Thema: Wahn

  1. #1
    Registriert seit
    Feb 2008
    Ort
    Austria, Graz
    Beiträge
    89

    Wahn

    Dämonen flammen auf in Kopf und Brust
    Genährt von Angst, die stets sich selbst gebärt
    Im Tanze mit verklärendem Verlust
    Der sich von Zorn maskiert am Grunde mehrt

    Gefühle springen, narren den Verstand
    Der um sich schlagend tote Worte speit
    Entwunden torkelnd hin zum Weltenrand
    Verbissen suchend nach der Wirklichkeit

    Es wächst der Sog, der Raum und Zeit verschlingt
    Gedanken irren namenlos und blind
    Im Geisteslabyrinth und da zerspringt
    Der Spiegel, der uns die zeigt, die wir sind


    27.10.2008

  2. #2
    Eddigeh Guest
    Hallo Worm,

    sehr beeindruckend!

    Gute, unverbrauchte Metaphern, die den beschriebenen Zustand in all seiner Tragik gut wiedergeben.
    Männliche Kadenzen geben dem Gedicht den notwendigen Drive.Aufgefallen ist mir:

    IN S1 V3 fehlt mir die "Pause" Vielleicht:

    Maskiert vom Zorn, der sich am Grunde wehrt

    Hm, aber dann bezieht sich die "Vermehrung" wohl nicht mehr auf den Verlust, sondern auf den Zorn. Auch nicht toll.

    Dann finde ich die 4 "i"-Reime in S3 nicht so glücklich in ihrer Ähnlichkeit. Ginge da nicht etwas anderes, das nicht zu sehr vom Inhalt abweicht?

    LG eddigeh

  3. #3
    Eddigeh Guest
    @ Ferdi

    Zitat Zitat von ferdi
    Schlimmer noch ist aber das "gebärt" in S1, weil es die Form offiziell einfach nicht gibt; es heißt "[I]gebären, ich gebäre, er gebiert,
    Genau das wollte ich auch direkt schreiben. Aaaber, Vorsicht ist die Mutter der Reimkiste. Und siehe, Duden sei Dank, "gebärt" ist korrekt. Auszug daraus:

    "Wenn es um den Nachwuchs geht, ist vieles außergewöhnlich. Das beginnt schon mit dem Verb gebären. Ursprünglich ein unregelmäßiges Verb, wurde gebären früher durchweg stark gebeugt. Die 2. und 3. Person Singular und der Imperativ lauteten: „du gebierst, sie gebiert, gebier!”. Heute werden im Indikativ Präsens neben den starken zuweilen auch die schwach gebeugten Formen „gebärst, gebärt, gebäre!” verwendet. Im Präteritum heißt es weiterhin nur „gebarst, gebar” und das Partizip Perfekt lautet wie eh und je „geboren” – daran wird wohl niemand zweifeln."

    LG eddigeh

  4. #4
    Eddigeh Guest
    @ Ferdi,

    Du Dinosaurier,

    also noch mal deutlich ( und für mich kostenpflichtig, aber was tut man nicht alles, um den Altvorderen hier zu imponieren ) aus Online Duden heruntergeladen:

    Artikelansicht


    ge|bä|ren ‹st. V.; hat› [mhd. gebern, ahd. giberan = (hervor)bringen, erzeugen, gebären, zu mhd. bern, ahd. beran = tragen; bringen; hervorbringen; gebären]: (ein Kind) aus dem Körper heraus-, hervorbringen, herauspressen (von einer Frau); (ein Kind) zur Welt bringen: Zwillinge g.; die Frau gebärt/veraltend: gebiert ihr erstes Kind;...

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