1. #1
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    Worte eines einfachen Mannes

    Ich lag die halbe Nacht wach,
    und dachte die ganze Zeit, Ach!
    Hätte ich doch dies und das,
    oder dasselbe nur im geringeren Mass.

    Ich beengte dich ganz unbewusst,
    und hab dich den ganzen Tag zu gestusst.
    doch wie nun weiter mit uns beiden,
    wollen wir einfach so verbleiben?

    Kann unsere Liebe vor dem allem bestehn,
    oder werden wir bald getrennte wege gehen?
    Aus meiner sicht, so hoff ich sehr,
    das wir uns wieder lieben, mehr und mehr.

    Doch vorher will ich dich kennen lernen,
    und dich jeden Tag wieder neu verehren.
    Denn so finde ich schlussendlich,
    Dass ich dich lieben will, mehr als mich.

    Auf dich acht geben möcht ich tag für Tag,
    Damit du dich bei mir Wohlfühlen magst.
    Und zum Schluss da sag ich nur,
    Ich versprach dir in Problemen bei zu stehn
    Und meinen weg mit dir zu gehen.


    Verbesserungsvorschläge und Anregungen ausdrücklich erwünscht

  2. #2
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    Hallo Man of Poetry,

    bevor ich auf den Text eingehe, vorab zwei Dinge:
    Erstens heiße ich Dich hier bei com herzlich willkommen und, da Du Dir mit der Namenswahl offensichtlich hohe Ziele gesetzt hast, wünsche ich Dir viel Erfolg auf Deinem Weg zur Lyrik.
    Zweitens muss ich Dich leider darauf hinweisen, dass es gemäß unserer Grundregeln nicht gestattet ist, mehr als einen Text pro Tag zu posten. Dein zweites Gedicht solltest Du also löschen, oder es wird von einem unserer Moderatoren vorerst in den Hinterhof verschoben. Die Regel soll gewährleisten, dass die Foren übersichtlich bleiben, und Texte nicht allzu schnell auf die hinteren Seiten verdrängt werden.

    Zu diesem Gedicht: Ein paar ganz gute Ansätze sind in jedem Falle vorhanden. Dazu gehört Deine klare Gliederung, dein Bemühen um die fließende Rhythmik, und dass Du prinzipiell auch inhaltlich ein recht klares Ziel verfolgst.

    Was außerordentlich negativ auffällt, ist die teils schlampige Rechtsschreibung/Zeichensetzung. Das sage ich so deutlich, weil denke, dass Du 90 % der vorhandenen Fehler mit gründlichem Durchlesen selbst gefunden hättest – insbesondere was die Groß-Kleinschreibung angeht. Wenn man einen Text online stellt, sollte man sich zumindest um solche Formalien bemühen, damit er für die Leserschaft angenehm zu lesen ist; das ist nicht böse gemeint.

    Formal finden wir ein Gedicht mit vier Strophen a jeweils vier Zeilen im Paarreim und eine Abschlussstrophe, die mit einer zusätzlich eingeschobenen Zeile aufwartet. Diese Variation zum Ende finde ich grundsätzlich gut; dem Paarreim hingegen kann ich weniger abgewinnen – dieser wirkt auf den ersten Blick meist recht simpel. Hinzu kommt, dass die von Dir gewählten Reime oft ebenfalls sehr einfach, teilweise auch unrein sind. Beispiel für unreine Reime: „das-Mass“ (kurzer/langer Vokal und schwaches bzw. starkes S), „lernen-ehren“ (ist eine Assonanz). Diese sollte man als Anfänger (verzeih, wenn ich Dich als solchen Einstufe) am besten umgehen; ist man etwas geübter, so können sowohl Assonanzen, als auch unreine Reime durchaus als Stilmittel in Maßen gebraucht werden.
    Ebenfalls besser vermeiden sollte man einzeln eingestreute umgangssprachliche Phrasen („gestusst“). Man kann auf einer solchen Sprache durchaus durchgängig bewusst ein Gedicht aufbauen, aber in der vorliegenden Form wirkt es ungelenk bzw. dem Reim geschuldet.
    Inhaltlich hättest Du sicherlich manches straffen können (Schlagwort Verdichtung) und ggf. auch das ein oder andere mit einer lyr. Metapher umschreiben können. Das übt sich aber mit der Zeit und der Beschäftigung mit solchen Stilmitteln.

    Metrisch werde ich die Zeilen jetzt nicht auseinander nehmen; pauschal aber meine ich hier ein gutes Sprachempfinden zu erkennen, da es sich durchaus flüssig lesen lässt, und nur wenige Unebenheiten vorhanden sind. Das ist auf jeden Fall schon einmal viel wert. Wenn Du möchtest, kann ich Dir gerne das Schema von betonten und unbetonten Silben aufzeigen und ggf. auf noch verbesserungswürdige Stellen hinweisen.

    Soviel erst einmal von mir – ich hoffe, man liest Dich weiterhin hier und Du gibst nicht vorschnell auf.
    Lieben Gruß
    Nina
    .
    .

    "gesammelte Empfehlungen" von linespur
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    Genie ist weniger eine Gabe denn aus blanker Not geborener Erfindungsreichtum.
    Jean Paul Sartre

  3. #3
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    Vielen Dank linespur für die konstruktive Kritik.

    Vielen dank für das Willkommen heissen.
    Den zweiten Thread hab ich so eben gelöscht, ich hoffe, dass man sich solche Fehler als Anfänger noch erlauben darf Werde mir jedenfalls die Regeln nochmals ansehen.

