Hoffnungslose Liebe

Es schlägt mein Herz in wildem Takte,
dass ich des Nachts den Schlaf nicht find'.
Es quälen mich die süßen Träume,
die mir doch nur schmerzlich Folter sind.

Oh, wie martert mich dies Sehnen,
dass mir's Gemüt am End' zerfrisst.
Wie verfluche ich die Fügung,
dass sie für mich die Einz'ge ist.

Ach, wie sehr ist sie mir Göttin,
ohne Fehl und ohne Schuld.
Könnt alle Tage sie lobpreisen,
heg unendlich für sie Huld.

Doch trüben Wolken meinen Himmel,
die mein Gleichgewicht zerstör'n,
weil ihre wundervollen Augen
einen anderen betör'n.

Wieso erlaubt sie diesem and'ren,
was mir nie vergönnt bis jetzt?
Weshalb muss ich jenes sehen,
was meine Seele tief verletzt?

Warum vermag sie nicht zu spüren,
wie sehr mich mein Verlangen plagt?
Warum vermag sie nicht zu ahnen,
wie sehr die Hoffnung mich zernagt?

Doch hoffe ich im Stillen weiter,
dass sie den Irrtum bald bemerkt.
Und je mehr ich drüber sinne,
ist mir der Glauben d'ran bestärkt.

Ich bin im Liebesrausch gefangen,
der den Verstand mir eingezwängt.
Kann mich dessen nicht erwehren,
obwohl es mich zum Abgrund drängt.

Kenne keinerlei Vernunft mehr,
schlag jeden Ratschlag in den Wind.
Doch graut's mir schon vor jenem Tage,
an dem ich ein Erwachen find.

2006