Verspäteter Frühjahrsbote

Es rauscht der Wind in meinen alten Pappeln,
das Laub trägt schon das letzte grüne Kleid,
in tausend Spinnenweben Fliegen zappeln,
Oh später Sommer, dies ist deine Zeit.

Wie Gilb schwimmt es in Milchseptemberlüften,
schon früh küsst heller Tag die schwarze Nacht,
leicht modrig mischt sich Herbst zu Blumendüften,
indes ein wirrer Frühlingsbote an der Mauer wacht.

Ein Glöckchen ist’s, mit einer weißen Blüte,
einz’gartig wächst es hier im letzten Klee.
Trieb es zu spät? Ist es der arg verfrühte
Frühfrühlingsblüher vor dem ersten Schnee?