Thema: Schwerelos

  1. #1
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    Schwerelos

    Schwer lastet das Alltagsleben,
    auf den Wesen, den Geplagten.
    Es muß da auch mal Ruhe geben,
    für die Beladenen und Betagten.

    Der Körper auf dem Lager liegt,
    um und in ihm ist es still.
    Nicht's ist schwer, nicht's etwas wiegt,
    dem Wesen, das da Ruhe will.

    Es kommt ein Sein so ruhig und leise,
    mit einem wesenhaften Streben.
    Ein Sein in ganz besonderer Weise,
    das Sein, mit Energie zu schweben.

    Leicht gleite ich mit Energie.
    Es geht, weil ich glaube daran.
    Ein Glaube der beendet nie,
    daß ich so schwebend fliegen kann.

    Wenn's einmal wird ganz ruhig sein,
    werd ich auf meinem Lager liegen.
    Die ganze Stille ist dann mein
    und ich werd lange lange fliegen.

    Ein Flug in Frieden und in Ruhe,
    durch Welten und durch wahre Träume,
    bis ich es dann wieder tue,
    das Fallen in die schweren Räume.

  2. #2
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    Ist dir das Phänomen bekannt, dass bei tiefer Entspannung auch die Areale im Gehirn, die für die räumliche Orientierung zuständig sind, die Arbeit soweit herunterfahren, dass sich oben, unten, links und rechts verwischen und die eigene Größe zwischen winzig in riesigem Raum und riesig in winzigem Raum schwankt. Ein waberndes Gefühl, das sich wie Schwerelosigkeit anfühlt.
    Der Kontrast ist deutlich und schön, zwischen der Schwere des Alltags und der Leichtigkeit im Ruhen. Ich meine aber auch ein Stück, wenn man so sagen kann, Realitätsflucht zu erkennen. Ein Streben davonzufliegen, durch Welten und wahre Träume. Leben wir in zwei Welten, der inneren und äußeren? Der Welt, in der wir zu jeder Zeit alles bekommen, was wir wünschen und der Welt, in der wir stets um jeden Atemzug und jeden Tropfen Wasser ringen? Das eine sind Träume, das andere Räume.
    Mir fällt hier eines meiner Lieblingszitate ein und damit will ich erstmal abschließen:

    "That we come to this Earth to live is untrue, we came but to sleep. To dream."
    --Aztec poem
    Geändert von Shevaheri (23.11.2008 um 03:54 Uhr)

  3. #3
    Total Blackout Guest
    Hi Ho,

    um es kurz zu machen: an sich mag der Inhalt in eine Richtung gehen, die mir gefallen würde, jedoch ist die Umsetzung nicht gerade die beste.

    Schwer lastet das Alltagsleben,
    auf den Wesen, den Geplagten.
    Es muß da auch mal Ruhe geben,
    für die Beladenen und Betagten.

    xXxxXxXx
    XxXxXxXx
    xXxXxXxXx
    xXxXxxXxXx

    Wenn ein Gedicht, dass sich reimen soll, mit solch einer metrischen Verwirrung beginnt, wird sich der Leser automatisch ein bereits nicht so gutes Bild vom Gesamtwerk machen- ein durchgehaltenes Metrum sollte mit Reimen einher gehen, da sonst beider ästhetische Wirkung verfliegt und das Werk nicht lesenswert wird.

    In der dritten Strophe verwendest du dreimal das Wort "Sein". Kann man da nicht irgendwie eine sprachliche Abwechslung reinbringen? In meinen Augen wirkt diese Strophe dadurch sehr gezwungen und aber auch nicht sonderlich sprachlich ausgereift.


    Das soll es erst einmal gewesen sein.

    LG TBO

  4. #4
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    Schwerelos

    Danke Shevaheri und auch Total Blackout für Deine konstruktive Kritik.
    Ich spreche davon, daß der Tod für Alte und Geplagte eine Befreiung (Erlösung) vom Alltagsleben sein kann, ein Hinüberschweben aus den schweren Räumen in die Schwerelosigkeit. In dem Glauben daß dann nicht alles zu Ende ist, strebt man in ein ruhiges Sein hinüber.
    Ich wünsche mir einen solchen Tod ohne Angst, in Ruhe und Frieden und es kann ja sein, daß etwas von mir wieder zurückfällt in die schweren Räume unseres Alltagslebens (Wiedergeburt).

