die Runde!

    Obwohl ich ein 'Bauchdichter' bin und sich mein Fachwissen in sehr bescheidenen Grenzen hält, möchte ich hier gern mitmachen.

    Schliesslich geht es doch vorrangig darum, aufzuzeigen, was wo net stimmt und verständlich zu begründen, warum.
    Dazu seh ich mich durchaus imstande.

    Auf eine gute und fruchtbare Zusammenarbeit!

    LG
    Lailany

  5. #5
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    Hey,

    vom Prinzip her finde ich es eine sehr gute Idee, was du hier startest.
    Vom Prinzip her würde ich da auch sehr gerne mitmachen bzw. denke noch darüber nach, aber was, wenn ein User (wie beispielsweise ich) noch mit Metrik auf Kriegsfuß steht?? Ich bin mir da immer unsicher wie sonstwas und würde es nie wagen eine Metrikanalyse zu machen. Ich bin immer heilfroh, wenn bei meinen Dingern nicht alles durcheinanderpurzelt. Aber das mache ich nach Gefühl. Ich könnte da beispielsweise nur sagen "da und da bin ich gestolpert, da passt meiner Meinung nach was nicht"...reicht es also auch ohne Metrikanalyse?? Dann habt ihr einen weiteren "Mitmacher" gefunden...mehr oder weniger regelmäßig

    Liebe Grüße
    Sabsi
    Wenn ein Finger zum Himmel zeigt, schaut nur ein Dummkopf den Finger an. (Die fabelhafte Welt der Amélie)

  6. #6
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    @Jamzee

    Qualitätsoffensive?
    Ok, kannst du bekommen, aber der Zug steht auf dem falschen Gleis, oder anders ausgedrückt, die Lok hat zuviel Kraft, zuviel Energie, sie könnte zuviel platt machen als positives erreichen.
    Jamzee, der Gedanke ist eins A, keine Frage. >Die Umsetzung scheint mir ein wenig seltsame, angriffslustige absorbierende Wege zu gehen.
    Qualitätsoffensive, was soll sie erreichen? User die im Com verweilen mit perfekten Werken, Stilltreu, harmonische Metrik, Fehlerfrei?. Der Rest soll das Weite suchen? Denn so wie ihr momentan andere beurteilt, werden Sie schnell das Weite suchen. Dann wird Gedichte com perfekt, richtig perfekt. Mitgliedszahlen 132 User. Perfekt. Wollt ihr das?
    Qualitätsoffensive kann man erreichen, es wird aber ein dauerhafter Kampf werden, aber ein sinnvoller und beachtungswerter. Wenn Ihr folgende einfache Regel beachtet.

    1. Steht niemals über den Dingen, beachtet dem zu bewertenden User als euer Freund.
    2. Versucht direkt die Fehler aufzuzeigen, gleich mit Verbesserung.
    3. Der Ton macht die Musik, noch mal, der Ton macht die Musik.
    4. versucht das Fachchinesisch etwas tiefer zu erklären, so dass das „Greenhorn“ davon lernen kann.
    5. Und etwas habe ich noch auf dem Herzen, versucht auch positives zu erkennen. Zu wertschätzen.
    6. Kritik ist gleich negatives, versucht da für das Wort: Einschätzung zu verwenden, es ist neutraler.

    Qualitätsoffensive? Warum nicht, klingt gut.
    Bis später.
    Geändert von horstgrosse2 (29.08.2008 um 10:19 Uhr)

  7. #7
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    Ach je, diese Regelungswut.
    Ich wage kaum noch Kommentare zu schreiben, wenn mir nach kritischer Selbstprüfung nicht genug schlaues einfällt.
    >Front, Kampf, marschieren<
    Ich glaub, ich bin im falschen Film.
    Ich kann ja noch abwarten bis wiederholt der Spruch fällt: dann geh doch nach drüben, wenn's dir hier nicht passt.

    Grad mal nicht so erfreut
    grüßt dennoch freundlich
    der
    Alrici

  8. #8
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    Hallo an alle,

    endlich kommt mal etwas Schwung in die ganze Angelegenheit. Das Forum braucht produktive Diskussionen wie es Gedichte braucht um zu funktionieren.

    Aber der Reihe nach - damit sich niemand vernachlässigt fühlt und achja: ein Hinweis noch. Allgemeine Diskussionen zu dem Projekt bitte einfach erst einmal hier rein.

