Thema: Clownerie

  1. #1
    Registriert seit
    Jul 2008
    Ort
    Im Herzen wahrer Poesie
    Beiträge
    168

    Clownerie

    Ich könnte dieses Papier doch zerknüllen
    und meine Zeit mit Leben noch erfüllen,
    anstatt in schönen Worten nur zu suchen,
    beginne ich die Lettern zu verfluchen.

    Die Reime bringen meinen Tag ans Licht,
    doch Sonne geben können sie mir nicht.
    Sie sind nur leere Hüllen ohne Glanz,
    er schwindet in den Worten ohne Tanz.

    Ich könnte viele schwarze Bilder malen,
    doch liegt ihr Wert auch nur in nackten Zahlen.
    Gefühle mag ihr dunkler Klang erzeugen
    und mancher sich vor ihrem Geist verbeugen,

    sie sind nur Fessel einer Phantasie,
    die ruht in Bildern meiner Poesie,
    Patronenhülsen, die drauf warten,
    mit leisen Tönen, mal mit harten,

    die Selbstvernichtung zu betreiben
    anstatt sich Lust einzuverleiben.
    Der Leser mag sich amüsieren,
    wie ich versuche zu jonglieren,

    ich bleibe halt ein Clown der Laute,
    und wenn wie eben herrscht die Flaute,
    dann preise ich den Takt und Reim
    und singe von dem Frust daheim.

  2. #2
    Registriert seit
    Apr 2006
    Ort
    Im Zu - Fall
    Beiträge
    507
    Reim dich oder ich fress' dich.
    Der Text wäre wohl besser im satirischen untergebracht.

    Ich habe ja auch schon bedeutend besseres von Dir gelesen,
    lieber Jiva.
    Man sollte vielleicht nicht alles veröffentlichen,
    was sich einem gerade so aus dem hohlen Bauch ergießt.
    Das ist zumindest meine Meinung zu diesem "Gedicht".
    Nix für ungut!
    Dein Jürgen
    Leiden lehrt, dienen ehrt,
    aber die Liebe ist am meisten wert!
    Quo vadis?
    Werd' ich bald sterben
    Manic lovefire
    Schutzengel
    die rückwärts gemeinten
    [URL="http://www.gedichte.com/showthread.php?

  3. #3
    Registriert seit
    Jul 2008
    Ort
    Im Herzen wahrer Poesie
    Beiträge
    168
    Hallo agonius,

    mein Gedicht beschreibt doch gerade den Zustand, bei dem sich einem die zwanghafte Lyrik aus dem hohlen Bauch ergießt.
    Es stellt aber keine Satire dar, sondern den ernstgemeinten Zustand des lyrischen Ich, dass hier schreibt anstatt zu leben und sich selbst als Clown verkauft, weil ihm nicht nur eine literarische, sondern auch eine emotionelle Flaute gegenübersteht und somit innewohnt.
    Ich hatte einen schwarzen Tag und wieso sollte ich dies nicht in Gedichten zum Ausdruck bringen?
    Das Thema ist meine Clownerie, die Du anprangerst.
    Ich sehe, Du hast mich im Grunde verstanden, aber Du bist böse über den Clown der ernst genommen werden will, obwohl er ja in Wirklichkeit nur ein Clown ist über den man lachen können möchte.
    Ich nehme Deine Kritik nicht persönlich, sondern sie trifft im Kern das Wesen des Gedichtes und stellt sogleich die Frage: Lebt der Dichter oder stellt er sich nur in die Gunst des Lesers?

    Mit liebem Gruss,
    Jiva

  4. #4
    Total Blackout Guest
    Hi Ho,

    alles in allem liest sich dein Werk sehr gezwungen, was ich in diesem Sinne seit langer Zeit mal wieder nicht verkehrt finde, da diese Form mit dem Inhalt übereinstimmt. Insofern ist dies gut gelungen.

    "und wenn wie eben herrscht die Flaute,", wirkt auf mich sprachlich doch recht ungekonnt und wiederum viel zu zwanghaft, auf das sich nur die Silbenslots im Vers füllen. Man hätte es vielleicht gekonnter ausdrücken können.

    Letztendlich möchte ich nur sagen, dass eben genau diese beim Lesen auftauchende Zwang ein Resultat ist, das aufzeigt, wie ein Schreiber zum Leser steht. Wirkt es gezwungen, schreibt der Autor für den Leser und nicht für sich, was daraus folgt ist schlicht der Qualitätsverlust.

    Deinem Gedicht unterstelle ich das nicht, denn wie eben schon oben bemerkt ist der Zwang ein Formmittel, um den Inhalt in deinen Zeilen zu verdeutlichen.


    Sprachlich überzeugt es mich nicht ganz, aber es ist schön zu lesen, dass Zwanghaftigkeit auch einmal mit Sinn eingesetzt werde kann, was man selten liest.

    LG TBO

  5. #5
    Registriert seit
    Jul 2008
    Ort
    Im Herzen wahrer Poesie
    Beiträge
    168
    Hallo Total Blackout,

    ich antworte Dir erst nach ein paar Wochen und möchte meinen Beitrag nicht zur Nachahmung empfehlen, da er nur eben die Flaute beschreibt, die gelegentlich im Kopf und Herz eines Dichters herrschen kann und im Moment des Schreibens bei mir offen zu tage kam und somit nur ein leeres Blatt mit Reim und Rhytmus füllte.
    Aber gerade darum hatte ich gedacht in der Rubrik Nachdenkliches einen Platz gefunden zu haben, denn auch die depressive Stimmung und Aggression die in diesem Gedicht ihren Platz nahm und vielleicht die Schreibblockade erzeugt, wollte zum Ausdruck kommen. Dass dies anders lyrischer, gekonnter und mit mehr Tiefgang hätte geschehen können, sehe ich ein.

    Mit lieben Grüssen,
    Jiva

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  

Anmelden

Anmelden