Thema: Unschuld

  1. #1
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    Unschuld

    Unschuld

    Mathematisch betrachtet
    Hat man Unschuld als 1 erachtet
    Das einzige mit klarem Wert
    Das unser Dasein respektabel ehrt
    Hat man sie einmal vergeben
    Muss man ab dann ohne leben
    Doch welcher Schwachkopf denkt daran
    Dass man Seelen in Zahlen messen kann!





    Dieses Gedicht ist ein geistiger Hüftschuss, daher auch nicht unbedingt der Weisheit letzter - ähm - Schuss. Nunja, ich habe mir vorgenommen mich möglichst vielen Aspekten des Themas "Unschuld" zu widmen und hier ist ein Bruchstück davon. Eine Facette eines weitläufigen und vieldeutbaren, streitbaren Themas. Es wäre mir eine große Freude eure Meinungen hierzu zu hören!
    Ich würde hiermit auch gerne zu einem Brainstorming zu dem Thema aufrufen, weil ich mich gerne austauschen würde und nicht auf einsamen und wohl ab und dann auch unzulänglichen Erkenntnissen sitzen bleiben möchte.
    Vielen Dank!
    Ode to a Goldfish
    "Oh, my wet pet."

    --By the Infamous Unknown

  2. #2
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    @Shevaheri
    Hallo, dein Name ein Unikum? egal ist deine Geburt.
    Zum Gedicht. „1“ würde ich ausschreiben.
    Ja, ob wir unschuldig sind im Sinne des Wortes, eher nicht, oder doch im Sinne der Existenz, möglich.
    Zitat: „ Hat man sie einmal vergeben“
    Auf was soll sich das „vergeben“ beziehen? Ist nicht klar ersichtlich vom Text her. Hier müsste noch ein besser Anker eingefügt werden, auf was sich das „Vergeben“ beziehen sollte. Ansonsten zu fiktiv.
    Zitat: „Muss man ab dann ohne leben“
    Zu dünn diese Aussage, kann ich nirgendwo anbinden, wie gesagt der Ursprung liegt im „Vergeben“, was vergeben, worin vergeben?
    Ja ein Versuch dein geistiger Hüftschuss, der Fragen offen lässt, was willst du aussagen?
    Oder bezieht sich das: „Hat man sie einmal vergeben“ auf die Unschuld selbst??
    Möglich das du die Unschuld meinst, sehr wahrscheinlich sogar. Aber die „Unschuld“ als ganzes (Globales) gesehen hat wohl eine größere Bandbreite wie du es versuchst darzustellen.
    Da spielen so viele von tausenden sichtbaren und unsichtbaren Faktoren mit hinein, das man das verlieren von Unschuld global gesehen mit deinen Worten, oder der Sinn von jenen, nicht erreicht. Nicht wirklich. Aber deine Ansätze sind nicht schlecht es ist schon erkennbar was du sagen möchtest, nur fehlt wohl die tiefere Resonanz zum Wort „Unschuld“ Bis später.
    Geändert von horstgrosse2 (25.11.2008 um 09:20 Uhr)

  3. #3
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    Unschuld

    Unschuld ist ein Wort, das sich auf eine Tätigkeit oder Unterlassung bezieht,
    die jemand ausgeführt oder vermieden hat. Ich bin ein Vertreter des Behaviorismus. Nimmt man die Gesamtheit der Ursachen, ist die Handlungsfolge errechenbar (zwanghaft). Es gibt so keine wahre Schuld. Fehlhandlungen die zu Schäden führen sollte man mit Heil- und Schutzmaßnahmen begegnen. Strafen sollten eine belehrende Heil- und Schutzmaßnahme sein. Die Todesstrafe ist keine Strafe (wir müssen alle sterben) und auch keine Heilmaßnahme. Sie könnte allenfalls eine Schutzmaßnahme sein, sollte aber auch nicht aus Ersparnisgründen erfolgen.
    Wer reich ist, könnte die Heil- und Schutzmaßnahmen bezahlen. Schuld ist ein relativer Begriff, der immer von den durch eine Tätigkeit belasteten Wesen für die Belasteten vergeben wird. Der Unschuldige sollte sich freuen, daß seine Natur und seine Umwelt ihm dies ermöglicht hat.
    Das ging sicher an Deinem Thema vorbei, aber ich wollte meine Denkweise loswerden.

    Es grüßt Hans

    Es grüßt Hans

  4. #4
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    Danke für eure Beiträge!
    @ horstgrosse2
    Ich glaube die 1 lasse ich erstmal als 1 stehen, um den Bezug zur mathematischen Betrachtungsweise bestehen zu lassen. Gleichzeitig soll damit die Irritation hervorgerufen werden, dass eine solche Ausdrucksweise eben nicht stimmig ist. Aber ich denke weiter darüber nach.
    Du hast Recht, wenn du meinst, die angesprochenen Verse seien in der Aussage zu dünn. Letztlich sollte hier die Unwiderbringlichkeit wie die daraus erfolgende Konsequenz deutlich werden. Diese Tatsache möchte ich mit dem Gedicht in Frage stellen, nein, wirklich angreifen.
    Das alles macht selbstverständlich mehr Sinn, wenn man die "Unschuld", die Jungfräulichkeit dafür in Betracht zieht, denn Unschuld als universal verstandenen Begriff.
    Dennoch gefällt mir der letzte Teil aus deinem Beitrag am besten, indem du deutlich machst, dass diese "Unschuld" nur ein Bruchstück des Begriffes an sich ist. Da stimmen wir völlig überein und das Gedicht besitzt nicht den Anspruch eine Art Metaphysik der Unschuld zu beinhalten. Nein, es geht um eine ganz konkrete Auslegung des Begriffes, der aber dennoch vielen, so denke ich, zugänglich ist.
    Hier fängt ja das Spiel erst an. Wie lässt sich Unschuld noch verstehen? Was bedeutet sie? Wie wirkt sie auf unser Leben? Was sagt sie über uns aus? Ist sie ein Ideal? Welcher Wandel vollzog sich in der Bedeutung? Auf welche Art schlägt sich Unschuld in ethischen und moralischen Systemen nieder? Welche Bereiche werden mit einer konkreten Auslegung berührt?
    Ach, so viel Fragen...

