1. #1
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    Wir wandeln in Schatten

    Ist eigentlich vielmehr ein Songtext, aber Kritik hätte ich doch sehr gerne. Ist nämlich praktisch mein erster. =)

    Wir Wandeln in Schatten

    In sich verschlungene Tunnel und Höhlen
    Nur wo wir waren da brennt schon ein Licht
    Schlüssel die gibt es für alle Türen
    Aber du findest sie nicht

    Läufst nur auf den dir schon bekannten Wegen
    Tust was man dir sagst, erfüllst deine Pflicht
    Anderes hat dich nicht zu Interessieren
    Und so interessiert es dich nicht


    Doch das da draußen die Sonne scheint
    Da oben herrscht Freiheit
    Viel heller als jede Fackel flackert
    Der Platz unten wird knapper

    Das weißt du nicht
    Das weißt du nicht
    Das weißt du nicht
    Und es interessiert dich nicht


    Die irdenen Tunnel in denen du wandelst
    Das blass leuchtende Feuer, dass dich umgibt
    Der schöne und reiche und mächtige, kluge sagt
    Dass es genügt

    Und du hast dich gefügt

  2. #2
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    Erstmal gefällt mir das ganze sehr gut, kann mir schön vorstellen, wie das als Lied klingt.

    Macht Mut neues zu Erkunden, neues zu Probieren, weg von dem Sicheren, aber schnöden, hinaus in das UNgewisse.

    Ich schreib mal was zum Inhalt, trau ich mir mehr zu als formales, zumal ein Lied ja sowieso nicht so formal überzeugen muss, da nicht der Leser es lesen muss sondern der Verfasser selbst mit der Stimme ausbügeln kann, wie er es gerne rüberbringen will, was er noch betonen will etc.

    "In sich verschlungene Tunnel und Höhlen
    Nur wo wir waren da brennt schon ein Licht
    Schlüssel die gibt es für alle Türen
    Aber du findest sie nicht"

    Verstehe das so, es gibt viele Möglichkeiten und überall Mittel und Wege dorthin, aber du findest nicht heraus, wie. Spätere Strophen deuten an, dass unter anderem eine zu geringe Bereitschaft da ist, diese zu suchen, allerdings können die Schlüssel auch gut versteckt sein/der Zugriff kann schwer sein. Aber Mittle gibt es für alle Möglichkeiten, wenn auch manche vll schwer.
    IM Komplex des Lebens kennt man nur das, wo man schon war, da brennt Licht, man hat es erkundet.


    "Läufst nur auf den dir schon bekannten Wegen
    Tust was man dir sagst, erfüllst deine Pflicht
    Anderes hat dich nicht zu Interessieren
    Und so interessiert es dich nicht"

    HIer kommt noch hinzu, dass die bekannten Wege auch nicht selber gewählt sind, sondern die vorgegebenen Wege der Gesellschaft waren, denn er/sie tut nur seine Pflicht, das heißt beschreitet nur die Wege, die von ihm/ihr erwartet werden. Alle anderen 1000en Möglichkeiten sind nicht von der Gesellschaft vorgesehen, es hat einen nicht zu interessieren, weil es den Interessen der Mächtigen/der Masse nicht dienlich ist, auch wenn gerade diese Wege vll sehr interessant wären.

    "Doch das da draußen die Sonne scheint
    Da oben herrscht Freiheit
    Viel heller als jede Fackel flackert
    Der Platz unten wird knapper"

    Hier wird deutlich, dass der Tunnel der Möglichkeiten quasi nur der Weg ist auf der Suche nach draußen, nach dem Licht, welches die endgültige Freiheit symbolisiert (kleiner Kritikpunkt: Freiheit "herrscht" nicht)
    Die Wende aus dem Tunnel hinaus wirkt ein wenig plötzlich, wir befinden uns nicht mehr auf Wegen sondern "oben/unten" spielen plötzlich eine Rolle.
    Ich definiere "unten" mal mit dem Tunnel-Konstrukt, man muss also den Weg hinaus finden, es gibt viele Möglichkeiten, und es blüht einem daraus die Freiheit. Wenn man sozusagen den Weg aus den Zwangs-Konstrukten des Tunnels findet, ist man frei.

