1. #1
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    Der Himmel ist offen

    .

    Der Himmel ist offen

    Der Himmel ist offen, kein schützendes Zelt,
    und niemand ist da, der die Sterne bestellt.
    Kein Hirte, der hütet, kein gütiger Gott,
    nur Echo und Nachhall, entropischer Schrott.

    Äonen versammelter Illusion.
    Ein einziger fragt dich. Fragt, welche Person
    du bist. Und du bist wie der Blick in die Nacht,
    so grundlos und dunkel zustande gebracht.


    (c) Erebus 2008
    .
    Geändert von Erebus (28.08.2008 um 18:43 Uhr)
    .....
    D i e.....v e r s u c h t e.....W e l t ............
    ......a u s g e w ä h l t e .....T e x t e ......
    Alles ist Lüge an mir; aber dass ich zerbreche - diess mein Zerbrechen ist ächt! (Friedrich Wilhelm Nietzsche: Also sprach Zarathustra - Der Zauberer)

  2. #2
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    hi erebus,
    deine Schilderung der Welt ist unglaublich tragisch, ich hoffe, du denkst nicht wirklich so. Der Titel "der Himmel ist offen" befinde ich für eine vortreffliche beschreibung für die von dir konstruierte Weltanschauung.




    Zitat Zitat von Erebus
    .

    Der Himmel ist offen
    Ein einziger fragt dich.
    (c) Erebus 2008
    .
    da bin ich noch am grübeln. Ist der "einzige" als ein einzelner, der den Menschen kennenlernen möchte, bzw ihn überhaupt wahrnimmt, zu sehen? Oder beschreibt der vers lediglich ein sehnen, ein wunschdenken?


    gruß eric
    Der Schall meiner Träume durchbricht Diamant.
    Dort wo das Laub tanzt, wird auch immer ein Feuer brennen.
    Mein neustes Werk: Sie waren Brüder...

    Andere Gedichte:
    Erebos zeigt sich...der schwarze Mantel
    Mit den Gezeiten leben, Du trauerschwang´res Stroh
    Was ihr unbedingt lesen müsst:
    Adieu, leichter Tod von Stimulanzia

  3. #3
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    Hallo Eric16,

    ich danke dir für deinen Kommentar.
    Allerdings entdecke ich die Tragik nicht in dieser Sicht der Dinge.
    Das ist ja -glauben wir einmal der Wissenschaft- die Präzise Sicht des Kosmos.
    Du schaust hinauf, siehst einen ca. 1 Sekunde alten Mond, die Große Magellansche Wolke, wie sie vor 170.000 Jahren war und den nochmals 2,5 Millionen Jahre älteren Andromedanebel in "gleichzeitiger" Eintracht neben einander. Das ist ein Potpourrie der Illusion. Wer weiß, was davon überhaupt existiert?

    Und der Himmel ist doch offen?
    Zumindest für jede Art der Vorstellung, die sich ein Mensch machen kann.
    Der Gütige Gott? Siehe die Theodizee-Frage, etc.pp.

    Nein, ich glaube nicht an tragische Sichten. Tragik widerfährt dem Menschen, der das eine will und das andere erfährt - oder?

    Wie tragisch ist der Gang der Dinge?
    Der Gang kennt Tragik nicht, kein Glück.
    Nur Menschendenken tauscht die Ringe
    und tragisch sieht es das Geschick.

    (Heute hat mich die Reimeritis gepackt)


    Der einzige, OK - nein, das ist er selbst



    LG
    Uli
    .....
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  4. #4
    ReinART Guest
    Wow, das ist gut. Weg mit all dem Illusionieren, all den Vorstellungen und althergebrachten Weltanschauungen. Kein Hahn, geschweige denn ein Gott, kräht danach. Es ist wie es ist. Das zu akzeptieren fällt schwer, aber nur so kann man der Welt und dem leben vorurteilsfrei begegnen. Hier würde Dir vielleicht mein gedicht "Ich bin" (habe ich auch Stimulanzia zum Lesen vorgeschlagen) gefallen. Meine Wortwahl ist, im Vergleich zu Deiner, sehr viel einfacher- bin ein einfacher oder auch nicht Mensch. Aber Du könntest den Sinn bestimmt verstehen
    Liebe Grüße
    reinhard