    @ Lailany

    Schön, dass du dich dazu entschieden hast. Ich freue mich, dass du uns mit vollem Baucheinsatz unterstützen wirst . Darum bestelle ich schon einmal beste Wünsche ins andere Ende der Welt!

    @ sabsi

    Ich hab mich auch schon mit Lailany per PN über diesen Punkt unterhalten. Das wesentliche der Qualitätsoffensive ist, dass man sich einfach kritisch fragt: Ist das Gedicht nett oder ist es gut? Wenn du herauslesen kann wo es hakt - und das kann prinzipiell jeder der laut in der jeweiligen Sprache lesen kann - perfekt! Ich bin auch nicht eines morgens aufgewacht und wusste über Metrik bescheid. Trau dich einfach mal ein paar Gedichte durchzuXx, es gibt eigentlich nur relativ wenige Regeln (i.d.R. Betonung auf der ersten Silbe des Wortstamms bei mehrsilbigen Wörtern wie gehen Xx, xXx - bei einsilbigen Wörter dagegen nach dem vorherschenden Lesefluss). Übertreibe die Betonung bewusst und schau wie es eher passt - das ist das ganze Geheimnis. Wenn du Interesse daran hast, schau ich auch gern drüber.

    Aber die Analyse des Metrums ist nur eine Visualisierung wie der Lesefluss läuft. Die Aussage ist die gleiche. Von daher bist du ebenso gern eingeladen den kritischen zweiten Blick auf ein zufälliges Gedicht zu werfen. Wir würden uns sicher über deine Teilnahme freuen. Bei Problemen/Detailfragen - einfach PN an mich.

    @ horst

    Die Beantwortung deiner Fragen liegt mir besonders am Herzen. Schließlich wollte ich wahrscheinlich schon als kleines Kind Lokführer werden .

    Qualitätsoffensive, was soll sie erreichen?
    a) Prinzipiell soll jedes hier veröffentlichte Gedicht die realistische Chance haben (gerade auch wenn es weiter zurück liegt) eine fundierte Kritik zu bekommen. Als fundierte Kritik verstehe ich alles was über eine bloße Meinungsäußerung hinaus geht indem mit Merkmalen des Gedichtes die eigene Meinung untermauert wird (vgl. Grundregeln von .com). Damit ist die Hoffnung verbunden, dass es zu Synergieeffekten kommt, d.h. dass andere User wieder auf das Gedicht klicken, es lesen und sich an der Diskussion beteiligen.

    b) Eine bewusste Reflexion der Qualität von veröffentlichten Kritiken. Nutzer sollen erkennen können wie wir uns hier alle den Gold-Standard einer Kritik vorstellen. Selbst ein Gold-Standard ist von der Zielgruppe abhängig. Besonders der Tendenz von non-sense-Kritiken (ich finds total toll. ja *grins* furchtbar wenn sowas passiert, mir gings auch schon so ((!!!) sollen für alle Nutzer sichtbar (deswegen Verlinkung auch von Kritiken in der Sig!) eben Kritiken entgegengesetzt werden die sich selbst auf die Fahne schreiben eine gewisse Qualität zu transportieren.

    Denn so wie ihr momentan andere beurteilt, werden Sie schnell das Weite suchen. Dann wird Gedichte com perfekt, richtig perfekt. Mitgliedszahlen 132 User. Perfekt. Wollt ihr das?
    Weißt du - darüber kann ich inzwischen eher lächeln. Das ist eines der Standardargumente einer Gruppe von User gewesen die sich inzwischen von .com verabschiedet haben um ein neues Forum zu gründen - aber um das im Effekt umzusetzen was wir uns schon immer vorgestellt hatten. Im Rahmen der Q-O sind mir 3 Kritiken bekannt, maXces Kritik war überaus positiv, meine erste Kritik war relativ neutral und die zweite (die du ja definitiv gelesen hast) war wesentlich differenzierter als du es hier darstellst.