    "Das weißt du nicht
    Das weißt du nicht
    Das weißt du nicht
    Und es interessiert dich nicht"

    Finde hier wirkt schön, dass der Zustand 3mal wiederholt wird, unwissen. Es klingt eher wie Mitleid als ein Vorwurf, aber die 4. Zeile macht deutlich dass man in gewissem Sinne auch selber schuldig ist. Dies wirkt schön, da der Hörer/Leser zunächst eher an Mitleid denkt.

    "Die irdenen Tunnel in denen du wandelst
    Das blass leuchtende Feuer, dass dich umgibt
    Der schöne und reiche und mächtige, kluge sagt
    Dass es genügt

    Und du hast dich gefügt"

    Würde gar nicht soweit gehen und den Tunnel ins Irdische verschieben und die Freiheit ins Jenseits, das schwächt eher das Gedicht, da es mich ja dann nicht betrifft, ich kann auf der Erde eh die Freiheit nciht erreichen quasi.

    "Der schöne mächtige, kluge,...." gefällt mir wieder gut, denn es zeigt dass man sich hier auf der Erde nicht verleiten lassen soll, egal wie hoch eine Instanz scheint, die dich beschwichtigen will.
    Wenn man sich beeinflüssen lässt, hat man seinen Willen abgegeben und sich gefügt...



    Verlink hier dann mal die Vertonung, kann mir gut vorstellen dass das was wird

  3. #3
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    Vielen dank für die Umfrangreiche Kritik.
    Ich kann im moment leider nicht viel Näher drauf eingehen, aber ich werde es nachholen wenn ich Zeit finde.
    2 Punkte möchte ich aber dennoch kurz ansprechen:
    1. Das Freiheit nicht herrscht wusste ich bis dato noch gar nicht. Aber wäre es vielleicht nicht dennoch möglich diese Zeile quasi als Wortspiel so stehen zu lassen? Denn alles was nicht Freiheit ist herrscht auf jeden Fall, und das ist bekanntlich nie so toll wie die Freiheit selbst und demnach weniger erstrebenswert. Geherrscht wird aber ohnehin überall auf der Welt.

    2. Zu Irden: Wollte damit die Freiheit auch nicht ins Jenseits verschieben und die Tunnel ins Diesseits. Mit irden wollte ich viel mehr matschige, feuchte Erde, durch die sich die Tunnel bewegen, beschreiben. Aber wenn es da zu missverständnissen kommen kann, werde ich mir ein anderes Adjektiv ausdenken.

  4. #4
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    "Geherrscht wird aber ohnehin überall auf der Welt."

    Was aber nicht heißt, dass man nicht einen Zustand ohne Herrschaft anstreben kann, und Gedichte befassen sich ja nicht nur mit dem, was gerade ist.
    Außerdem gab es eine herrschaftslose Gesellschaft schon in Spanien, bis es von Franco blutig niedergeschlagen wurde...aber das ist ein anderes Thema^^

    Ich denke mensch versteht schon diesen Ausdruck, wollte nur richtig stellen, dass Freiheit eigentlich nciht "herrscht", sondern wirkiche Freiheit nur die Abwesenheit von herrschaft sein kann, aber so genau muss man es in einem Lied auch nicht unbedingt nehmen^^

    zu 2: Achso, hatte es nur iwie anders gelesen, aber wie dus beschreibst klingts cool und auch wenn dus anders gedacht hättest, ist ja nur meine Meinung, vielleicht sehen das andere wiederum anders.

    Alles in allem nochmal dickes Lob, Texte wo man doch recht viel rausziehen kann(und zudem noch selbstgeschrieben sind) hört man bei Liedern heutzutage selten^^

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