1. #1
    Registriert seit
    Jun 2008
    Ort
    Calw, Nordschwarzwald
    Beiträge
    757

    Bis zum Wundsein aufgewühlt

    Bin grade noch von dir gegangen,
    vor einer Stunde Ewigkeit.
    Irr wild umher, kann mich nicht fangen,
    bin rastlos und zu nichts bereit.
    Jeder Gedanke, der nur dir gilt
    strömt heilend in die Sehnsucht ein,
    und das Verlangen, das er mir stillt,
    läßt, wenn auch kurz, mich ruhiger sein.

    Was soll ich, weinen oder lachen?
    Bin bis zum Wundsein aufgewühlt.
    Zorn will Reales noch bewachen,
    dein Kuß Besinnung aus mir spühlt.
    Mein Gott, was ist aus mir geworden?
    Ich atme, lebe nur noch dich.
    Geh südwärts aber end im Norden.
    Mein Inn´res stülpt nach außen sich.

    Durch duftig zarte Schleierwolken
    treibt hin mein Ich ins Zauber-Du.
    Kann nichts, als deinem Blilde folgen
    und mache meine Augen zu.
    Zwei Tränen heißen Lust und Glück,
    Sehnsucht und Schmerz die andern beiden,
    fließen in einem Traum zurück
    und mischen Seeligkeit mit Leiden.

    Nein, länger kann ich´s nicht ertragen!
    Nein, keinen einz´gen Augenblick!
    Das ewige Wo-bist-du-Fragen!
    Schon fliehe ich zu dir zurück.

    Komm, hülle mich in deine Liebe,
    und laß mich deinen Körper spüren!
    Wenn gleich die Zeit jetzt stehen bliebe,
    sollst du in deinen Traum mich führen.
    Oh, diese Augen, dieser Mund!
    Ich spür mein Herz im Halse pochen.
    Begehrter Körper, weich und rund!
    Nie hab ich Schöneres gerochen.
    Ich bin in Leidenschaft versunken,
    weiß nicht mehr wer, wo, was ich bin.
    Hab pur Glückseeligkeit getrunken
    und gäb mein Leben dafür hin....
    Geändert von Galapapa (18.10.2008 um 17:15 Uhr)

  2. #2
    Registriert seit
    Jan 2007
    Ort
    Im Rosental in Kärnten, Österreich
    Beiträge
    5.136
    Hallo Galapapa;

    Ich bin verzückt von deinen Zeilen, wirklich;
    Beim Lesen kehrt Ruhe ein, jede Zeile ist ein kleines Seeleheil und im Ganzen betrachtet ein wirklich wunder, wunderschönes Werk.
    Ich habs heute schon ein paar Mal gelesen, immer wieder und wieder.. und immer wieder entdeckte ich neue,in Gefühl gepackte Momente die mir einfach ein Lächeln ins Gesicht gezaubert haben. Schön , was kann oder soll ich mehr dazu sagen, als das es wahnsinnig berührt.

    Ein, zwei, nein drei sinds glaub ich, Aufmerksamkeiten möchte ich gerne da lassen.
    1Zeile.. ich würde hier das "grade" in gerade umschreiben.. es liest sich schöner finde ich.
    4S hier würd ich .. die ewigen Wo-bist-du Fragen schreiben...
    und in der letzten Strophe 10Zeile würd ich weiß nicht mehr wer und wo und was ich bin schreiben.. aber das ist Geschmacksache, für mich klingts einfach runder.

    Ein paar wunderbare Zeilen möcht ich noch hervorheben..an denen bin ich einfach hängen geblieben.
    Ich atme, lebe nur noch dich.
    Geh südwärts aber end im Norden.
    Mein Inn´res stülpt nach außen sich.

    Begehrte Lippen, weich und rund!
    Nie hab ich Schöneres gerochen.
    Ich bin in Leidenschaft versunken,
    Im eigentlichen könnt ich das ganze Gedicht einfach nochmals hervorheben, den als Ganzes ist es eine wirklich sehr gelungenes Werk.

    Sehr, sehr gerne gelesen,
    behutsame Grüße
    Behutsalem
    Mein NeuestesVom Himmel
    Wortgebundenes
    Behutsalems Gedankenkartonage - Behutsames Gedankengut jetzt neu Behutsalem Neu
    ©auf alle meine Werke
    NEU: meine Homepage (Link im Profil)

  3. #3
    Registriert seit
    Jun 2008
    Ort
    Calw, Nordschwarzwald
    Beiträge
    757
    Hallo Behutsalem,
    vielen Dank für Deine liebe und begeisterte Antwort!
    Ich bin ganz stolz, daß es Dir so gut gefallen hat, besonders, weil ich Dich für eine wirklich begnadete Dichterin halte. Deshalb bedeutet mir Dein Urteil auch viel.
    Danke auch für die Anregungen.
    Die ewigen wo-bist-du-Fragen klingt tatsächlich schöner. Die Fragen sind Substantiv und müssen groß geschreiben werden. Hab ich jetzt erst gemerkt und werd´s ändern.
    So sehr wir auf einer Wellenlänge sind, liebe Betusalem, so unterscheiden wir uns in einem Punkt: Du legst manchmal weniger Gewicht auf Rhytmus und Reimschema und mehr auf schönen Klang, guten Lesefluß. Ich dagegen opfere dem Rhytmus manchmal sogar den Schönklang. D.h. mit "grade" bin ich auch nicht so glücklich und mit dem "wer, wo, was". Ich werd es aber lassen, denn es ist halt in gewisser Weise mein Stil.
    Lieben Dank und ganz herzlichen Gruß!
    Karl-Heinz (Galapapa)

Was dich vielleicht auch interessieren könnte:

  1. Aufgewühlt
    Von Tenno im Forum Liebe und Romantik
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 10.03.2004, 10:27

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  

Anmelden

Anmelden