Thema: glissando

  1. #1
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    glissando

    .
    .
    Modifizierte Version, um das FLießende des "glissandos" besser auszudrücken



    .
    ..
    Wie Honig fließt dein Haar um Kopf und Schultern,
    .... verläuft in Wellen mit den warmen Farben
    ...... erwartungsvoller Haut, die sich dem Atem
    ......... des lauen Windes anvertraut, der suchend,
    .......... behutsam rufend, kosend meine Stimme
    ........ dir zuträgt, Töne wählt, die dich umschmeicheln,
    ...... versonnen streichelnd im Darübergleiten
    ..... von federleichten Fingerkuppen überfließen.



    ________________________________________________




    Wie Honig fließt dein Haar um Kopf und Schultern,
    verläuft in Wellen mit den warmen Farben
    erwartungsvoller Haut, die sich dem Atem
    des lauen Windes anvertraut, der suchend,

    behutsam rufend, kosend meine Stimme
    dir zuträgt, Töne wählt, die dich umschmeicheln,
    versonnen streichelnd im Darübergleiten
    von federleichten Fingerkuppen überfließen.
    .


    Geändert auf Anregung von Demian uns Sanssouci. Danke!
    .


    In dieser Reihe musikalischer Begriffe ebenfalls
    passionato con anima Da capo Stakkato legato
    vibrato pianissimo decrescendo scherzando

    .
    Geändert von monalisa (05.12.2008 um 05:51 Uhr)

  2. #2
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    Ich würde das Gedicht nicht einfach in zwei Strophen zerrupfen, wenn die Verse so eng (innerhalb eines Satzes) verbunden sind....
    FSV 3:1

    Das Verzeichnis:


  3. #3
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    Hallo, guten Morgen Demian,

    zunächst einmal danke, dass du dich hier zu Wort gemeldet hast, um mir deinen Einwand zur Form mitzuteilen, der schon was hat, wie ich zugeben muss.
    Ich dachte bei der Erstellung des Gedichtes dass "glissando" so was Leichtes, Schwebendes hat und durchaus eine wenig Luft zwischen den Strophen vertragen könnte, zumal diese ja durch das Strophenenjambement so eng miteinander verknüpft sind. Mir schien es in einem Block irgendwie zu gewichtig.
    Nun, du bist anderer Ansicht! Ich werd es noch einmal gründlich überdenken.

    Vielen Dank und liebe Grüße,
    monalisa

  4. #4
    Sanssouci Guest
    Guten Tag Monalisa!

    Natürlich kann ich kaum umhin, mich auch bei diesem musikalischen Beitrag von dir zu melden. Also zuerst einmal: Es gefällt mir, dein glissando!
    Ich stimme Demian zu, hier nicht in Strophen zu trennen, sondern das Gleiten in einem Fluss zu belassen.
    Optisch könntest du vielleicht noch etwas verändern, dahingehend, dass du die Zeilen etwas "verrutschen" lässt, nach links und wieder zurück über mittig nach rechts. In etwa so, als würde man mit einem Schlegel über ein Xylophon hin und her gleiten.
    Allerdings bin ich selbst kein großer Freund von optischen "Unterstützungen", weder Bilder noch Zeilenverrückungen mag ich (siehe "Vibrato"). Die Absicht selbst muss inhaltlich rüberkommen.
    "Ablenkungen" schmälern jedenfalls meine Fantasie, und das finde ich dann oft schade bzw. auch unnötig.
    Aber das bleibt natürlich jedem und jeder selbst überlassen, wie er solche "Hilfsmittel" einsetzt.

    Ich werde zu gegebener Zeit wieder vorbeischauen, ob und was du ggf. verändert hast.

    Liebe Grüße von Sanssouci

  5. #5
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    Lieber Sanssouci,

    du auch? Du meinst also auch, dass hier die Gliederung in Strophen in angebracht ist. Das macht mich jetzt schon sehr nachdenklich. Da werd ich mir doch was einfallen lassen müssen!
    Was sagst du z.B dazu:

    Wie Honig fließt dein Haar um Kopf und Schultern,
    ... verläuft in Wellen mit den warmen Farben
    ...... erwartungsvoller Haut, die sich dem Atem
    ......... des lauen Windes anvertraut, der suchend,
    ............ behutsam rufend, kosend meine Stimme
    ........ dir zuträgt, Töne wählt, die dich umschmeicheln,
    ...... versonnen streichelnd im Darübergleiten
    ... von federleichten Fingerkuppen überfließen.