  5. #5
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    Hallo Hans Plonka,
    inhaltlich spricht mich Dein Gedicht sehr an und macht mich nachdenklich.
    Technisch ist es, wie Total Blackout schreibt, nicht ganz ausgereift. Ich würde versuchen, die Auftakte entweder durchgängig zu betonen oder nicht zu betonen. Ein Wechsel liest sich schwerer.
    Auch würde ich nicht zwischen klingenden und stumpfen Kadenzen wechseln, zum Inhalt passen nach meinem Empfinden die weiblichen Kadenzen besser.
    Vielleicht kannst Du sogar etwas kürzen?
    Trotz der kleinen Unregelmäßigkeiten habe ich mich gerne mit Deinem Gedicht beschäftigt, es klingt nämlich sehr schön!
    Viele liebe Grüße,
    Medusa.

  6. #6
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    Hallo Hans,
    ich habe mal ein bisschen in Deinen Gedichten gestöbert.
    Sie sind alle sehr philosophisch und nachdenklich. Das gefällt mir.
    Auch dieses, aber vielleicht schaust Du noch einmal,was Medusa geschrieben hat. Eine gleichmäßigere Metrik könnte das Gedicht bestimmt noch aufwerten.

    Mit lieben Grüßen,
    Klatschmohn
    Geändert von Klatschmohn (24.11.2008 um 22:01 Uhr)
    ©Klatschmohn
    Überall geht ein frühes Ahnen dem späteren Wissen voraus. Alexander v. Humboldt

  7. #7
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    Kritikfähigkeit, mal auf die Probe gestellt

    Liest sich schwerer? Gleichmäßige Metrik wertet das Gedicht auf?
    Ähm, mal ganz ehrlich, was mir hier in dem Forum immer wieder auffällt ist, dass viel von Technik geschwafelt wird, aber selten mit einer besseren Begründung, die über reinen Selbstzweck hinaus ginge. Ich mag euch hiermit gar nicht so sehr widersprechen, denn sicherlich ließe sich hier und da noch feilen. Es lässt sich immer feilen und manchmal erschafft man dabei was völlig Neues. Aber liefert doch mal bitte einen Grund, warum es dem Gedicht mehr geben sollte, außer dass es sich netter ließt. Wie wäre es mit dem allerwinzigsten Bezug zur Aussage, hm?
    Ich bin in dieses Forum reingepurzelt, bin neben vielen sehr schönen Beiträgen leider auch zuhauf auf seelenloses Fremdwortgeprotze getroffen, weswegen ich hier wahrscheinlich bald schon wieder hinauspurzel. Fühlt euch bitte nicht persönlich angegriffen, aber eurer Kritik fehlt jegliche Begründung, außer einem "Gefällt mir, aber machs mal anders..."
    Ups, und ich glaube meine Kritik lautet im Kern "Gefällt mir nicht, macht es mal anders...", so what, vielleicht wisst ihr was ich meine. Ansonsten haben wir vielleicht nen tollen Aufhänger zur Diskussion. Cheers
    Ode to a Goldfish
    "Oh, my wet pet."

    --By the Infamous Unknown

  8. #8
    gha Guest
    sehr schön gesagt, aber haben keine wahl.

    lggha

  9. #9
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    Schwerelos

    Liebe Medusa, Klatschmon, Shevaheri,

    bin jetzt an einige alte Gedichte erinnert worden. Sie sind leider technisch nicht ausgereift und müssten alle überarbeitet werden. Danke für eure Hinweise.

    LG Hans

    Hallo gha,

    die Schwerelosigkeit habe ich hier als eine Hoffnung aufgeführt. Eine Hoffnung bleibt einem immer. Gut wenn sie nicht zuletzt stirbt.

    LG Hans
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

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