Thema: Sabberdichter

  1. #1
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    Sabberdichter

    Sabberdichter

    Es nahet nun die Zeit der Sabberdichter,
    die stets erwachen, wenn der Vorhang fällt.
    Im Dunkeln leuchten auch die kleinsten Lichter,
    je dunkler - desto heller ihre Welt.

    Sie spüren jenes Jucken in den Eiern
    das ihresgleichen nun verstärkt bedrängt,
    die hustend jedes bunte Herbstblatt feiern,
    das noch mit letzter Kraft am Aste hängt.

    Das Sterben der Natur erst macht sie munter,
    wenn alles welkt, erblühet ihr Talent.
    Und frierend holen sie sich einen runter,
    denn Frust und Sterben ist ihr Element.

  2. #2
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    Lieber norbert!

    Schon witzig!
    Und deswegen hab ich mir einen ganz Breiten aufgegrinst... so von Ohr zu Ohr...also fast rundum.

    Ich hab auch grad so drüber nachgedacht...mir fällt auf Anhieb kein mir bekannter Dichter von dot.com ein, der nicht mindestens einmal den Herbst besungen hat..

    Sehr gelungen, lieber Freund...Deine bissige Satire, und obendrein so herrlich mehrschichtig interpretierbar!

    Vielen Dank für den Lacher zum Morgenkaffee.

    Ganz liebe Grüsse und ein angenehmes WE!

    Lailany

    PS.: warum eigentlich 'hustend' ? Ist das auf die übliche übergangszeitliche Grippewelle bezogen?
    'keuchend'...oder 'stöhnend'..hätt mir auch gemundet.
    Nönö..passt schon, wir wollens ma net übertreiben..
    Geändert von Lailany (13.09.2008 um 09:27 Uhr)

  3. #3
    Klopfstock Guest
    Hallo, lieber Norbert, dieses ist das erste Gedicht aus Deiner Feder...öhmm...
    Deinen Tasten, das mir nicht gefallen will. Der Humor ist zu gewöhnlich und kommt an Dein Tuntengedicht nicht ran - dieses war auch ruppig, jedoch sehr gut. Hier stören mich die Eier (zu direkt, zu gewöhnlich) und das "sich runterholen" ist für mich auch ziemliche Talsohle. Ich denke, gerade Du kannst es besser und gerade deshalb bin ich so mutig dieses zu schreiben.
    Weil ich Dich und Dein sonst differenziertes Schreiben, Deinen hintergründigen
    Humor so sehr schätze. Sei mir nicht böse, aber wenn Saint dieses geschrieben hätte, dann hätte es gepasst. Außerdem entdeckt ich
    in diesem Gedicht einen Widerspruch. Wenn jemand ein letztes Blatt
    vehement feiert, dann ist er fürs Lebendige und Du schreibst, dieser
    Dichter Element ist "Frust und Sterben".
    Im Übrigen gehört das Ende, das Sterben zum Leben - man kann sich natürlich immer für eine Seite entscheiden. Es gibt Menschenb, denen das Sein auf Erden wie eine Strafe vorkommt, wie ein Kerker für die Seele.
    Sie werden sich dem Sterben eher zuneigen, sich eher damit beschäftigen
    als Menschen für die das Leben immer easy und geil ist.
    Aber dieses ist nun mal Philosophie und geht mir jetzt etwas zu weit.
    Der Humor in diesem Gedicht ist nicht der, den ich sonst von Dir so liebe
    und zu schätzen weiß. Na, ja, der Gerechtigkeit zur Liebe sage ich
    "Geschmäcker sind verschieden und was dem einen seine Schlagsahne ist,
    ist dem anderen nur Schmierseife". Nicht böse sein, aber wie gesagt
    es ist das erste - das erste, das mir nicht gefällt.
    Im Verhältnis also kaum tragend

