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    Post Job und Büroalltag

    Dieses Thema gibt es noch nicht, könnte aber interessant werden, auch mit Gedichten. Bitte um Kommentare zum Thema. Mein erster Beitrag ist ein eigenes Gedicht (in Anlehnung an Wilhelm Busch's Art) zu E-Mail, es wird gleich eingestellt. Ist aber lang:

    E-Mail und Büroalltag

    Die E-Mail, die kann alles richten,
    ich muss nicht reden, nur berichten.
    Ich habe mein Problem sofort
    geschickt an einen andren Ort.

    Ich schreib’ ’ne Mail, das mach ich jetzt.
    Das Telefon ist nur besetzt.
    „Ruf mich zurück, ich habe Fragen
    und du musst mir die Antwort sagen!“

    Ich schreib’ ’ne Mail, das mach ich heut.
    Warum hat er nicht alle Leut’
    in dem Verteiler aufgeführt?
    Hat er sich allzu sehr geniert?

    Ich schreib’ ’ne Mail, das mach ich wohl.
    Ist denn ein Manager nur hohl?
    Muss er denn nicht die Dinge seh’n,
    in meiner Mail Details versteh’n?

    Ich schreib’ ’ne Mail, das mach ich bald.
    Ist dieser Typ denn schon so alt,
    dass er die Antwort nun vergisst
    auf Mail, die schon ’nen Tag alt ist?

    Ich schreib’ ’ne Mail, das mach ich hier.
    dem Mann, der gegenüber mir
    am Schreibtisch sitzt, er soll mal seh’n,
    dass meine Uhren anders geh’n.

    Ich schreib’ ’ne Mail an meine Frau.
    Doch diese Frau, die weiß genau,
    dass Mail – geschrieben – nicht das ist,
    was Leben und Beruf versüßt.

    Schreib’ ich ’ne Mail? Ist’s opportun?
    Hab ich nichts anderes zu tun
    als diese vielen Mails verwalten,
    die meine Inbox voll gestalten?

    Ich denk’, dass ich euch mal berichte
    – doch nicht in Prosa – im Gedichte,
    was alles so passieren kann
    den Mitarbeitern, Frau und Mann,

    wenn sie die E- Mail viel benützen.
    Wo hilft sie, kann sie unterstützen?
    Schon beim Begrüßen geht es los.
    Sag mir, wie formulier’ ich bloß?

    „Hallo“ schreibt man, oder auch nicht?
    „Hallo“, so sagt man, wenn man spricht!
    Hat Mail das Sprechen heut ersetzt,
    weil man doch all zu sehr gehetzt?

    Wer schreibt noch „Sehr geehrter Herr“?
    Auch „Sehr geehrte Frau“ fällt schwer.
    Die Mail ist anders als Papier,
    ich wird’ ein Beispiel geben hier:

    Ein Manager, der musste lesen
    ‚ne Mail, die ganz schön lang gewesen
    für einen Überschriftenmann.
    Nur kurzen Text er lesen kann.

    Die Mail, sie war gut aufgeteilt,
    den Status hat sie mitgeteilt
    wie es der Kunde denn so sah
    Anlagen waren auch noch da.

    Nach Status hat die Mail gesagt,
    dass man gewinnt, wenn man es wagt
    dem Kunden jetzt mal klar zu sagen
    dass man den Vorschlag hat auf Fragen

    die ihn bedrücken und sehr plagen.
    Was kann der Manager jetzt sagen?
    Die Zeit reicht nicht, um viel zu lesen.
    Nur Seite eins ist es gewesen,

    die ihm den Input hat gegeben,
    um gleich ganz kräftig abzuheben
    und in dem Meeting zu erklären,
    was das denn für Idioten wären:

    „Was ist denn mit dem Kunden los?
    Ist unser Mann vor Ort denn bloß
    ein Mensch, der mir Probleme macht?“
    Den Vorschlag hat’ er nicht bedacht!

    Ich könnt’ noch weiterhin parlieren
    Mit Beispielmails euch kuinieren,
    die deutlich zeigen, wie man nicht
    die Mail an Adressaten richt’.

    Was lernen wir? Wie kann gestalten
    ein jeder neu nun sein Verhalten?
    Wir stimmen ein den neuen Chor
    und nehmen uns heut’ das hier vor:

    Gestaltet den Verteiler klein
    Und schreibt bei An: nur Einen rein:
    Den, der die Dinge richten soll
    Und macht Verteiler nicht so voll!

    Wisst ihr denn, was das cc: ist,
    das man in keiner Mail vermisst?
    Ist Carbon Copy, übersetzt
    Durchschlagpapier. Ihr seid entsetzt?

    Stellt euch mal vor, ihr müsstet geben
    ’nen Durchschlag als Kopie an jeden
    Den ihr mit cc: habt bedacht.
    Wenn das so wär’, dann gute Nacht.

    Wenn Manager ihr adressiert,
    dann solltet ihr nicht ungeniert
    auf vielen Seiten alles schreiben,
    was uns’re Kunden denn so treiben.

    Wer achtzig Mails am Tag erhält,
    muss schnell entscheiden, was so zählt.
    Zusammenfassung auf ’ner Seite
    die passt auf eine Bildschirmbreite.

    Und die Details, die kommen dann
    in Anlagen, verstehen kann
    die jeder, der beraten tut
    den Manager, so ist es gut.

    Zum Abschluss will ich dieses sagen,
    Stellt euch doch ab und zu die Fragen:
    Ist Mail nur gut, wo ist sie schlecht?
    Kann man mit Mail in dem Gefecht

    der Arbeit alles neu gestalten
    und den Papierkram neu verwalten?
    Ist Mail Papier mit Unterschrift?
    Ist Mail ein Segen oder Gift?

    Hilft Mail mir heute, zu beweisen,
    dass ich gehöre zu den Weisen,
    die alles vorher schon gewusst?
    Macht euch doch einfach nur bewusst.

    Bei zu viel Mail da hilft das nicht,
    nicht im Büro noch vor Gericht.
    Die Mail zu finden, die’s gesagt
    hat manchen Sucher schon verzagt.

    Hat Mail das Sprechen bald ersetzt
    für jene, die IP-vernetzt?
    Muss jeder Pups per Mail versendet,
    Damit er im Papierkorb endet?

    Merkt euch die Fragen, denket nach!
    Vermeidet solches Ungemach!
    Das Denken wurd’ noch nicht ersetzt
    nur weil die Welt IP-vernetzt.
    Geändert von AHE (20.10.2008 um 23:07 Uhr)

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