    Vielen Dank für deine treue Begleitung meines kleinen musikalischen Reigens und natürlich für diese ganz spezielle Rückmeldung hier.

    Liebe Grüße,
    monalisa
    Geändert von monalisa (04.12.2008 um 08:32 Uhr)

  6. #6
    Sanssouci Guest
    Liebe Monalisa!

    Ja, perfekt, finde ich.
    Wie ich als Kind einmal formulierte: "Ich weiß gar nicht mit meiner Freude wohin!"
    Ein wundervolles glissando ist dir da gelungen.
    Bitte, bitte lass es so!!!

    Liebe Grüße,
    Sanssouci

  7. #7
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    Hallo Demian und Sanssouci,

    wie ihr seht, habe ich nun eine mehr fließende Version über die zerfledderten Strophen gestellt und bin eigentlich selbst ganz zufrieden damit, danke euch für eure hilfreichen Anregungen!

    Liebe Grüße,
    monalisa

  8. #8
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    Hallo Monalisa!

    Nachdem Du mich ausdrücklich eingeladen hast, Deine Werke näher zu betrachten, wage ich nun einen zweiten Kommentar:

    Dein Glissando war eines der ersten Gedichte, die ich in diesem Forum las und bereits ein Aufruf an sich, nach weiteren zu forschen (mittlerweile weiß ich auch, wie man das gezielt tut ).

    Was mir auffiel? 1. Das hier, unabhängig vom Titel, Worte zu einer sehr gleichmäßigen Melodie komponiert wurden und zwar offensichtlich sehr bewußt, als währen einige Etüden in diszipliniertem Üben vorausgegangen.

    2. Das sich mir Deine Gedichte, inhaltlich erst nach mehreren Leseansätzen erschließen.

    Offensichtlich brauche ich länger dazu, in Deiner Bilderwelt die wesentlichen Aspekte von den unwesentlichen zu trennen, um schließlich ein Größeres Ganzes überschauen zu können (kleines Beispiel: Das Honig klebrig ist, ist hier wurscht, das er aber langsam und ruhig fließt, goldbraun ist und süß schmeckt hilft weiter - ich hatte mich daran irgendwie aufgehängt).

    Bein Erraten halfen mir allerdings Rhythmus und "Klang" ganz gut.

    Ein weiterer Selbstaufhänger meinerseits: Der Perspektivwechsel ab der 5. Zeile: Als das Gedicht noch aus 2 Fersen bestand, war an dieser Stelle für mich der Bruch zu groß und die Handlung ab da konfus. Erst der X-Stolperstein im an sich weiterfließenden Gedicht, machte mir deutlich, dass hier die Bilderwelt vom Beschriebenen zum Beschreibenden wechselt und auch nur, weil ich mich rein formal an der störenden "Silbe- zu- viel" stieß, aufhielt, verbiss. (Übrigens: Der "laute" Bruch verschluckte die beiden "leisen" zu sehr. Die 2. Version ist die reinere!) Nun ergibt sich für mich wieder ein Ganzes, dem lediglich einwenig anhaftet, dass es so viel Hirn brauchte, um verstanden zu werden. (Vielleicht braucht es nicht einmal den rhythmischen Bruch?

    Jetzt hoffe ich, dass Dir nicht ganz entgangen ist, wie sehr ich Deine Kunstfertigkeit, bei diesem vielleicht etwas zu unbedarften Fead- Back, trotz kritischen Ansätzen bewundere!

    Mit liebem Gruß,
    Geändert von 0-. (09.12.2008 um 14:59 Uhr)
    Nullpunkt

    "Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können." - Friedrich Nietzsche

  9. #9
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    Hallo Nullpunkt,

    schön, dass du meiner Einladung gefolgt bist! Aus diesem musikalischen Zykllus gibt es bisher zehn sehr unterschiedliche Gedichte, um den LeserInnen den Zugang zu erleichtern, habe ich jedes mit den anderen neun direkt darunter verlinkt. Man braucht also nur anzuklicken und schon...!

    Dein Kommentar freut und verwirrt mich. Ich muss gestehen, dass ich nicht immer weiß, was du meinst. Aber ich versuche es!

    Überrascht bin ich, dass es inhaltlich schwierig zu entschlüsseln war für dich.
    Die einzige Schwierigkeit, der ich mir bewusst war, ist der Umstand, dass sich ein einziger, verschachtelter Satz durch's ganze Gedicht zieht.
    Wenn man das aber etwas auseinander zupft, ist gar nicht kompliziert. Von Perspektivewechsel habe ich auch nicht bemerkt schon gar nicht intendiert.