    Herzliche Grüße, die Klopfstöckin

  4. #4
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    ...nee, reinart, das hab ich nicht nötig...
    ach liebe eva, dich konnte ich mit dem schmähtextlein wenigstens erfreuen...
    auch du, liebe nicole, verreißt mich nicht - danke.
    freut mich sneaky......
    ooooh, liebe klopfstock, man feiert ja nicht das blatt, man feiert seine farbe.
    tja, der humor ist härter, zynischer - es hat mit der realen sterberei in meiner familie zu tun, da neigt man mal zum derben zynismus und findet die eskapistische herbstromantik einfach nur lächerlich und verlogen - aber es kommen vllt wieder versöhnlichere tage...
    euch allen liebe grüße
    norbert

  5. #5
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    Hallo ReinART, hallo diechallenger, hallo Sneaky,

    ich habe eure Beiträge gelöscht, da es sich bei ihnen in dieser Form um Spamm handelt. Bitte verwendet zukünftig mehr Mühe in das Verfassen von Kritiken.

    Bitte beachtet dazu folgenden Punkt aus den allgemeinen Nutzungsbedingungen, der sich auch auf die Kritiken bezieht.


    7. An eine Veröffentlichung werden je nach Umgebung ganz konkrete Erwartungen gestellt
    Sei Dir bitte immer bewußt, daß dieses Forum sich ausdrücklich für eine qualifizierte und kompetente Auseinandersetzung mit der hohen Kunst der Lyrik ausspricht und diese fördern und pflegen will. Damit einher geht natürlich die Wertschätzung künstlerisch aufwendiger Arbeiten, des zugehörigen Fachwissens und seiner Anwendung in Gedicht und Kritik.
    Gruß
    Woitek
    Geändert von Woitek (14.09.2008 um 08:50 Uhr)

  6. #6
    Klopfstock Guest
    Lieber Norbert, vielleicht sollte ich etwas klarer sprechen: Ich bemängele nicht den Zynismus (damit stößt Du bei mir niemals auf taube Ohren )
    sondern scheint mir dieses Gedicht/Satire ein wenig unter die Gürtellinie
    zu zielen. Man kann sich mit Satire auf alle Themen stürzen, dafür ist sie da
    man kann alles belächeln, jedoch sollte dieses nie beleidigend sein.
    Doch das mit den "Sabberdichtern", dem sich "einen runterholen" ist es.
    Gerade Du kannst es besser, viel besser und Du hast dieses überhaupt nicht
    nötig. Man muß auch bedenken, daß die "Sabberdichter" wie Du sie nennt,
    über dieses "Herbst-Jammern" irgendwie indirekt anderes betrauern und zwar die Kürze eines Lebens als solches, die Vergänglichkeit auf breiter Ebene,
    damit meinen sie auch das Menscheleben. Ich denke, dass sie es vielleicht
    nur so können. Und ich denke, dass keiner von ihnen den Herbst personifiziert
    ohne Hintergedanken, Gedanken an das Leben als solches.
    Natürlich, auch dieses kann man belächeln - dagegen ist nix einzuwenden,
    doch die Art scheint mir hieer nicht die richtige zu sein, denn sie zielt
    wie ich es bereits erwähnte unter die Gürtellinie.

    @ Challenger

    Liebe Challenger, dieser Spruch (ein bei uns gebräuchlicher ) soll bedeuten,
    daß was dem einen etwas Gutes ist (hier Schlagsahne) kann dem anderen
    ein NIX sein, sprich weniger als ein Putzmittel. Damit wollte ich auch sagen,
    daß es vielleicht an mir liegt, diese Satire nicht als erste Sahne sehen zu können - sprich "Geschmäcker sind verschieden"

    Herzliche Grüße, Klopfstock

  7. #7
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    ...ich bereue, klopfstock, mea culpa, mea culpa, mea culpa,...
    obwohl, andererseits - ach, lassen wir das.
    (nach zwei todesfällen in der familie innerhalb einer woch plus dem demenzeinbruch der mutter nach hüft-op ist/war mir der reale tod so nah, dass mir jegliche metapher in die richtung überflüssig bzw. peinlich erschien - aber es kommen auch wieder mildere gedanken...)
    liebe grüße
    norbert
    Geändert von norbert (17.09.2008 um 14:45 Uhr)

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