Nah den Alpen

Wie eine hohe graue Mauer,
zieht sich's Gebirge dort einher.
Im Blick nur noch den Horizont,
verebbt der Schritt mir mehr und mehr.
Und mein Auge schaut gebannt,
auf jenes kahle Felsgestein.

Ach wie fordernd ist`s Verlangen,
das mich mehr und mehr ergreift.
Nur einen Gipfel zu bezwingen,
der da fast den Himmel streift.
Und ich beginne fest zu glauben,
wie schön muss es dort oben sein.

Sie schütteln kurz nur ihre Köpfe,
und lächeln still vor sich dahin.
Was mir schwirrt in meinem Kopfe,
verklärt nun völlig mir den Sinn.
Und nach und nach muss ich begreifen,
dass manches nur ein schöner Schein.

Sicher kann ich von da oben
die weite Ferne überschauen.
Doch um dieses zu genießen
muss ich mir erst den Aufstieg trauen.
Und schon seh' ich mich verzweifeln,
zwischen Eis und Felsgestein.

Schwer fällts mir den Blick zu wenden,
von jenem was für mich verwehrt.
Ich fasse endlich mich beim Herzen
mache von dem Anblick kehrt.
Und wieder mal ist es erwiesen,
so herrlich schön kann Träumen sein.

2008