Starre Augen, ausdrucksloses Gesicht und eine Träne über die Wange rinnend.

Es ist der 1. August und ich liege in meinem Bett und weine während andere draussen unseren Nationalfeiertag feiern. Ein Fest läuft draussen, eigentlich bedeutet es ja ein Zusammensein, doch für mich ist es nicht mehr als Einsamkeit. Zulange kannte ich dieses Gefühl nicht, ich hatte es aus meinem Leben verbannt indem ich mir vormachte ein Leben zu haben.

Doch es war nur eine Illusion die vor fast 3 Monaten zu Ende gegangen ist. 5 Jahre lang war ich einsam, ich merkte es jedoch nicht weil ich es verdrängte, ich lebte in meiner eigenen Welt und liess nicht zu dass Einsamkeit mein Herz beschwerte. Andere Gefühle lies ich zu, doch erst jetzt merke ich wie unfähig ich bin echte Gefühle zu ertragen.

Gute Gefühle, wie die Freude die ich verspürte als ich merkte wie sehr ich Sie mochte, drängten mich Nahe an den Rand des Wahnsinns. Unerwiderte Liebe liess mich zweifeln ob mich überhaupt irgendjemand lieben könnte.

Ich möchte endlich dieses Gefühl des Lebens richtig geniessen können, doch ich weiss nicht ob ich stark genug bin allzu intensive Gefühle zu ertragen, seien sie nun gut oder schlecht. Ich verkrieche mich lieber in der Einsamkeit, ich habe furcht vor Gefühlen, sie sind so etwas vertrautes und doch unbekannt. Unbekannt in dieser Intensität in der ich sie nie erlebt habe.

Einsamkeit ist das einzige Gefühl dass ich richtig kenne, auch wenn die Erinnerung schon über 5 Jahre alt ist, mit ihr kann ich wenigstens umgehen. Doch wird sie nicht mit der Zeit meine letzte Chance zerstören auf wirkliche Gefühle? Werd ich nicht irgendwann unfähig sein überhaupt zu fühlen?

Soll ich es riskieren? Soll ich meine gedanklichen Ketten abwerfen und versuchen die Einsamkeit zu verlassen?

Ja, ich muss. Lieber ein schreckliches Leben