Thema: Feigheit

  1. #1
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    310

    Feigheit

    Dein Hauchen ist Brand, deiner Feuersbrunst Lohe.
    Ich atme sie, schlucke; ich schmecke
    dein Feuer, den Rauch, deiner Folterkunst rohe
    Gewalt, meine Schwäre. Ich schrecke

    zurück vor der Hitze und weiche. Die Nähe,
    sie sengt mir die Sinne. Ich blecke
    die Zähne aus Furcht vor dir, renne, vergehe
    im Alten, im Kalten, entdecke

    erneut, was mir treuer ist -Einsamkeit, ziehe
    die Schlüsse und schließe die Lücke,
    in die ich dich lud, deine Liebe. Ich fliehe.
    Ich risse nur wieder in Stücke.

  2. #2
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    Beiträge
    5.136
    Hallo Baratheon,

    ein sehr Wortgewaltiges Werk, dass ich nicht nur einmal las. Nein, man kommt nicht aus zwei, drei, viermal hintereinander diesen Erguss aus Vernuft,Trauer und Schwere.. zu lesen.
    dieses ineinanderfließen der Strophen mag mir sehr gefallen.. einzelne Zeilen find ich wunderbarst beschrieben.. wie diese hier z. B.
    renne, vergehe
    im Alten, im Kalten, entdecke

    erneut, was mir treuer ist -Einsamkeit, ziehe
    die Schlüsse
    Gefällt mir außerordentlich gut, einzig was heißt bitte blecke die Zähne???

    Wiedermal was ganz außergewöhnlich traurigschönes von dir.

    Behutsame Grüße
    Behutsalem
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  3. #3
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    Lieber Baratheon,

    es ist gut, dass es jetzt hier ist. Ich gebe zu, dass mir gestern Nacht ein wenig der Atem stockte - manche Dinge muss man eine zeitlang aushalten, bis man ihren Wert erkennt.

    Deine Daktylen und Enjambements wirken unverändert überragend auf mich - auf andere auch, wie Du stets sehen kannst. Mir ist erstmalig die Doppelung des Feuers aufgefallen; wahrscheinlich ist das etwas, woran man, nein, woran ich mich festhalte; es ist gut. Und noch etwas ist mir aufgefallen: Ich las bislang immer "teuer" und stelle fest, dass ich mich mit "treuer" nicht anfreunde - es weckt Widerspruchsgeist. Dabei habe ich diesen doch gerade unter das Bett zu den anderen unerwünschten Dingen verbannt, lächel.

    Auf bald
    Y Nina
    .
    .

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    Genie ist weniger eine Gabe denn aus blanker Not geborener Erfindungsreichtum.
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  4. #4
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    Hey Baratheon,

    mich hat dein Gedicht ein wenig atemlos zurückgelassen und meinen Vorrednern kann ich eigentlich auch gar nichts mehr hinzufügen...
    ich habe nur eine Frage: was meinst du mit "Schwäre"? Einen Tippfehler mag ich eigentlich nicht annehmen, aber auch Google spuckte mir dazu nur Schreibfehler aus...
    Gerne gelesen

    Grüße, Sabsi
    Wenn ein Finger zum Himmel zeigt, schaut nur ein Dummkopf den Finger an. (Die fabelhafte Welt der Amélie)

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