GLÜCKLICH UND ALLEIN



Schiebetüren öffnen sich.
Leute kommen, Leute gehen.
Ich sitze da und wart’ auf dich.
Ein Blick umsonst – ich kann dich nicht sehen.


Gestern sagtest du, so Viertel vor
wär’ für dich eine recht genehme Zeit.
Jetzt sitz’ ich da, starr’ blöd aufs Tor.
Darling, es ist längst soweit!


Schon denk’ ich an deine Ausreden.
Warum du wohl nicht gekommen bist?
Ich weiß: Liebe geht oft auf Umwegen;
ich hab’ aber noch nie gehört, dass sie zu spät ist.


Vielleicht passen wir ja doch nicht so gut zusammen,
wie ich mir das einst immer dachte.
Woher auch bloß die Gedanken kamen,
die aus uns ein Denkmal, für ewig, machten.


Ja, ja, schon gut, ich sitze unnütz’ hier;
du wirst nicht mehr erscheinen.
Ich nehm’s nicht persönlich, verzeihe dir.
Der Weg des Lebens ist hart, voll mit spitzen Steinen.


Zu Hause, zwischen dicken Polstern und weichen Decken,
werd’ ich mich wehmütig daran erinnern, dass wir uns heut’ nicht trafen.
Und ich werd’ gähnen und mich ordentlich strecken.
Meine Bettwäsche ist es gewohnt mit einem Versager zu schlafen.


Plötzlich läutet das Telefon.
Du meldest dich, sagst es tät’ dir leid.
Ich erwidre: „Diese Nummer kenn’ ich schon.
Für so was hab’ ich keine Zeit!“


Auf einmal bin ich seltsam glücklich,
glücklich darüber, nicht eiskalt abserviert worden zu sein.
Ich schenk’ mir `n Bier ein und trink’ auf dich,
trink’ auf dich, glücklich und allein.