Thema: Die Greifbare

  1. #1
    zuckerschnäuzchen ist offline DroElfteEdeLyrikProstiStuTante
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    Die Greifbare

    Deine rauen Hände, alt und kalt,
    zehren an den Wangen die sie wärmen,
    lange Zeit hat’ ich sie nicht ergriffen
    nun liegst du da, wie Stein und bald

    erinnerte ich mich dem Tage,
    der oft in bester Waage lag.
    Wohl angefangen bei der Wieg’,
    dessen Obhut ich nicht länger liege.


    Gehst heimlich fort,
    verweilst noch kurz auf einer Bare.

  2. #2
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    Huhu Chips!
    Ich hab einige Zeit (mehrmaliges lesen) gebraucht um das Bild zu verstehen.

    Das lyrische Du mit seinen kalten, alten Händen, hat diese meist am warmen Gesicht gewärmt. Ich assoziiere mit dem Bild des Gesichtes in den Händen ein Bild der Verzweiflung, Traurigkeit, Einsamkeit.
    Das lyrische Ich hat sich lange Zeit nicht getraut die Hände, der alten Person (Dame - das lässt du offen, aber ich meine mir eine alte Frau mit kalten Händen besser vorstellen zu können, als einen Mann) in die Hände zu nehmen. Doch jetzt ist es zu spät. Der Mensch ist gestorben und das lyrische Ich denkt zurück an die alten, glücklichen Tage mit dem lyrischen Du, was mit der Geburt angefangen hatte auch wenn das lyrische Ich schon länger nicht mehr in der familiären Wiege liegt und gewiegt wird. Es scheint groß geworden zu sein.

    Ich kann nicht sagen, dass der Text mich wirklich berührt, aber es ist ein schöner sanfter Nachruf in die Welt um einem Menschen jetzt doch Abschied zu sagen.
    Dein Text ist ohne Fragen, ohne Zweifel, ohne ein schlechtes Gewissen, dass noch zu viel ungeklärtes im Raum stand, geschrieben. Bei mir bleibt die Stimmung "Du bist leider gegangen, aber es ist gut so wie es ist." übrig.

    Dein Text berührt indirekt, wenn man sich mit der Entschlüsselung deiner Worte beschäftigt hat. Es ist schön zu sehen, wie viel Freiraum meine eigenen Gedanken in deinem Text haben dürfen.

    Ganz liebe Grüße,
    Stäubchen

    PS: Der Titel erklärt sich mir noch nicht ganz. Magst du mir vielleicht helfen?

  3. #3
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    Hallo zuckerschnäuzchen,

    ein interessantes uns schönes Gedicht,
    habe sehr gern ein paar andere Beiträge von Dir gelesen.

    Vielen Dank für Dein Kommentar.

    Einen schönen Tag
    und liebe Grüße von Tatiana.

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