1. #1
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    Das letzte Pokerspiel

    Sie altern schnell und sterben jung, die brandgemarkten Engel.
    In Scharlachrot gemalt erscheint der Teufel an der Wand.
    Die Grabesstille schluckt die Klagen der verkauften Seelen -
    dem dunklen Ränkeschmied verschrieben als das letzte Pfand.

    Gefärbtes Glas in Splittern ist das Stückwerk toter Träume,
    verwaiste Lebenslust irrt ziellos durch die enge Gruft,
    die Hoffnungsgnome hängen nackt an rostigbraunen Ketten,
    Zersetzung und Verwesung schwängern süßlich alte Luft.

    Der Gegner setzte hoch und spielte mit gezinkten Karten,
    Vertrauen - ins Kalkül gezogen - hinters Licht geführt.
    Die Eiszeit kriecht mit schwefelgelbem Atem auf die Bahre.
    Der letzte Stich - ein Todesstoß - der Sieger wird gekürt.
    Geändert von Lailany (14.12.2008 um 03:19 Uhr)

  2. #2
    n.eurofighter Guest
    Hallo Lailany,
    du verwendest hier viele Wörter die bei mir im Hinterkopf mit negativem behaftet sind, daß finde ich, ist eine gut gewählte düstere Unterstreichung mit Buchstaben, für ein sehr ernsthaftes Thema.
    Mit Pokerspielen kenne ich mich nicht aus, nur mit reizen, ( doch ich kenne im groben die Regeln),
    so halbwegs kann ich deinem Gedicht folgen, ( liegt aber wohl eher an meinem Hintergrundwissen, bei dem ich vermute das es sich unbewusst wie ein roter Faden durch deine Werke zieht, bei dem du vielleicht gar nicht wolltest, daß ich es so lese, bin mir da unschlüssig)
    Ich finde es aber sehr gut verdichtet, schreibe ich dir heute als deine Freundin...( mein Geschmack ist nicht mehr wirklich neutral), deswegen hole ich es hoch, hoffe andere Leser kommentieren hier ihren Eindruck und wie es bei ihnen wirkt,
    bis bald,



    lieben Gruß an den AdW,
    n.eurofighter

  3. #3
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    Liebe Fighterin!

    Du liegst mit Deiner Vermutung natürlich auch hier richtig...der rote Faden, der sich durch meine düsteren Dingser zieht, ist immer Vergangenheitsbewältigung.
    In diesen Zeiten bin ich am kreativsten, sie währen aber meist nicht lange, was auf der einen Seite gut ist..nicht aber, was die Muse betrifft.
    Im Moment schwebe ich ja auf einem Hoch und wenn das so weitergeht, muß ich das Dichten wohl gänzlich aufgeben...
    Liebesgedichte sind halt net so mein Ding.

    Ganz herzlichen Dank für Deinen Besuch, Du liebe treue Seele.
    Paß gut auf, daß Dich der Virus net ereilt...trag Deinen Mundschutz gewissenhaft!

    Die besten Grüße ins winterliche DE von
    der sonnengebräunten Antipode
    Lailany

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