    Ziel war es, dem musikalischen "gllissando" lyrisch zu entsprechen und einen "fließenden" Text zu schaffen - sowohl klanglich als auch bildlich.

    Das Haar fließt wie Honig von den Schultern des LD,
    über dessen Haut.
    Der Wind streicht darüber...
    und trägt LIs Stimme hin zu LD,
    in schmeichelnden Tönen,
    die aus den Finggerkuppen fließen.

    Also ein einziges Fließen von oben bis unten durchs Gedicht, klanglich unterstützt durch Assonanzen (Gleichklänge der Vokale) an den Versenden und weiteren Binnenassonanzen und Reimen (im Inneren der Verse) z.B. suchend - rufend, umschmeichelnd - streichelnd; oder Haut - anvertraut...
    Erst der X-Stolperstein im an sich weiterfließenden Gedicht, machte mir deutlich, dass hier die Bilderwelt vom Beschriebenen zum Beschreibenden wechselt und auch nur, weil ich mich rein formal an der störenden "Silbe- zu- viel" stieß, aufhielt, verbiss. (Übrigens: Der "laute" Bruch verschluckte die beiden "leisen" zu sehr.
    Was du hier mit "X-Stolperstein" und der störenden "Silbe-zu-viel" meinst verstehe ich jetzt nicht so ganz. Vielleicht könntest du das ja konkret benennen, damit wir da klären können. ich hoffe, ich habe dich jetzt nicht in Fachjargon zugetextet - wenn etwas unverständlich ist, erkläre ich es gerne.
    Ich find es schön, wenn sich jemand für das interessiert, was ich mache, aber zu bewundern gibts da eigentlich nichts. Mit ein bisschen Übung...

    Danke für deinen Kommentar und
    liebe Grüße,
    monalisa

  10. #10
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    War grade dabei meinen Kommentar zu bearbeiten da tatsächlich ziemlich konfus und teilweise schlicht falsch. Siehe Silbe zu viel...

    Ich versuchs nochmal so wie ich es vorhatte:

    Was mir beim Lesen auffiel:

    1. Das Worte zu einer sehr gleichmäßigen Melodie und Frasierung komponiert wurden.

    2. Das dieses Gedicht wie auch andere von Dir unheimlich dicht ist und sich mir inhaltlich erst nach mehreren Leseansätzen erschließt.

    Einer meiner Selbstaufhänger: Der Perspektivwechsel ab der 4. Zeile. (tatsächlich nur der) Als das Gedicht noch aus 2 Fersen bestand, war an dieser Stelle für mich der Bruch zu groß und die Handlung zu konfus. Daher finde ich die 2. Fassung besser... Die Bilderwelt wechselt ja vom Beschriebenen zum Wind als Vermittlermedium der offensichtlich mit der Beschreibenden teilweise ferschmilzt, indem er "Töne wählt", die wiederum mit der Beschreibenden verschmelzen und zu "federleichten Fingerkuppen" werden. Eine komplexe Schachtel, wenn man das Bild betrachtet, aber ein sehr schönes Bild: Sie beschreibt ihn wird Stimme wird zum Wind wird zu federleichten Fingerkuppen, umschmeichelt ihn. (hast Du jetzt ja selbst angesprochen)

    Fazit: Du schribst hier Lyrik, die eine sehr gleichmäßige Frasierung aufweist, ja eigentlich ein einziges Kreschendo über kleineren unaufgelöste Frasen darstellt, ein Kreschendo, das auf das "überfließen" oder "überfließen" hin anschwillt, um dann abzufallen. Um dem Thema gerecht zu werden brauche ich allerdings einen ausdauernden Atem - will heißen: als Leser Gedult, die Methaphern langsem aneinander zu reihen, um schließlich die verschiedenen Wendungen und Metamorphosen zu verstehen und dann die Zeilen auf den verschiedenen Ebenen, also als schwingender Takt, schwellender Fluß, weiche Wortmelodie und sich wandelndes Bild genießen zu können.

    Die Anstrengung war 's allerdings wert, alleine, weil ich dabei viel gelernt habe!

    Gruß, Nullpunkt

    PS: Natürlich: Übung macht den Meister oder vielleicht zunächst auch nur den Fortgeschrittenen und der darf ruhig bewundert werden. Ich komme aus einem rein räumlich- bildnerischen Metier und entdecke meine eigenen autodidaktischen Dichtversuche grade wieder. Da freue ich mich sehr über Vorbilder wie z.B. Dich
    Nullpunkt

    "Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können." - Friedrich Nietzsche

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