    Denn ich habe nicht gesagt, dass Gedicht sei schlecht. Ich habe aber gesagt was es kann und was es nicht können kann. Wenn es User gibt die damit trotzdem zufrieden sind - bitte! Muss ich es deswegen loben? Definitiv nein. Was mich allerdings inzwischen wirklich ärgert, ist diese 'naive' Psychlogie (Anmerkung: naiv ist keine Wertung, sondern Unterscheidung zur wissenschaftlichen P.) die hier wieder mitschwingt. Lobt die Leute damit sie Freude daran haben. Wen ihr negatives sagt, dann gehen sie weinend nach Hause. Ich finde es schon grotesk, dass man Erwachsene Menschen zunehmend nur noch mit dem Samthandschuh anfassen soll. Wenn man Leute pausenlos lobt, dann klar dass sie aus allen Wolken fallen wenn man was negatives sagt! Das ist ja das perverse an der Sache. Eine Bewertung wird völlig beliebig. Alles ist toll, alles ist schön. Dann gehts nur noch darum wer das meiste Lob bekommt und die mit 3 positiven 'Einschätzungen' wollen nicht mehr mitspielen. Wollen wir das? Dann wähle ich lieber das perfekte Forum...

    1. Steht niemals über den Dingen, beachtet dem zu bewertenden User als euer Freund.
    Das tue ich. Aber meinem Freund sage ich auch die Wahrheit.
    2. Versucht direkt die Fehler aufzuzeigen, gleich mit Verbesserung.
    Tue ich regelmäßig. Sabsi habe ich zB einen ganz konkreten Vorschlag gegeben was ich für angemessener halten würde. Aber wie will ich ein Gedicht verbessern, dass ohne festes Metrum geschrieben wurde obwohl es sich reimen soll? Da kann man es auch gleich neu schreiben

    3. Der Ton macht die Musik, noch mal, der Ton macht die Musik.
    Da geb ich dir recht, noch einmal, da geb ich dir recht. Es sei aber gestattet, dass man die Facetten auch nutzt um zwischen einem User zu unterscheiden der 3, 300 oder 3000 Beiträge hat. Persönliche Angriffe oder Schlussfolgerungen in Bezug auf die Person des Autors sind natürlich no-gos

    [quote]4. versucht das Fachchinesisch etwas tiefer zu erklären, so dass das „Greenhorn“ davon lernen kann. [/qoute]
    Gern! Wer nicht fragt, bleibt dumm hieß es früher immer . Ich habe auch schon mit Lailany darüber diskutiert: Wenn niemand die Fachworte benutzt, wird sie auch keiner kennenlernen. Außerdem sind die meisten Begriffe durch den Bezug zum Text selbsterklärend - und wenn nicht, dann hilft innerhalb von 2 Minuten google weiter. Einem Newbie erkläre ich die Probleme natürlich auch anders.

    5. Und etwas habe ich noch auf dem Herzen, versucht auch positives zu erkennen. Zu wertschätzen.
    Da hast du recht. Aber bitte nur im Rahmen der Grundregeln. Wenn jemand diese gegen alle Regeln der Kunst missachtet, soll ich dann loben, dass es zumindest schreibt und nicht PS3 spielt? Das halte ich für zweifelhafte Pädagogik ohne bekannte Erfolge in diesem Forum.

    6. Kritik ist gleich negatives, versucht da für das Wort: Einschätzung zu verwenden, es ist neutraler.
    Hier widerspreche ich dir aber entschieden. Kritik ist genau das richtige Wort. Sie ist auch nicht per definitionem etwas negatives. Das der Begriff in der Alltagssprache eine negative Konnotation (Nebenbedeutung, emotionale Bewertung des Wortes zwischen negativ (zB Krieg) und positiv (zB Urlaub)) hat, sollte uns nicht davon abhalten den korrekten Begriff zu verwenden. Wer sich davon schrecken lässt, der schafft wohl auch keine 50 wertvollen Beiträge.

    @ Alrici

    Wir hatten noch nicht das Vergnügen, oder?

    Ich wage kaum noch Kommentare zu schreiben, wenn mir nach kritischer Selbstprüfung nicht genug schlaues einfällt.
    Nehm mir es nicht übel - aber was schreibst du sonst für Kommentare? Wir wollen keine Zwischenrufe (siehe oben), sondern echte fundierte Kritiken. Wenn du das nicht möchtest/magst/wertschätzt, dann frage ich mich wieso du die Grundregeln doch akzeptierst hast (Dieses Forum ist der Kritik gewidmet!)

    Ach je, diese Regelungswut.
    Das beantwortet wohl meine Frage

    Es gibt gute (einsteigerfreundliche!) Fäden im Sprechzimmer wie man eine gute Kritik schreibt, falls du es lernen möchtest. Aber ein 'spammen' um seine Meinung zu exhibitionieren, möchte ich nicht gut heißen müssen.

    Beste Grüße an alle Interessierten - Kritiker/Einschätzer wie Sympathisanten.