    Vielen dank, dass du dich meinem Gedicht angenommen hast, es ist wie du bereits geschrieben hast sehr einfach aufgebaut, weil ich das dichten noch nicht so gut beherrsche und die Paarreime halt einfach hinhalten mussten, damit ich meine Liebe überhaupt in Reime bringen konnte. Aber in Zukunft werde ich meine Gedichte bevor ich sie Poste besser überarbeiten, damit ihr euch nicht erst noch durch einen Urwald voller Schreibfehler schlagen müsst bis ihr dann endlich zum Gedicht vorstossen könnt.

    Wenn es dir nichts aus macht so wäre ich sehr Froh um ein paar Verbesserungsvorschläge, damit ich fürs nächste mal was daraus lernen kann und auch dieses hier auf einen "dem Forum würdigen" Stand zu bringen.

    Ach ja, keine Angst ich werde das Gedichte schreiben nicht aufgeben, im Gegenteil, darin üben werde ich mich.

    Auch einen lieben Gruss

    Dave

  4. #4
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    Hallo Dave,

    über Deine positive Resonanz habe ich mich sehr gefreut. Da riskiere ich es doch glatt, Dich mit ein paar weiteren Dingen zu überfallen, wenn es zuviel wird, sag es einfach. Fangen wir einmal bei Deiner ersten Strophe an:

    Ich lag die halbe Nacht wach,
    und dachte die ganze Zeit, Ach!
    Hätte ich doch dies und das,
    oder dasselbe nur im geringeren Mass.
    xXxXxxX
    xXxxXxxX
    XxXxXxX
    XxxXxxXxXxxX

    Hier siehst Du mal das metrische Schema Deiner ersten Strophe – dabei steht X für eine betonte und x für eine unbetonte Silbe. Auffällig ist, dass oft in Deinem jetzigen Schema Xxx auftaucht, also eine betonte Silbe, auf die zwei unbetonte folgen. Man nennt diese Abfolge einen Daktylus. Er ist in meinen Augen ein sehr gefälliger Rhythmus, da er ein hübsches Tempo erzeugt und somit gut geeignet ist, das Treiben von Gedanken auch im Sprechrhythmus zu unterstreichen. Schön wäre es, wenn Du es schafftest, diesen als Grundgerüst weiter auszubauen, also Stellen, die derzeit xX gelesen werden (eine betonte Silbe folgt einer unbetonten = Jambus) bzw. Xx, (also unbetont auf betont = Trochäus) aus dem Gedicht weitestgehend zu verbannen.

    Beispiel für Zeile eins zur Anpassung wäre die Verwendung eines so genannten (bitte nicht in Übermaß zu missbrauchenden) Füllwortes: Ich lag heut die halbe Nacht wach = xXxxXxxX und schon herrscht eine Regelmäßigkeit vor, die zudem sogar genau dem Muster von Zeile zwei entspricht.

    Im zweiten Teil der ersten Strophe haben wir dann ein anderes Problem: Hier liegt bereits jetzt ein deutlicher Silbenüberhang der letzten Zeile vor; und dabei fehlt noch im Satzbau ein Verb (getan). Ich persönlich halte nicht viel davon, unvollständige Sätze in Gedichten stehen zu lassen; ein Gedicht zu schreiben, heißt nicht, sich automatisch der Grammatik entziehen zu dürfen. Welche Möglichkeiten gibt es also? Klar, entweder strikt kürzen und auf einen Gedankengang ggf. ganz zu verzichten, oder die Strophe um eine Zeile zu verlängern, oder als dritte Möglichkeit ein Enjambement im Übergang zur zweiten Strophe zu nutzen (Enjambement = das Hinausreichen eines Satzes über das Vers- bzw. Strophenende hinaus.
    Welche Lösung Dir hier gefällt, solltest Du selbst herausfinden. Ich schlage vor, Du versuchst erst einmal, das Werk selbst ein wenig anzupassen. Der Inhalt scheint Dir wichtig zu sein und er ist als Liebeserklärung auch wirklich sehr schön und verdient somit Deine Aufmerksamkeit. Über etwaige Änderungen schau ich dann gern drüber und sag Dir meine Meinung dazu.

    Zu allen von mir kurz angerissenen Themen findest Du im Sprechzimmer ausführliche Fäden, falls es Dich interessiert. Ich zumindest fand diese im Laufe meines Werdeganges hier bei com (und der ist wesentlich länger, als es mein jetziger Status vermuten lässt) mehr als hilfreich. Falls irgendetwas unklar ist, kannst Du mich natürlich auch gern hier oder per PN dazu fragen.

    Also auf dann
    Nina

    P.S.: Klar, als Anfänger darf man sich Fehler erlauben und auch als alter Hase muss man bestimmt nicht den Leichtfuß spielen
    .
    .

    "gesammelte Empfehlungen" von linespur
    Du vermisst einen Kommentar zu Deinem Gedicht?

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    Jean Paul Sartre

  5. #5
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    Da du mein Gedicht schon mal nicht zerrissen hast, musste meine Resonanz einfach Positiv sein um meine Dankbarkeit zu zeigen^^

    Ich fühl mich echt geehrt von ner alten Hasenfrau (ka wie die weibliche Form ist ) wie dir so viele gute Ratschläge zu erhalten! Na dann mach ich mich mal ans Verbesserungswerk Ich werde dir in den nächsten paar Wochen mal eine neue Version schicken, dann kannst du mir ein Feedback geben. Bin jetzt aber erstmal 2 Wochen in den Ferien... Da hab ich viel Zeit für neue Ideen, denn die Natur ist voller Poesie die mit Worten zu beschreiben ich viel zu unbeholfen bin, aber was solls davon abhalten wirds mich nicht...

    Auf jedenfall, Vielen Dank für dein Feedback ich werd mir das ganze einprägen und lernen was Jambus und Trochäus sind^^

    liebe Grüsse
    Dave

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