1. #1
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    Fremdwort: Welt

    Ein Fremdbegriff, der Bände spricht,
    doch keiner kann ihn hör’n.
    Im Wortschatz existiert er nicht,
    denn da würd’ er nur stör’n.

    „Die Welt“ - wie man sie nicht mehr nennt,
    ist bloß ein blauer Ball.
    Sie findet keinen Interessent,
    mit ihrem lauten Schall.

    Ein Schall, der Krieg mit sich bringt.
    Ein Krieg von Ort zu Ort.
    Wo niemand seine Waffen schwingt,
    denn es reicht schon ein Wort.

    „ Die Welt“ - wie man sie nicht mehr will,
    ist uns vollkommen fremd
    und wird sie eines Tages still,
    gibst keinen, der sie stemmt.

  2. #2
    Total Blackout Guest
    Hi Ho,

    zum einen möchte ich dies schwarze Bild ein wenig farbiger gestallten, wenn gleich ich ähnliche denke wie du: Es gibt durchaus Leute, denen der blaue Ball nicht egal ist, jedoch ist eben die Masse anderer Meinung. Wir beobachten es in Kriegen, wie du schon darstelltest, aber auch in so vielen Formen religiösen Verhaltens und zu guter letzt allgemein in unserer Ersatz-glück-konsum-gesellschaft.

    Der Inhalt spricht mich an, wurde gut im Gedicht umgesetzt. Metrisch habe ich mir dein Werk noch nicht näher betrachtet, aber das werden bestimmt andere tun.

    Eine Anmerkung noch: wäre es nicht vom Logischen her besser, wenn der Schall aus dem Krieg erfolgt und nicht umgekehrt? Wenn der Schall allerdings eine metaphorische Bedeutung haben sollte, würde ich lieber nach einem anderen Wort suchen, da es leicht zur Verwirrung kommen kann, wenn man deinen Text liest.

    LG TBO

  3. #3
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    Danke für deine Antwort. Mit dem Schall meinte ich die Warnungen der vielen Menschen, die den Krieg verhindern wollen. Da aber nur sehr wenige zu hören, folgt eben der Krieg.

  4. #4
    Total Blackout Guest
    Hi Ho,

    ok, aber den Schall solltest du verständnistechnisch mehr in Szene setzen, denn das kommt, oder kam bei mit zumindest beim Lesen nicht rüber.

    LG TBO

  5. #5
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    Hallo sad girl,
    mich stimmt Dein Gedicht sehr nachdenklich. Vielen wird damit ein Spiegel vorgehalten. Diejenigen, die es betrifft, werden Deinen Text wahrscheinlich nicht lesen oder, fast noch schlimmer, nicht begreifen, schade!

    Ich habe ein paar kleine Vorschläge, wie es noch ein wenig runder werden könnte:

    Ein Fremdbegriff, der Bände spricht,
    doch keiner kann ihn hör’n. Hier könntest Du die Apostrophs weglassen oder hören schreiben.
    Im Wortschatz existiert er nicht,
    denn da würd’ er nur stör’n. Siehe oben. Auch bei würd bitte kein Apostroph.

    „Die Welt“ - wie man sie nicht mehr nennt,
    ist bloß ein blauer Ball.
    Sie findet keinen Interessent, Hier wäre Intressent, ohne "e" besser.
    mit ihrem lauten Schall.

    Ein Schall, der Krieg mit sich bringt. Kriege klänge runder.
    Ein Krieg von Ort zu Ort.
    Wo niemand seine Waffen schwingt,
    denn es reicht schon ein Wort.

    „ Die Welt“ - wie man sie nicht mehr will,
    ist uns vollkommen fremd Komma hinter fremd.
    und wird sie eines Tages still,
    gibst keinen, der sie stemmt.
    "Stemmt" ist nicht schön, sicher dem Reim geschuldet? Oder denkst Du an Atlas? Der trug die Welt.

    Insgesamt jedoch gut gelungen, ich habe mich gern damit beschäftigt.
    Liebe Grüße,
    Medusa.
    Geändert von Medusa (23.11.2008 um 20:04 Uhr)

  6. #6
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    hey medusa.

    Freut mich, dass mein Gedicht zum nachdenken anregt. Beim letzten Reim dachte ich wirklich an den Atlas, der die Welt trug. Nur leider reimt sich trug nicht auf fremd.

    an Total Blackout:

    Habe den Vers etwas umgeschrieben:

    Ein letzter Ruf der Kriege bringt,
    ein Krieg von Ort zu Ort.
    Wo niemand seine Waffen schwingt,
    den es reicht schon ein Wort.

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