1. #1
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    Geranienblüten

    .

    Geranienblüten

    Von einem Fenster fallen zart
    Geranienblüten. Sieh, es fliegen
    auch die ein Stück, die schwerer wiegen.
    Bis sie der Wind zusammenschart.

    Und wieder suchst du deinen Part.
    Du denkst dich selbst in tiefen Zügen.
    Doch wenig wird zuletzt genügen,
    für dich und deine Eigenart.

    Du siehst den Himmel, hoch und hart.
    Und in den Strassen, stumm, verschwiegen,
    siehst du im Staub die Trauer liegen.
    Dort ist dein Sommer aufgebahrt.

    (c) Erebus 2008

    .
    Geändert von Erebus (31.10.2008 um 17:06 Uhr)
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    D i e.....v e r s u c h t e.....W e l t ............
    ......a u s g e w ä h l t e .....T e x t e ......
    Alles ist Lüge an mir; aber dass ich zerbreche - diess mein Zerbrechen ist ächt! (Friedrich Wilhelm Nietzsche: Also sprach Zarathustra - Der Zauberer)

  2. #2
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    Hallo fromhell,

    ich mag den Tonfall deines Kommentares, darin eine Portion Sarkasmus, die sich mit Abneigung und Inspiration mischt. Und voreiligen Schlüssen. Alles in allem ein wirkliches Lehrstück, wenn auch etwas einseitig und wenn ich ehrlich bin und deinen Nick lese, muss ich doch fragen: war das schon alles?

    Ich denke, ich hätte Schlimmeres erfahren können.
    Zunächst: "Sieh" ich gebe dir völlig Recht und danke dir für den Hinweis. Ursprünglich skizzierte ich das mit einem "und", aber es waren der "unds" zu viele, da entschied ich mich leichtfertig zu einem alterthümelnden Anklang. Was dem Text nicht gut bekommt. Blöderweise habe ich das vage selbst wahrgenommen, aber manchmal muss man eben darauf gestoßen werden.
    Ah, mit einem leichten Kopfschütteln quittiere ich jedoch das Lyrische Pandämonium, mit dem du mich hier konfrontierst, dessen personeller Bezug nach meinem Empfinden hier nichts zu suchen hat. Erich, Pringles, Rilke, alles große Namen, aber in meiner versuchten Welt verloren.
    Ich darf auf das "auch" zu Beginn S1V3 hinweisen, irgendwie hast du es überlesen. Das schwerere Blütenblätter "auch" ein wenig fliegen, zeichnet sie nicht vor den leichteren aus. Es ist eher ein wenig verwunderlich und zeigt uns: die ganze Fliegerei ist egal, weil alles später im selben Kompost landet. Das ist eitle Gedankenspielerei, weshalb sich auch mit S2 der betreffende Hinweis einfindet.
    Nun, dir wäre hier ein Heldenstück lieber gewesen, aber das Ende ist immer lau, so meint der Erebus, der muss es wissen, er ist schließlich der Sohn des Chaos und der Vater der Nacht, auch der Träume. Worin du "Schwermut" siehst erkenne ich nur die Enthäutung, aber doch, ja, ich habe diesen Hang zu Wabi-Sabi.
    Nebenbei: es interessiert mich, wer dieser "Größte" sei - Nowitzki? Walujew? Und weshalb dir die Grandezza des Unterganges fehlt. Bist du da womöglich durch Funk und Fernsehen etwas verwöhnt? Mach dir nichts draus, neben der Nahrungsaufnahme hat sich auch der Verstand der meisten Menschen an Junkfood mit Geschmacksverstärkung gewöhnt, z.B. erwarten auch meine Kinder bei jeder Schale Müsli den ultimativen Gaumenkitzel.
    Nein. Ich ticke da anders. Es würde nichts wesentliches ändern, wenn Blütenblätter wie tonnenschwerer Weltraumschrott auf Kleinwagen stürzte. Das ist Kinderkram.
    Die Pointe ist: Ha! es gibt keine. Und mein erklärtes Ziel ist es, den eigenen lyrischen Glutamatverbrauch gegen Null zu fahren.

    Die erste "abschließende" Strophe wäre dann meine mittlere, keine besondere formale Finesse, aber eine innere Notwendigkeit - wie mir scheint.
    Ist nicht aller Fortgang im Rückblick propädeutisch.
    Aber, klar, ich gebe dir Recht (nicht mit Rilke) das Gedicht geht seine zwei drei Schritte ohne spektakulär zu werden, süßlich wollte ich es aber auch nicht, nicht elegisch, "Einfach So" wäre mir recht gewesen, jedoch bin wohl zu sehr in Metaphern verliebt. Schwer wie Blei und hart wie Granit - das wäre dann allerdings etwas anderes als süßlich. Granitschwer halt.
    In Wahrheit wohl von allem etwas. Ich entscheide mich später, ob ich das gut finde.

    Nun, mache dir nichts vor, egal wie schwer und weit du treibst, Biomasse wird kompostiert. Und das ist keine Scheiße sondern die einzige wissenschaftlich akzeptierte Möglichkeit. Letztendlich. Na gut, erste Sahne ist es natürlich auch nicht.
    Ich danke dir für deinen Kommentar, wie gesagt, ich finde ihn sehr schön und inspirierend.

    LG
    Uli
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  3. #3
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    Hallo eKy,

    zu deinem Kritikpunkt: ja, das ändere ich tatsächlich. Du musst dazu wissen, das ich ursprünglich schrieb: "siehst du den Staub der Trauer liegen."
    Da ich die Verse mehrfach umstellte, und das "liegen" zunächst in einem anderen Zusammenhang verwendete wollte, kam es zu diesem Resultat. Denn der dumme Ehrgeiz hatte mich gepackt, weder das "siehst" noch das "liegen" doppelt zu verwenden. Mit dem Resultat, dass es etwas befremdlich klingt. Grade das fand ich dann wieder reizvoll.
    Denn ich wollte die Formulierung nicht zu sehr in Hergebrachtem untergehen lassen.
    Aber, was soll's? Auch die Wiederholung des "siehst" hat ja in zwei aufeinanderfolgenden Sätzen eine Berechtigung.

    Ich bedanke mich, Erich, und ziehe mich ersteinmal zurück.

    Lieber Gruß
    Uli
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