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    Die Hölle

    Die Höllenballade

    Gedicht nach einem Volkstümlichen Witz

    Ein Mann, der in die Hölle kam,
    der hatte große Ängste.
    Der Teufel schaut ihn lachend an
    und sprach zu ihm: „Ja, denkst
    du denn, die Hölle sei kein Paradies?
    Sag, wie kommst du nur darauf?
    Mach doch deine Augen auf!
    Schau dich nur um, sieh diese Pracht:
    Essen, Trinken, schlürfen, sich besaufen dürfen.
    Alles ist erlaubt und das, was du begehrst, ist dein!"

    Der Mann erschrickt: Könnt’ das so sein?
    Er schaut sich um und staunt nicht schlecht.
    Alles da, was er schon immer haben wollte!
    Er berührt ihn mit der Hand,
    den frischen Apfel, der da lag und fand:
    „ Alles echt“. es stimmt,da hat der Teufel recht.

    Auf den Tischen Köstlichkeiten aus
    allen Ländern, allen Küchen.
    Es duftet sinnlich nach exotischen Gerüchen.
    Kein Höllenmief, keine Spur der teuflisch,
    schwefeligen Dünste, die man ja riechen soll,
    zeigt der Teufel seine verführerischen Künste.

    Der Mann lässt es sich gut ergehen.
    Gerade eben sagt er sich:“ Ein Stündchen nur
    wandere ich durch die Natur“.
    Da sieht er einen Schuppen stehen,
    ganz morsch die Tür, er kann es sehen:
    Gänzlich ausgeleiert.

    Die Neugier treibt ihn und er geht
    zu sehen, was dahintersteht.
    Da kommt dann das Erschrecken.
    Hinter der Tür, er sieht es gut,
    da wabert sie, die Höllenglut.
    Entsetzt muss er entdecken,
    dass dort die armen Seelen klagen!
    Gar schaurig klingt ihr Weh und Ach!

    Empört fährt er den Teufel an,
    muss es ihm einfach sagen:
    „Du lügst! Du hast ja doch die Höllenqualen
    in deinem Reich, ich wusst’ es gleich“.
    Der Teufel windet sich, krault sich
    seinen Ziegenbart, denkt nach
    und kratzt sich seine Hörner.
    Dann lacht er schallend laut und sagt:
    „Ich wollt es nicht, ich musst sie schaffen,
    die Höll, die wollten euere Pfaffen.

    Das Wünsche in Erfüllung gehen,
    wenn einer betet voller Kraft,
    du weißt ja, dass dies Wunder schafft.
    Ich hab nur zu gehorchen!

    Ich selber finde sie widerlich, die Hölle.
    Die armen Klageseelen stören mich in meiner Ruh’
    doch ich kriege die verdammte Tür des Schuppens,
    schon seit vielen tausend Jahren nicht mehr zu.
    Das kommt vom ewigen Türe knallen.
    Die auf der Erde machtbesessen waren,
    und zu mir kommen müssen, um zu büßen,
    die lassen sie, bei ihrem Eintritt in die Glut,
    mit ganzer Kraft, mit Wucht und voller Wut,
    zornig in den Rahmen fallen.
    Das sind überwiegend Machtmissbraucher,
    die wünschen sich ja erst die Hölle,
    natürlich nicht für sich, da liegt nicht der Bedarf,
    sondern vorzugsweise für die anderen,
    so glutheiß und so brennend scharf.
    Das sind ihre bösen Wünsche
    und in der Tat, liegt für jeden dieser üblen Schinder,
    im Shop für Machtmissbrauchsgeräte,
    die feuerheiße Höllenaxt der Angst für sie parat.
    Die ist in meinem Shop der absolute Renner.
    Wer sie besitzt, der hat sie dann
    auch fleißig in Gebrauch.
    Der Bedarf an Angst ist auf der Erde hoch,
    ich sag es doch:
    Wer diese Axt erst einmal hat,
    ja, der benutzt sie auch.
    Die wird er dann nie wieder los,
    die klebt an ihm wie Höllenpech und Schwefel.

    Schau sie dir als Beispiel an, die Christen,
    Wenn die das alle wüssten,
    dass sie in der Höllenglut
    bei mir nicht schmoren müssten,
    sie wären alle glücklicher auf ihrer Welt.

    Komm, mach es Dir bei mir bequem.
    Die Hölle ist recht angenehm. Ach ja!
    Wie war’s doch bei den Menschen gleich?
    Ihr Wille ist ihr Himmelreich?.
    Ich aber sage dir:

    DAS ist die ECHTE Hölle!

    Da seh’ ich hier in meinem Buch der Qualen,
    wofür du Mensch, der zu mir kam, denn büßen sollst!
    Aha, sieh an, da steht es ja:
    Du musst bei mir nichts zahlen,
    nicht büßen, nicht hier in meiner Hölle.
    Die ist für dich das Paradies.
    Das Leben auf der Erde war
    für dich doch schon der Feuergrill, mit Spieß!
    Dort wurdest du doch schon geröstet für:
    Freundlichkeit, Zärtlichkeit und Liebe,
    Für Mutterschaft, Vaterschaft,
    Partnerschaft und Freundschaft ohne Lüge,
    für Treue, Glaubwürdigkeit, Ehrlichkeit
    und der selbstlosen Hilfe Selbstverständlichkeit.
    Du hast genug gelitten.
    Für schon gebüßte Sünden,
    mußt du mit neuen Qualen
    nicht zweimal zahlen.
    Da fällt mir ein:
    Ich hab' hier delikaten Lachs,
    in Höllenglut geräuchert,
    auf zarten Roggenschnitten
    und einer Sauce aus Racheblut . Hmmmm....ist das gut!
    Darf ich zu Tische bitten?“
    Geändert von Florestan (27.08.2008 um 08:42 Uhr) Grund: Es fehlten noch einige Zeilen, es war noch nicht fertig

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