  5. #5
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    du betrachtest das von einem anderen standpunkt aus erebus. Ich finde, dass dein gedicht einen tragischen beigeschmack hat. Aber es existiert meines erachtens bei diesem werk ein gewisser interpretationsfreiraum. Ich sehe darin teilweise ein atheistisches weltbild eines streng rational denkenden menschen verborgen- in verbindung mit einer großteils negativen sicht der dinge- . Nicht das atheismus was negatives ist, doch glaube ich, dass die religion eine fackel in die dunkelheit der seelenwelt stellt, bzw hilft, eine fackel zu entzünden. Wichtig an der Religion ist meines erachtens, dass man lernt, welche intesität der Glaube an etwas haben kann. Tragisch ist es, wenn einem der Glaube an das Gute fehlt, und man alles für eine Illusion hält. Aber naja, das muss jeder selbst wissen. Der Himmel ist schließlich offen.
    genug des geschwafels, vl verstehste meine sichtweise jez etwas besser, wenn nicht, machts auch nichts.

    gruß eric
    Geändert von Eric16 (27.08.2008 um 20:57 Uhr)
    Der Schall meiner Träume durchbricht Diamant.
    Dort wo das Laub tanzt, wird auch immer ein Feuer brennen.
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    Andere Gedichte:
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    Mit den Gezeiten leben, Du trauerschwang´res Stroh
    Was ihr unbedingt lesen müsst:
    Adieu, leichter Tod von Stimulanzia

  6. #6
    ReinART Guest
    Hallo Eric
    Erebus Gedicht darf nicht das Forum sein, in dem wir unsere speziellen Meinungen über Religion oder deren inhalte austauschen. Du hast mein gedicht falsch verstanden: es ist nichts negatives und nicht positives darin entahlten. Wir bewerten die Dinge aus unser Froschperspektive. Was allerdings der schöpfung Inhalt und Ziel ist , können wir niemals wissen. Deshalb: Du hast recht, wenn Du glaubst möglichts viel positives sehen zu wollen- aber kannst Du es auch durchhalten? Ich wünsche es dir. Ich bin nicht negativ oder pessimistisch- ich versuche neutral zu sein. Die Dinge ohne persönliche Wertung betrachten zu können. Ich gebe keinem Gott die Schuld dafür, dass mir Dinge zustoßen, die ich nicht gewollt habe. Sie passieren - Wie soll das Objekt, also wir, jemals das Subjekt erkennen können, es sei denn, es ist in seinem Programm so vorgesehen ?
    Deshalb der Schluß meines Gedichtes: Du wirst mich bald erkennen-hab Geduld
    Gruß
    reinhard
    Geändert von ReinART (27.08.2008 um 23:24 Uhr)

  7. #7
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    Guten Morgen Erebus,

    Dein Gedicht trifft ganz meinen Geschmack. Wirklich wunderbare Spielerei der Worte.

    Loki

  8. #8
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    Hallo Reinhard,

    ich habe deinen Kommentar sehr gerne gelesen, denn er zeigt mir, dass mein Gedicht so verstanden werden kann, wie ich es mir wünschte. Ohne Groll die Schlichtheit auffinden, keine Tragik darin sehen, wenn die Dinge sich anders darstellen, als es ein innerer Wunsch suggeriert.
    Ich habe mir dein Gedicht angesehen - ja vielleicht schreibe ich etwas dazu - wie mir scheint, ist der Hintergrund für unsere Texte: altersabhängig? Vielleicht. Unvollendet, spätgewendet und neu aufgebrochen?

    Herzlichen Dank und einen Lieben Gruß
    Uli

    PS. Dein zweiter Kommentar scheint mir auf dem Missverständnis zu beruhen, dass sich Eric16 auf dein Gedicht bezieht?

    _____________________

    Hallo Eric16 nocheinmal!

    Es ist schön, dass du noch einmal zu einer Erwiderung vorbeikamst.
    Ich glaube schon das ich deinen Standpunkt kenne, denn ich selbst vertrat ebenfalls lange Zeit eine positive Sicht, jedoch hättest du mich missverstanden, wenn du aus meinem Text Atheismus oder strenge Rationalität herausliest. Es ist nichts davon, aber eben auch nichts Gegenteiliges.
    Und an das Gute glaube ich, nein, besser gesagt: ich bin davon überzeugt. Allerdings denke ich bisweilen, dass das keine Größe dieser Welt ist, eher eine Art menschliche Marotte.

