Thema: verfallen

  1. #1
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    verfallen

    gefallen gefunden
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    hineingefallen

    den stand verloren
    eher weggegangen
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    gefunden verloren

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    dem verfall verfallen

  2. #2
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    Hallo faximile,

    „gefallen gefunden“ habe ich auch an diesen Zeilen, die sich reduzieren auf etliche Partizipien (Verben) und gerade deshalb eine starke Dynamik erfahren.

    Sprachlich überzeugt es mich leider nicht ganz, vielleicht weil es eben nicht konsequent nur aus Verben besteht. Wie jedoch eine klare Handlung erzeugen ganz ohne Substantive?

    In der vorletzten Zeile stolpere ich ständig über das „sehende“ Auge, weil hier ein Partizip dekliniert ist, also adjektivisch gebraucht wird, und obendrein plötzlich in einer Genitivkonstruktion auftritt. Vielleicht gäbe es für diesen Vers noch eine bessere Lösung?

    Allerdings: Ganz klar ist auch die Handlung in diesem Gedicht trotz der Substantive nicht. Sie lässt dem Leser einigen Interpretationsspielraum. Dies mag so beabsichtigt sein.

    Ich lese aus diesem Gedicht, dass ein lyrisches Ich sich zunächst sehr angezogen fühlt, sei es von einer Aufgabe, von einer neuen, besonderen Situation oder von einem Menschen. Doch dann engagiert es sich (emotional oder auch physisch) zu sehr, so dass es den eigenen Halt verliert. Es bemerkt, dass es sich nicht mehr unter Kontrolle hat, zieht sich zurück, entzieht sich – aus Furcht unterzugehen – dieser Situation, in die es geraten ist – und wird doch gewahr, dass es sich gar nicht mehr befreien, lösen kann, selbst wenn es sich der Situation nicht mehr direkt aussetzt. Es stellt fest, dass es sich bereits verloren hat, kehrt vielleicht gar kapitulierend zurück in die Unglück bringende Situation. Es nimmt jedenfalls den eigenen Untergang hin.

    Mit anderen Worten: Dieses Gedicht könnte eine Art Selbstaufgabe, Selbstopferung beschreiben.

    Eigentlich gehört auch dieses Gedicht meiner Ansicht nach eher in die Rubrik „Trauer und Düsteres“. Denn das Ende dieser Zeilen verheißt nichts Gutes. Wer verfällt schon gerne?

    Schwere Kost, doch sehr gerne analysiert, sinniert und kommentiert (hoffentlich nicht gänzlich daneben)!

    Herzlich
    Honigblume

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