1. #1
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    Bittersüßer Nachgeschmack

    überarbeitet Version



    Morgens trinke ich meinen Kaffee,
    verrühre den Zucker meiner Erinnerungen
    und hoffe, dass er sich irgendwann auflöst.

    Wie das zu viel Salz in der Suppe,
    welches ich jeden Mittag verstreue,
    damit dieses einst wärmende Gefühl
    abends nicht verloren geht,

    wenn bitterer Wehmutstropfen
    mein Polsterkissen tränkt.


    ~~~~~~~~


    Morgens trinke ich meinen Kaffee,
    verrühre den Zucker meiner Erinnerungen
    und hoffe, dass er sich irgendwann auflöst.

    Wie das Salz in der Suppe,
    mit dem ich sie jeden Mittag versalze,
    damit dieses, einst wärmende Gefühl
    abends nicht verloren geht,

    wenn bitterer Wehmutstropfen
    mein Polsterkissen ertränkt.
    Geändert von Behutsalem (12.09.2008 um 14:04 Uhr)
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  2. #2
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    Zitat Zitat von Behutsalem


    Morgens trinke ich meinen Kaffee,
    verrühre den Zucker meiner Erinnerungen
    und hoffe, dass er sich irgendwann auflöst.

    Wie das Salz in der Suppe,
    mit dem ich sie jeden Mittag versalze,
    damit dieses, einst wärmende Gefühl
    abends nicht verloren geht,

    wenn bitterer Wehmutstropfen
    mein Polsterkissen ertränkt.
    hiho Line,
    meiner Meinung nach ist es dir in 9 Zeilen gut gelungen, von der alltäglichen Trauer eines leidenden zu erzählen.
    Das lI ist Gefangener in dem Turm der Erinnerung, einem Turm, der keine Tür hat. Herausspringen kann es nicht, also muss es sehen, wie es- Tag ein Tag aus-, mit der mental-physischen Eingeengtheit zurechtkommt.
    Leider vergeht die Trauer nich wie Zucker in Kaffee. Eine rührende Vorstellung.
    Gruß eric
    Der Schall meiner Träume durchbricht Diamant.
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  3. #3
    DerKleinePrinz* Guest
    Hey Linchen =)

    Ach...in letzter Zeit bist du meiner Meinung nach ein bisschen zuoft in diesem Bereich des Forums vertreten, ich hoffe du schreibst mal wieder was richtig Fröhliches
    Dein Gedicht gefällt mir inhaltlich dennoch sehr gut, ist ein typisches Linegedicht, was man sofort erkennt, auch wenn kein Name drüber steht.
    Allerdings fehlt mir hier ein bisschen die Verdichtung, es kommt ein bisschen wie eine kleine Erzählung daher, aber ich glaube nicht, dass man das bei dieser Form des Gedichtes verändern kann.
    Insgesamt habe ich es aber dennoch gerne gelesen, es hat dieses bestimmte Gefühl, was ich bei fast allen deiner Werke spüre....ein typisches Linegedicht eben^^
    Liebste Grüße
    Der Kleine Prinz

  4. #4
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    Hallöchen!

    Gibt es einen besonderen Grund für Schriftart, Kursivität und Farbe? Reine Neugierde, weil ich keinen Grund für diese sonderbare Darstellung des Werkes erkennen kann.

    Aber jetzt zum Wesentlichen:

    was mir sehr zusagt, ist, dass du alle Aspekte der Geschmackswahrnehmung in deinen Strophen aufgreifst. "Süss" in S1, "Salzig" in S2, "Bitter" in S3 - so wie es anatomisch gesehen auch auf der Zunge selbst aussieht. Zungenspitze süss, Mitte und Seite salzig und bitter im hinteren Bereich.

    weiterhin beginnst du mit morgens, gehst dann in S2 in den Mittag und im Abschluss abends/nachts. Auch das zeigt zumindest, dass du mit deinem Werk eine gewisse Strukturierung einbringen möchtest, die mir logisch erscheint und als Leser klar ersichtlich ist. Das möchte ich dir positiv anrechnen.

