Wehmut

Merklich kürzer sind die Bahnen,
deren Lauf die Sonne nimmt.
Mehr und mehr schwindet die Wärme,
die den Sommer hat bestimmt.
In den kühlen Morgenstunden
versinkt das Land im Nebelmeer.
Ein Rabe krächzt, durchbricht die Stille,
sonst ist Schweigen rings umher.
Langsam schreit ich durch die Trübnis,
die mir die Ferne nicht entblößt.
Nur hier und da sich ganz allmählich
ein Baum aus all der Gräue löst.
In Gedanken tief versunken,
acht ich auf die Bäume nicht.
Und so wie sie vor mir erschienen
verlieren sie sich in der Gischt.
Schwer und schleppend, will's mir scheinen,
quält sich mein Herz mit jedem Schlage.
Tief betrübt denk ich zurück,
an die vergang'nen Sommertage.
Sie erscheinen wie Sekunden,
die die graus'ge Zeit verschlang
und können nur noch überleben
in meiner Gedanken rückwärtsgang.
Wie schnell ist alles doch von hinnen!
Schon ist wieder Herbstenzeit.
Melancholisch ist mir zumute,
Wehmut macht sich in mir breit.

2007