1. #1
    Registriert seit
    Sep 2005
    Ort
    Schiffweiler/Saarland
    Beiträge
    248

    Legendensterben

    Legendensterben
    - 1. Version -


    Verstummt, so steh ich auf verbranntem Grund
    und suche panisch längs dem Spiegelpfad
    den Trieb aus einst so grüner Saat.
    – Es quillt nur Kaffee aus dem toten Mund! –


    Und kraftlos wandert Silberstoffgestalt
    im Grenzgang durch den Tintennebelstaat
    und sucht die letzten seiner Art.
    – Verbrennt die Schriften ohne Sinngehalt! –


    © Benjamin Stadler
    Geändert von Poesielos (11.10.2008 um 22:10 Uhr)
    - Gedichtsdarwinist im Ruhestand -


    Rentenbegehren: Antragsformular

    Rentnerschreiben: | #1 | #2 | #3 |

  2. #2
    Registriert seit
    Oct 2006
    Ort
    in der Nähe von Düsseldorf
    Beiträge
    457
    Huhu Benne!

    1. Version? Das wirkt so als sei dein Text unfertig oder du unzufrieden damit.

    Zum Text:
    Naja, also wenn ich auf verbranntem Grund stehe und längs eines Pfades ein grünes Pflänzschen suche, stehe ich dann nicht eher auf dem Pfad, der in einer kahlen verbrannten Umgebung verläuft?
    Der Trieb scheint mir ein Hoffnungsschimmer des Glücks und des Erfolgs zu sein, welches das lyrische Ich mal hatte und durch das Feuer verloren hat.
    Glück will man ungern verlieren daher sucht das lyrische Ich schon wieder verzweifelt nach einem kleinen Trieb, an den es sich aufhängen und erfreuen kann.

    Der Spiegelpfad scheint mir eine nähere Betrachtung wert zu sein.
    Ein Weg auf dem ich mir immer wieder ins Gesicht sehen muss, meinen Körper, meine Füße sehe, alles gleich aussieht, nur die Umgebung sich etwas verändert hat? Bähhh... Wer will sowas denn haben? Ständig zu sehen, dass man den gleichen Fehler macht, den gleichen Schritt immer wieder aufs neue? Irgendwie ein Bild, worüber man zwar länger nachdenken muss, aber viel rauslesen kann, wenn man sich das ganze vorstellt und überträgt.

    Kaffee ist doch ein Getränk, was normalerweise als Wachmacher benutzt wird. Aus wessem Mund quillt dieses Getränk nun von innen heraus?
    Der Mund ist tot. Ist er tot, weil er schweigt, weil das Glück verbrannt ist und nichts mehr zurück geblieben ist worüber man reden könnte?



    Eine Silberstoffgestalt... ich finde, dass das irgendwie so ein kleines leichtes Elfchen oder Engelchen ist, obwohl die ja schweben können. Also da wandert nun ein völlig erschöpftes kleines zerbrechliches zartes Wesen ganz müde durch die Gegend.
    Eine Grenze? Eine Grenze wovon? An der Grenze des kleinen Silberstoffwesens? Oder an der des lyrischen Ichs?

    Tintennebelstaat? Ganz simpel und langweilig Gedichteforen oder ein bestimmtes.
    Also das kleine Ding sucht noch Überbleibsel einer Generation von Dichtern, die es noch drauf hatten, die Legenden sind/waren und nun stirbt das letzte so langsam vor sich hin.

    Silberstoffgestalt und Tintennebelstaat empfand ich bei den ersten Lesedurchgängen etwas zu viel des guten. Es überfordert den Leser mit so vielen Interpretationsansätzen, die man hier gezwungen ist zu machen, weil die Wörter nicht von alleine malen so wie die Bilder in der ersten Strophe.

    Die Schriften ohne Sinngehalt scheinen leere Versprechungen zu sein, die einfach nichts mehr zählen.
    Durch das Verbrennen schlägst du wieder die Kurve zum Anfang.
    Menno! Jetzt muss ich den Text nochmal anfangen zu lesen, wo ich dachte, dass ich bald mal fertig werden könnte. Und das mit meiner Interpretation nochmal vergleichen? Nö, muss so irgendwie passen.

    Ist es böse zu sagen, dass diese Generation Gedankenstriche mag?

    Ich muss zugeben, dass ich den Text lieber kommentiert als gelesen habe.
    Die übertragene Ebene ist versteckt und ohne diese Ebene ist das Gedicht irgendwie... langweilig?
    Soll heißen... dein Gedicht gefällt mir nach intensiver Beschäftigung damit um einiges besser.

    Liebe Grüße,
    Stäubchen
    Geändert von Sternstaub (27.12.2008 um 00:17 Uhr)

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  

Anmelden

Anmelden