Thema: Verliebte

  1. #1
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    Verliebte

    Verliebte

    Angeschmiegt
    zwischen wogenden Wellen
    des Lebens
    hauchen sie sich
    drei bedeutsame Worte
    zärtlich ins Ohr.

    Eng umschlungen
    drohen sie sich
    zu verlieren
    in dem verschlingendem Sabbern,
    das kaum mehr Kuss zu nennen ist.
    Denn alle Welt soll doch wissen:
    wie schön –
    die scheinbar unsterbliche Liebe.
    Geändert von Sternstaub (22.09.2008 um 22:29 Uhr)

  2. #2
    DerKleinePrinz* Guest
    Huhu Sterni

    Was ich hier lese würde ich schon Erotik nennen

    in dem verschlingendem Sabbern,
    das kaum mehr Kuss zu nennen ist.
    Fast schon pornös :-P^^

    Nein im Ernst, dein Gedicht liest sich sehr ordentlich, obwohl ich 2 Stellen ändern würde. Nebenbei gesagt, die Alliteration "wogende Wellen" gefällt mir sehr gut.

    Ich weiß nicht, aber ich finde das Wörtchen "zärtlich" in der ersten Strophe muss da nicht unbedingt hin, aber das ist eine Kleinigkeit und Geschmackssache.
    Größere Problem habe ich mit dem Ende deines Gedichtes. Ist das ein offenes Ende? Oder verstehe ich da einen Zusammenhang nicht?

    Denn alle Welt soll doch wissen:
    wie schön –
    die scheinbar unsterbliche Liebe.
    Warum schreibst du nicht:

    Denn alle Welt soll doch wissen
    wie schön
    die scheinbar unsterbliche Liebe ist.

    ?^^

    Liebe Grüße
    Der Kleine Prinz

  3. #3
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    Hallo Sternstaub!
    Die erste Strophe ist wirklich sehr schön - Liebeslyrik vom Feinsten! Berührt das Herz und weckt die Sehnsucht nach Nähe!

    In der zweiten Strophe zerbrichst du plötzlich diese Idylle.
    Zunächst gewinnt man den Eindruck, sie würden im "wellenden Wogen" des Lebens drohen, auseinandergerissen zu werden. Die folgenden Verse (ab Vers 4 der zweiten Strophe) machen nun aber klar, in welche Richtung du gehst:
    Zwei frisch Verliebte - vielleicht die erste "große Liebe", noch sehr jung; sie lieben sich um des Gefühles Willen, beginnen das Gefühl zu lieben, verliebt zu sein und lieben weniger sich als dieses. Der "Rausch der Liebe", der sich immer mehr auf Körperlichkeiten reduziert. Auch das lieben sie daran. Aber ich denke, dass es mehr ihre Überzeugung ist, dass dies ja die "große, wahre" Liebe sein müsse, als dass sie es tatsächlich ist. De facto können sie das nämlich noch gar nicht wissen und sagen. Jeder kennt das wahrscheinlich: Das erste Mal, dass man das Gefühl hat, verliebt zu sein. Man MUSS es zwangsläufig für die wahre Liebe halten (da man sie noch nicht kennen gelernt hat) - und in diesem Taumel tut man natürlich alles, was den Eindruck der Verliebtheit macht - um es aller Welt zu zeigen, wie verliebt man doch ist.
    Aber: das Ende deutet an, dass ihre Beziehung, ihre "unsterbliche" Liebe sehr bald schon vorbei sein wird, wenn das erste Gefühl und die erste Euphorie des Verliebtseins erst einmal vergangen ist. Beide werden sich wahrscheinlich nur noch langweilig finden, das Feuer wird verlöschen. Der Grund: weil sie das Gefühl liebten, weil sie ihre Körper liebten, aber nicht, weil sie den Menschen, den sie lieben, dafür lieben wie er und was er ist.
    Ein bisschen mehr Schamgefühl in der Öffentlichkeit wäre bei ihrer Demonstration wohl auch vonnöten Muss ja auch nicht immer jeder sehen, wenn sich ein junges Pärchen schier auffrisst - um allen zu zeigen, wie verliebt sie doch sind. Vergeht... - erst später stellt man fest, ob man wirklich ein Leben lang miteinander auskommen kann. Erst dann, wenn man schon eine ganze Weile sowohl gute als auch schlechte Zeiten miteinander durchlebt hat - sofort anzunehmen "Ja, das ist sie! Die wahre Liebe!" wäre falsch. Es lässt sich einfach nicht sofort sagen...
    Entschuldige meine ständigen Wiederholungen - "Liebe, Liebe, Liebe"; imitiere damit nur die beiden von dir dargestellten Personen.

    Irre ich, Sternstaub...?
    So in etwa habe ich das verstanden.
    Das Gedicht gefällt mir - spricht sehr viel Wahrheit.
    Liebe Grüße,
    Jan
    Die schönsten Melodien sind die, die nur das Herz hören kann.

    Selbstdegradierter Kommentator.

  4. #4
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    Eure Durchlauchtheit oder auch Prinzi
    Sorry, dass ich deinen Kommentar unbeantwortet gelassen habe.
    Tut mir voll leid!
    Statt dem "zärtlich" würd ich mich auch auf ein anderes Adjektiv einlassen, aber dies gefiel mir von meinen ideen am besten.

    Das Ende: klar, es ist so gemeint, wie du es verbessert hast, aber da ich "wie schön" als möglichen Ausruf der Liebenden darstellen wollte und der letzte Vers eine objektive Betrachtung des Schauspiels ist, hatte ich diese Form gewählt.