    JamZee

  9. #9
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    Ich möchte an dieser Stelle gern dazu etwas loswerden:
    2. Versucht direkt die Fehler aufzuzeigen, gleich mit Verbesserung.
    Wenn jemand ein Gedicht überarbeiten möchte, dann sollte er es ins Arbeitszimmer posten, denn dafür ist es da, und dort wird ihm geholfen. Aber eine Kritik (ich benutze dieses Wort) sollte mMn die Schwächen eines Gedichtes aufzeigen und muss sie garnicht ausbügeln - das ist, wenn überhaupt, die Aufgabe des Autors. Verbesserungsvorschläge dienen in meinen Augen bloß der Veranschaulichung, insbesondere gegenüber unerfahrener User ist sowas auch sicher hilfreich - wenn man in etwa schreibt: "So würde es zum Beispiel besser aussehen: [...]".

    Deshalb sollte man eine Kritik nicht geringer schätzen, nur weil sie bloß Schwächen aufzeigt und dabei keine Vorschläge zur Verbesserung macht. Denn das kann sie zwar, muss sie aber garnicht, denn sie kann auch ohne konkrete Vorschläge anschaulich und nachvollziehbar geschrieben sein - ein Beispiel wäre wohl Jamzees erster Beitrag hier.


    Sag nichts dagegen, gewiß, Du kannst alles widerlegen, aber zum Schluß ist garnichts widerlegt. (F. Kafka - Das Schloß)

  10. #10
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    Ein herzliches Hallo in die Runde!

    Ich komm gleich mal mit einer Anregung an.

    Der Ton macht die Musik, so iss es.
    Daher finde ich, ist es äusserst wichtig, an eine noch so harsche, weil schonungslose Kritik, am Ende ein paar ermunternde Zeilen dranzuhängen.
    Das sollte Standard werden und bei keiner Kritik fehlen. Es sind ein paar Minuten mehr Zeitaufwand und was machen die schon aus, wenn man sich vorher vllt 1 Std oder länger konzentriert mit einem Werk befasst hat.

    Der neue User darf nicht den Eindruck bekommen, dass er hier von arroganten verknöcherten Besserwissern, die sich selbst für das Mass aller Dinge halten, gegängelt wird und in eine Schublade gesteckt werden soll.

    Ein paar flapsig/humorige Worte auch zwischendurch mal einstreuen.

    Ich halte das so, seit ich Kritiken schreibe und bin damit immer gut gefahren.
    Man darf dann auch die Hoffnung hegen, dass sich der Neuling sogar von sich aus vertrauensvoll z.B. per PN meldet und um Rat fragt.
    Mir ist das schon oft passiert und darüber freu ich mich jedesmal wie ein Schneekönig.
    Das ist auch der Hauptgrund, warum ich hier mitmachen will.

    Ich kann noch keine meiner Kritiken in meiner Signatur verlinken, da ich ja erst seit heute weiss, dass ich hier dabei bin.
    Dafür muss ich mir erst eine Struktur zurechtlegen, nach der ich vorzugehen gedenke.

    Wenn jemand an der Art von Kritik, wie ich sie neuen Usern bis jetzt geschrieben habe, interessiert ist, könnt Ihr nachlesen.
    http://www.gedichte.com/showthread.php?t=125959
    http://www.gedichte.com/showthread.php?t=126036

    Besonders beim ersten Text hat sich nach dem grummeligen Beginn eine sehr gute Kommunikation entwickelt, der Grundstein ist mE gelegt.
    Meine Kritik war wirklich keine Beweihräucherung, jedoch ist sie mit offensichtlichem Interesse aufgenommen und verstanden worden und das ist doch das Wesentliche.

    Daher nochmals in Punkten mein Vorschlag für Kritiken an den Werken neuer User:

    1. willkommen heissen im Forum

    2. ein paar nette Worte über ein Attribut, welches mir gefallen hat, mit dem Hinweis, dass ich deswegen grad auf dieses Werk aufmerksam geworden bin.

    3. dann kanns losgehen mit 'aber'....und der eigentlichen Kritik.

    4. zwischendurch auch mal ein paar humorige Worte einstreuen.

    5. zum Schluss hin eine Aufmunterung, weiterzumachen, ev. mit nochmaligem Hervorheben des/der positiven Aspekte.

    6. am Ende weitere Hilfe bei Fragen zu selbigem oder zukünftigen Werken anbieten.
    Hier ist auch eine gute Stelle, ein paar Ratschläge z.B. über Forumsregeln- und Gepflogenheiten anzubringen.