    Einen interessanten Ansatz bietet uns ja schon
    Hans Plonka
    Das ging ganz und gar nicht an meinem Thema vorbei. Es ist eine Sichtweise von Unschuld und genau darum ging es mir hier. Wenn ich dich richtig verstehe ist Unschuld für dich also eine Art Bewertungskriterium in einer akuten Situation, jedoch kein generelles Attribut, das mit einem Menschen verknüpft wird. Situation bezieht sich hier vor allem eben auf die Taten, beziehungsweise unterlassenen Taten. So wäre eben auch der Begriff der Unschuld nur auf eine konkrete Tat anzuwenden.
    Schön finde ich den perspektivischen und interaktiven Charakter, den du hier einbringst. Stellt sich die Frage nach Unschuld, wenn kein Betroffener einer Tat diese Frage erhebt? Sind Antworten auf diese Frage dynamisch? Können sie in einem anderen Kontext anders ausfallen, verworfen oder im Nachhinein erhoben werden? Ändert sich die Bewertung des Menschen selbst aus deiner Sicht?

    Ach, so viele Fragen und ich könnte noch ewig so weitermachen

    Liebe Grüße!
    Ode to a Goldfish
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    --By the Infamous Unknown

  5. #5
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    Unschuld

    Jede Reaktion ist auch eine Fragestellung, die man erkennt (aufnimmt) oder nicht, je nach Verständnis (Erkenntnis) oder Nichtverständnis. Reaktion ist Antwort. Alles Geschehen ist eine Folge von Frage, Antwort, Frage, Antwort usw. . Es ist die allgegenwärtige Bipolarität der Welt, die auch hier erkennbar
    ist.
    Ob etwas erkannt und hervorgehoben wird ist nicht maßgebend für sein Vorhandensein.
    Der Wert eines Menschen ist auch relativ zum Betrachter. Für mich ist wertvoll, das, was mir nützt oder gefällt, ansonsten sollte man die Menschen akzeptieren wie sie sind, möglichst urteilslos, auch deshalb weil man viel zu wenig von ihnen erkennt. Man soll akzeptieren und reagieren, entsprechend dem Verständnis und ohne Urteil.

    Es grüßt Hans

  6. #6
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    Hallo Shevaheri;

    Erstmal herzlich Willkommen hier in der Welt der Gedanken und Worte.

    Ich steh ja im eigentlichen auch mehr auf das Wort das ausgeschrieben wird, so wie auch die Zahl 1 mir ausgeschrieben besser gefallen würde. Dein Mathematische Vergleich ok, an den hab ich heute morgen auch gedacht als ich deine Zeilen zum erstenmal las und gibt meiner Betrachtungsweise wie du es beim Schreiben gesehen haben könntest schon mal eine positive Übereinstimmung.

    Unschuld was ist sie? Wenn ich mir meinen Sohn betrachte, der eben neben mir sein Mittagessen genüßlich verspeist dann kann ich sagen, ja im Kinde lebt sie noch. Und Kind kann sie auch ausleben ohne an die Konsequenz denken zu müssen was dieses Wort mit sich bringen kann und beinhaltet.

    Das Wort beinhaltet, abgesehen von dem poitiven Aspekt einer Freisprechung nicht nur vor Gericht, das Wort " Schuld " und dieses ist, wenn man es genau betrachtet schon ein Wort dass sich nicht zerteilen lässt..
    Schuld ist .. Schuld.. somit ist es für mich egal wie man es auslegt,es ist negativ behaftet, weil ja gleichzeitig die Frage in den Raum gestellt wird das der Glaube Unschuldig zu sein erst mal bewiesen werden muss und solange diese Frage nicht geklärt ist .. ist man Schuldig bzw. mitschuldig...

    " Schau nicht so unschuldig " ein Ausdruck der gerne verwendet wird und wie man ihn auch dreht und wendet.. man denkt nicht nur positives wenn man einem diese Zeile ins Gesicht wirft.. Ich hoffe du verstehst was ich meine..

    Ich wasche meine Hände in Unschuld.. ist so als wäre es ein Freispruch und doch kann dahinter ganz viel mehr stecken...

    Sexuell gesehen steht das Wort für die Reinheit, für die Unberührtheit..
    die farbe Weiß so sagt man ist die Farbe der Unschuld.. rein, steril.. oder ich trage eine weiße Weste ...

    Aber zurück zu deinen Zeilen...

    Diese beziehen sich für mich nicht nur auf das Sexuelle..die Reinheit Unberührbarkeit...
    Viel mehr lese ich daraus.. die Seele weint erst, wenn ihr von außen Gewalt zugefügt wir, egal ob jetzt verbal oder körperlich.. solange der Mensch untastbar ist..in dem er sich verborgen und geborgen weiß, solange ist er auch nicht verletzbar... wo bei die eins für mich nicht klar ist.. sie ist eine ungerade zahl.. dass nur nebenbei bemerkt..

    Huch.. bin ich da wo du den Leser haben wolltest??
    Im auseinandersetzen mit dem was man liest, oder hab ich zu weit ausgeholt.. Egal auch.. so denke ich..

    Behutsame Grüße
    Behutsalem
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