    Hallo Jan,
    du erfasst meinen Text genau so, wie ich ihn verstehe.
    Er lässt verschiedene offene Lesarten zu, je nachdem, was man miteinander verknüpfen will. Zu deiner Interpretation kann ich nicht viel hinzufügen, da du meine Intention triffst.

    Danke euch beiden für das Lob!

    Liebe Grüße,
    Sternstaub

  5. #5
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    Hallo Sternstaub,

    finde das was du da schreibst sehr verständlich.
    Allerdings muss ich Jan Maximil in einer Sache widersprechen,
    gerade ,vielleicht erste oder auch neue Liebe, in der Öffentlichkeit
    zeigen, ist doch gerade das was dieses Gefühl ausmacht.

    Für deinen letzten Vers hätte ich folgenden Vorschlag:

    Denn alle Welt soll doch wissen
    wie schön sie ist,
    die scheinbar unsterbliche Liebe

    LG Dermerlin
    Die Menschen sagen immer,...die Zeiten werden schlimmer. Doch die Zeiten sind wie immer,...die Menschen werden schlimmer.

  6. #6
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    Hallo Dermerlin,

    vielen lieben Dank für deine Rückmeldung und deinen Vorschlag.

    Deinen Vorschlag werde ich aber nicht übernehmen.
    Das "wie schön" soll als möglicher Ausruf gelesen werden können und bekommt durch den letzten Vers nbur eine zusätzliche Erleuterung.
    Trotzdem danke, dass du dir Gedanken darüber gemacht hast.

    Liebe Grüße,
    Sternstaub

  7. #7
    Total Blackout Guest
    Hi Ho,

    bis zu dem Wort "verlieren" gehe ich mit dem Lob der Vorredner voll mit, da die Zeilen sehr leicht wirken und angenehm ein Gefühl von Romantik vermitteln.

    "in dem verschlingendem Sabbern,
    das kaum mehr Kuss zu nennen ist.
    Denn alle Welt soll doch, wissen:
    wie schön –
    die scheinbar unsterbliche Liebe. "

    Diese Zeilen allerdings zerstören das ganze Bild wieder und dein Gedicht wandelt sich in eine (verzeih bitte) antiromantische Stimmung, die zum einen durch die ersten zwei Verse erschaffen wird, da sie das Motiv sprachlich völlig unsinnig in meinen Augen darstellen (im Sinne von verdichtungsloser Sprache) und zum anderen durch die weiteren Verse, die sprachlich nicht sehr gekonnt wirken, da einfach kein Satz entsteht und einfach nur die Worte aufgezeigt werden, daher sehr lose wirken.

    Ich finde dies wirklich sehr schade; konnten doch, wie gesagt, die ersten Verse mich wirklich überzeugen, doch wieso dann solch ein stiltechnischer Bruch kommt ist mir unklar und nicht aus dem Text erschließbar. Eine zunächst wunderbar aufgebaute Stimmung geht damit wieder zurück.

    LG TBO

  8. #8
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    Hallo TBO,

    Zitat Zitat von Total Blackout
    Diese Zeilen allerdings zerstören das ganze Bild wieder und dein Gedicht wandelt sich in eine (verzeih bitte) antiromantische Stimmung, die zum einen durch die ersten zwei Verse erschaffen wird, da sie das Motiv sprachlich völlig unsinnig in meinen Augen darstellen (im Sinne von verdichtungsloser Sprache) und zum anderen durch die weiteren Verse, die sprachlich nicht sehr gekonnt wirken, da einfach kein Satz entsteht und einfach nur die Worte aufgezeigt werden, daher sehr lose wirken.
    Die antiromantische Stimmung ist gewollt.
    Ich bin nicht sicher, was du hier mit unsinnig und verdichtungsloser Sprache meinst. Kannst du mir da mal auf die Sprünge helfen? Ich steh da grad etwas auf dem Schlauch.

    Du hast recht, dass der Text zum Ende hin wohl schwächer wird. Ich mach mir nochmal meine Gedanken dazu.

    Ich finde dies wirklich sehr schade; konnten doch, wie gesagt, die ersten Verse mich wirklich überzeugen, doch wieso dann solch ein stiltechnischer Bruch kommt ist mir unklar und nicht aus dem Text erschließbar. Eine zunächst wunderbar aufgebaute Stimmung geht damit wieder zurück.
    Der Stilbruch war insofern gewollt, dass am Anfang die schöne, tolle, rosaflauschige Welt der Verliebten dargestellt wird, die aber von der Außenwelt anders gesehen wird.

    Ich danke dir für deine Rückmeldung, die mir zumindest an der rosa Flauschestelle ein Lob dagelassen hat , mich aber auch nochmal zum kritischen nachdenken anregt.

    Liebe Grüße,
    Sternstaub

    Liebe

  9. #9
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    Hab ich das nicht schon erläutert, warum Sternstaub diesen Bruch begeht...??
    Es hat auf mich den Eindruck, jemand denkt hier zu linear...
    Diese "Zerstörung der Idylle" ist durchaus üblich (wenn man sich Gedichte von Heine ansieht, in denen die anfängliche Romantik zu "Anti-Romantik" umschlägt und romantische Bilder und Motive parodistisch verwendet werden). Und in diesem Gedicht ist dieser Bruch so auffällig (man lese nur "Sabbern"), dass es sich unmöglich um bloße sprachliche Unzulänglichkeiten handeln könnte.
    Gruß,
    Jan
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    Selbstdegradierter Kommentator.

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