    7. ein paar launig/humorige Worte mit nochmaliger Ermunterung zum Weitermachen.

    Oh..noch was: manche Neulinge machen deutlich, dass sie Kritik wünschen.

    Falls ich nichts dergleichen finde, pack ich in der Regel erstmal einen Kurzkommi drunter, der mein Interesse an dem Werk bekundet, es jedoch Verbesserung nötig hätte.
    Auf des Schreibers ausdrücklichen Wunsch hin, der so gut wie immer da ist, geh ich ran an den Speck.

    Wie gesagt, ich hab mit diesem Vorgehen nur gute Erfahrungen gemacht.
    Die Belohnung und Freude sind noch grösser, wenn sich User, die hierbleiben, nach langer Zeit noch an einen erinnern und ihren Dank für die Einstiegshilfe bekunden.

    LG
    Lailany
    Geändert von Lailany (29.08.2008 um 20:51 Uhr)

  11. #11
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    @Jamzee

    Entschuldigung, dass ich jetzt erst antworte. Aber das Wochenende mit Sonne und prima Wetter haben wir mit Grillen und Tanzen genutzt. Deshalb erscheint erst jetzt meine Antwort.
    Zitat:
    Das Forum braucht produktive Diskussionen wie es Gedichte braucht um zu funktionieren.
    Frage: Was wird dann am Ende produktives sein? Alles im Sinne einer bestimmten Richtung, im Sinne von einem oder drei User bzw. einer Gemeinschaft, einer Gruppe von „Sprachbegabten“, die sich über das Bewertungsfeld verständigen?
    In deiner umfangreichen Antwort gibt es paar minimale Ausführungen denen ich nicht zustimmen kann, die aber momentan keine Reibungspunkte darstellen. Ich bin sowieso nicht der Mensch der Wörter und Formulierungen auf die Goldwaage legt. Ich sehe das Ganze, deine Grundidee und diese scheint wirklich eine Qualitätsoffensive zu sein. Deshalb bin ich damit über dieser Idee wirklich erfreut, man kann lernen sich zu verbessern.

    @Flamme
    Nur bedingt, nicht überall anwendbar. (Arbeitszimmer) da sind wohl mehrer Faktoren die da mit reinspielen. Aber richtig ist, man kann ja nachfragen, wenn man irgendeine Kritik nicht richtig versteht.

    @Lailany

    Sehr guter Kommentar deinerseits, der richtige Weg wie mir scheint. Ich habe mir deinen zwei Verlinkungen angeschaut, prima Arbeit, gute Bewertung. Damit kann man sehr gut Leben mit dieser ehrlichen und freundlichen Kritik.
    Bis später.

  12. #12
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    Servus!

    Sooo.. nachdem ich Lailanys PM erst bissl spät gelesen hab, in der sie mich bat, bezüglich Ihrer Comments zu meinen Werken mal ein Statement abzugeben, sei das hiermit nachgeholt :

    Zunächst muss ich sagen, dass ich nach Ihrem ersten Posting ein wenig enttäuscht war, da mir nur so die Kritikpunkte um die Ohren flogen und sie vor allem nicht am Text belegt waren, obwohl ich verstehen kann, dass man erstmal die Reaktion des Kritisierten abwarten möchte.
    (Ich glaube, ich würde mir auch ungern die Mühe machen und eine zeitaufwändige Kritik schreiben, für die man anschließend doch nur in Grund und Boden geflamed wird).

    Auf mein Bitten, die von Ihr genannten Punkte mit Zitaten am Text zu belegen, folgte dann auch schon nach erstaunlich kurzer Zeit die eigentliche (fundierte!) Kritik, die ich nun auch loben will!
    Zwar konnte ich mich nicht mit allen Ihren Vorschlägen anfreunden, doch waren auch viele Punkte dabei, die mir auf anhieb einleuchteten.
    Besonders hervorzuheben ist der stets freundliche Umgangston wirklich sehr erfrischend!

    Ich denke man sieht recht deutlich, dass sich Lailany wirklich Zeit genommen hat, um mein Werk so gut wie möglich zu kommentieren.

    Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich hier im Forum sehr freundlich aufgenommen wurde, wenngleich ich mir ein wenig mehr positive Reaktionen erhofft hatte...andererseits lernt man aus 'Niederlagen' bekannterweise einiges mehr, als wenn man direkt zu Beginn in höchsten Tönen gelobt wird.