    Womit ich allerdings wirklich so meine Probleme habe, ist die 2. Strophe - die zentrale Strophe deines Werkes.
    Die Dopplung des Salzes finde ich ziemlich misslungen, würde man den mittleren Teil rausnehmen, schreibst du "ich versalze mit Salz" und das klingt doch ziemlich merkwürdig, oder? Du solltest für das "versalze" in V2 ein Symonym oder eine Metapher verwenden, was sich mit der allgemeinen Bildsprache gut vereinbaren ließe. Aber die Suche überlasse ich dir selbst, da es mir missfällt, in den Werken anderer hineinzupfuschen.
    Und inhaltlich habe ich irgendwie ein Problem in S2 wirklich einzusteigen. Die erste Strophe beginnt sehr gut mit einer nachdenklichen Atmosphäre, nahe des Trübsals, aber es transportiert sich nicht weitere in die zweite Strophe, geht dort fast verloren, weil du versuchst den Vergleich zwischen Süss in Strophe 1 und Salzig in Strophe 2 zu ziehen (S2V1: "Wie das..."). Das beisst sich meines Erachtens zu stark.
    Ich bitte dich zu beachten, dass das allerdings auch eine subjektive Darstellung meiner Gedanken ist und ich keinen Anspruch darauf erhebe, dass meine Meinung die der anderen Leser deckt.

    War mir ein Vergnügen.

    Mit freundlichen Grüßen,
    -Poesielos-
    - Gedichtsdarwinist im Ruhestand -


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  5. #5
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    Lieber Eric,

    Ich danke dir für das Lesen meiner Zeilen sowie für die Worte die du
    mir dar gelegt hast. Ich war sehr berührt davon,
    Danke!!

    Ganz liebe Grüße Line

    @kleinerPrinz mit*


    Ok, ich werd mal versuchen was fröhliches zu schreiben, aber ich gebe dir keine Garantie auf das Ergebnis...

    Zu deinem Kommentar..
    Ich schreibe gerne ohne Reim, ich kann dabei auf die xerei verzichten und auf der anderen Seite kann ich mich so viel besser ausdrücken.. Natürlich ist ein Werk im Reim geschrieben schon was wunderbar schönes... ich mag diese ja auch gerne lesen, aber im freien Stil bin ich eben sehr gerne zu Hause..
    Das heißt aber nicht dass ich auf den Reim ganz und gar verzichten werde.
    Es gibt eben Themen da stellt sich von der ersten bis zur letzten Zeile für mich das Thema Reim gar nicht. .. weil ich wie schon erwähnt so besser mit den Worten arbeiten kann..

    Hab dank fürs "Linegedicht",
    liebe Grüße,
    Line

    @Poesielos

    Voererst mal recht herzlich Willkommen in meiner Welt der Gedanken und Worte. Schön dass du in meinen Faden gefunden hast.
    Dein Einwand ist berechtigt.. ich hab mir dass gestern nach mehrmaligen lesen auch gedacht.. Salz und versalzen.. irgendwie harmoniert es nicht..

    Ich habe es jetzt umgeändert... und hoffe dass es jetzt an Gewicht gewonnen hat.

    Danke fürs lesen und für deinen Kommentar,
    behutsame Grüße
    Behutsalem

    @ Eky

    Huch.. sowas von dir.. da bin ich jetzt aber sprachlos..
    Ich danke dir für deine Worte und wegen des Reimes .. schau bitte zur Antwort an den kleinen Prinzen*.

    Auch liebe Grüße vom südlich gelegenen Ösi,
    Line
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  6. #6
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    Zitat Zitat von Behutsalem
    @Poesielos

    Voererst mal recht herzlich Willkommen in meiner Welt der Gedanken und Worte. Schön dass du in meinen Faden gefunden hast.
    Dein Einwand ist berechtigt.. ich hab mir dass gestern nach mehrmaligen lesen auch gedacht.. Salz und versalzen.. irgendwie harmoniert es nicht..

    Ich habe es jetzt umgeändert... und hoffe dass es jetzt an Gewicht gewonnen hat.

    Danke fürs lesen und für deinen Kommentar,
    behutsame Grüße
    Behutsalem

    Hallo!

    Entschuldige, hab keine Benachrichtigung erhalten, dass du auf meinen Beitrag geantwortet hast. Ich freue mich, dass du dir meinen Ratschlag zu Herzen genommen hast und ich kann dir versichern, die von dir gewählte Variante gibt dem ganzen das gewünschte "Gewicht".
    War mir eine Freude, geholfen zu haben.


    Mit freundlichen Grüßen,
    -Poesielos-
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