    Danke nochmals und einen lieben Gruß
    Uli

    ______________________

    Hallo Loki,

    sehr erfreut - wenngleich ich an Stelle der "Spielerei" lieber das Spiel sähe, denn ich bin so ernsthaft bemüht

    Dankeschön & Lieber Gruß

    Uli
    .....
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  9. #9
    ReinART Guest
    Hallo Erebus
    schön, dass Du mein Gedicht richtig verstanden hast, genauso freut es mich, dass auch ich nicht fehl in der Interpretation deines gedichtes gegangen bin.
    Hat eventuell etwas mit dem Alter zu tun?! Bin 56 aber noch jung geblieben , so hoffe ich.
    Bin eigentlich Kunstmaler- so wie Du auch-dies habe ich irgendwelchen Kommentaren von Dir entnommen. Hatte beim malen erstmalig so intensiv das gefühl, dass nicht ich male, sondern das es malt. Ich war weg-einfach nicht da. Und so entstehen meine besten Bilder.
    Der Himmel ist offen...!
    Gruß
    reinhard

  10. #10
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    Hallo Ferdi!

    Gleich noch einmal!
    In der Tat war es ein nicht unwesentlicher Bestandteil meiner Arbeit an diesem Gedicht, den Paarreim vor meinem Gewissen zu vertreten. Ich ließ es dann. Beides. Paarreim und Gewissen.

    Kommata sind bei mir grade aus, ich nehme deine gerne. Gerne höre ich auch von deiner Zustimmung zum Enjambement. Darauf habe ich lange warten müssen

    Danke schön und lieber Gruß

    Uli

    --------------------

    Hallo Reinhart,

    ja, die Malerei!
    Ich bin erst durch die Lyrik dahin gekommen, wohin ich mit der Malerei wollte.
    Jetzt bin ich 48 und steinalt

    nein, Scherz, ich weiß es offen gestanden nicht - ich meine, wie alt ich bin. Beim Geburtsjahr verlasse ich mich auf einige Dokumente und mündliche Überlieferung, ansonsten bin ich über mein wirkliches und wahres Alter im unklaren (dasselbe Problem habe ich auch mit meinem wirklichen und wahren Namen)



    Gruß
    Uli
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  11. #11
    Registriert seit
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    Zitat Zitat von ReinART
    Hallo Eric
    Erebus Gedicht darf nicht das Forum sein, in dem wir unsere speziellen Meinungen über Religion oder deren inhalte austauschen. Du hast mein gedicht falsch verstanden: es ist nichts negatives und nicht positives darin entahlten. Wir bewerten die Dinge aus unser Froschperspektive. Was allerdings der schöpfung Inhalt und Ziel ist , können wir niemals wissen. Deshalb: Du hast recht, wenn Du glaubst möglichts viel positives sehen zu wollen- aber kannst Du es auch durchhalten? Ich wünsche es dir. Ich bin nicht negativ oder pessimistisch- ich versuche neutral zu sein. Die Dinge ohne persönliche Wertung betrachten zu können. Ich gebe keinem Gott die Schuld dafür, dass mir Dinge zustoßen, die ich nicht gewollt habe. Sie passieren - Wie soll das Objekt, also wir, jemals das Subjekt erkennen können, es sei denn, es ist in seinem Programm so vorgesehen ?
    Deshalb der Schluß meines Gedichtes: Du wirst mich bald erkennen-hab Geduld
    Gruß
    reinhard
    Warum habe ich >dein< gedicht falsch verstanden?Meines erachtens ist es so, dass ich erebus´werk anders interpretiert habe.( falsch ist eine interpretation nur, wenn sie anhand des geschriebenen nicht nachvollziehbar ist)
    gruß eric
    Der Schall meiner Träume durchbricht Diamant.
    Dort wo das Laub tanzt, wird auch immer ein Feuer brennen.
    Mein neustes Werk: Sie waren Brüder...

    Andere Gedichte:
    Erebos zeigt sich...der schwarze Mantel
    Mit den Gezeiten leben, Du trauerschwang´res Stroh
    Was ihr unbedingt lesen müsst:
    Adieu, leichter Tod von Stimulanzia

  12. #12
    ReinART Guest
    Oh ja Eric, darauf hat mich Erebus auch schon hingewiesen. Entschuldige ..
    Liebe Grüße
    reinhard

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