    In diesem Sinne kann ich mich nur noch einmal bei Lailany bedanken und hoffen, sie auch in Zukunft als Kritiker in Anspruch nehmen zu können !

    Auf Bald!
    LI182

  13. #13
    Total Blackout Guest
    Hi Ho,

    Jamzee, ich schätze deine Kommentare sehr, da sie gezielt sind und auch produktiv. Fest steht, dass das Forum, wenn es sich entwickeln will, solche Kommentare benötigt, aber dann auch von allen. Was mir in den Jahren aufgefallen ist, ist, dass viele User gerne lernen wollen, aber irgendwann einen Rückzieher machen, da die Kritiken oft sehr elitär in ihrer Sprache sind und schnell den Eindruck erwecken, den perfekten Dichter (welch sinnloser Ausdruck) erschaffen zu wollen. Wenn eine Kritik geschrieben wird, sollte sie auch ruhig locker formuliert sein und wenn Fachbegriffe auftauchen, sollten diese auch gleich angemessen am Gedicht erläutert werden, also der Frage nachgehen, was sie bringen, wofür man sie einsetzt.

    Letztendlich und das habe ich auch schon Erich Kykal- leider etwas schroff- gesagt, könnte man die Handcreme Niveau im Forum besser anheben, wenn man den User aufklärt, ihm die Sachen so beibringt und aufzeigt, dass es von sich selbst aus annimiert wird, etwas zu ändern. Dies geschieht nämlich nur sehr selten, wenn man umfassende Kritiken schreibt vorallem den Neulingen schreibt. Der Apell an Forum darf nicht nach außen erfolgen, sondern sollte in das Innere eines jeden Users erfolgen.

    Grundsätzlich ist der Großteil der immer wieder gleichen Diskussionen hier im Forum der Einstellung vieler User zu verdanken, weil sie nicht wissen, was sie hier wollen oder nicht erkennen, wieso es dieses Forum gibt.

    Gerade bei solchen Fragen sollte man ansetzen, denn ohne ordentliches Fundament wird dein Haus, das ich gern beziehen will, nicht lange stehen.

    Klärt die User mit der Offensive auf, dann wird sie auch glücken!

    LG TBO
    Geändert von Total Blackout (31.08.2008 um 14:27 Uhr)

  14. #14
    Registriert seit
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    4.450
    @ horstgosse

    Qualitätsoffensive heißt für mich nicht, dass ein paar "kritisierungswütige" User ihre Wut an Newbies auslassen. Es heißt für mich auch nicht, dass negativ kritisiert werden muss. Wenn du dir zum Beispiel meine Kritik ansiehst, so wirst du sehen, dass ich wirklich sehr beeindruckt war, und dies auch kundgetan habe. Der Sinn einer Qualitätsoffensive ist m.E. die Reduzierung von "Ich finds toll. <3 wunderschön"-Kommentaren. Diese nützen weder dem Autor noch der Gemeinschaft. Ich verstehe daher diese Qualitätsoffensive als 1. gutes Beispiel für Neulinge, wie Kritiken aussehen sollten, 2. Steigerung der Qualität von Werken und Kritiken und 3. Belebung des Forums duch sachliche Diskussion. Aber ich denke, dass diese Offensive noch mehr nützt - sowohl dem Kritiker als auch dem Dichter.

    Beste Grüße, maXces

  15. #15
    Registriert seit
    Aug 2006
    Ort
    Auckland/Neuseeland
    Beiträge
    868
    Hallo an alle!

    Ich dachte mir, dass es wichtig ist, dass hier auch neue User, die schon mit einer Sachkritik konfrontiert wurden, zu Wort kommen sollten.
    Daher hab ich LI ersucht, eine ehrliche Stellungnahme hier abzugeben, wie meine Kritik von ihm/ihr aufgenommen wurde und ob er/sie der Meinung ist, dass sie ihm was gebracht hat.

    Die Gruppe, die wir vorwiegend erreichen wollen, sind ja die Neueinsteiger.
    Die meisten von uns, die wir schon länger dabei sind, wissen Sachkritik sehr wohl zu schätzen, auch wenn sie nicht in Watte, sondern in Sägespänen verpackt ist.

    Ich fände es gut, wenn noch mehr Neueinsteiger hier ihr Fazit über erhaltene Kritiken kundtun würden.

    Einen schönen Sonntagnachmittag allen!

    Lailany

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