Nachgeschmack

Im Spiegelglas meiner Gedanken
erkenne ich öfters die Schranken
der Fassungs- und Wahrnehmungskraft,
so manches Ding bleibt schleierhaft.

Die Missgunst war mir treu ergeben
in diesem kurzen, miesen Leben
und richte ich den Blick zurück,
dann währt da nur ein Funken Glück.

Fast alle meine Freunde starben,
mir blieben viel sichtbare Narben,
mein Nebel ist nicht aufgeklart,
kein Gott hat sich mir offenbart.

Als Mensch kam ich an meine Grenzen,
deshalb zieh’ ich die Konsequenzen,
wenn das Gewesene erblasst,
nehm’ ich es wie in Stein gefasst

und meines Herzensdaseins Schatten
kann ich dann gut und gern bestatten. –

Es kreist der stille, bleiche Mond,
in dem vielleicht ein Schöpfer thront.