Thema: Herbstestraum

  1. #1
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    Herbstestraum

    ich weiß, ich weiß, ist für euren poetischen Geschmack vermutlich viel zu kindlich und einfach, aber ich vertrag Kritik (vor allem beim Schuhu des Windes)

    Herbstlich blättern sich die Farben,
    luftig klirrt das Eis dazu,
    ganz von Berg umhüllte Wolken
    und der Wind sagt leis': "Schuhu".

    Kastelige Stacheligel
    vorm gehörnten Eichenbaum,
    in der stubeligen Wärme
    klingt er aus, der Herbstestraum.
    Geändert von Kiki93 (27.11.2008 um 20:02 Uhr)
    Wenn dir das Leben eine Zitrone schenkt, mach Limonade draus.

  2. #2
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    Hey, ferdi,
    dange, dange dange, für deine konstruktive Kritik!
    tja, also ich hab grad versucht, das was du bemängelt hast, zu verbessern,
    ist jetzt aber net unbedingt besser geworden (ich find es klingt jetzt nur noch verschrobener).
    Egal, sieh selbst:

    Herbstlich blättern sich die Farben,
    luftig klirrt das Eis dazu,
    durch von Berg umhüllte Wolken
    sagt der Wind mir leis': "Schuhu".

    Kastelige Stacheligel
    vorm gehörnten Eichenbaum,
    in der stubeligen Wärme
    träumt der Herbst vom Winterflaum.

    (oder "träum ich meinen Herbstestraum", oder wegen Vermeidung von Doppelmoppel "schlummer ich im Herbstestraum" )
    Geändert von Kiki93 (27.11.2008 um 21:28 Uhr)
    Wenn dir das Leben eine Zitrone schenkt, mach Limonade draus.

  3. #3
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    Hallo Kiki93,
    ich möchte Dir sagen, daß mir Dein Gedicht ganz besonders gut gefallen hat!
    Gerade das etwas "kindliche" in der Betrachtungsweise, die eigentlich gar nicht kindlich, sondern eher uneingnommen fröhlich ist, gefällt mir.
    Ich gebe allerdings ferdi recht mit S1-Z3.
    Vorschlag: "Ganz umhüllt der Berg mit Wolken." Das Umgekehrte macht wenig Sinn. Oder habe ich´s falsch verstanden?
    Ganz besonders reizvoll finde ich Deine Kreation "schuhu". Dieses eine Wort verzaubert das ganze Bild.
    Übrigens, ich finde "Herbstestraum", der Traum des Herbstes, nicht schlecht. Die Version "träum ich meinen Herbstestraum klingt für mich am besten.
    Bleib dran, Du hast Talent!
    Hab ich sehr gern und mit Freude gelesen!
    Herzlichen Gruß!

    Galapapa
    Geändert von Galapapa (29.11.2008 um 11:49 Uhr)

  4. #4
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    huuuuiiiiiiiiii!
    toll! danke, für dein Lob, galapapa
    (tut echt gut)

    Deine Bemerkung
    "Ganz umhüllt der Berg mit Wolken"... Das Umgekehrte macht wenig Sinn. Oder habe ich´s falsch verstanden?
    bringt mich allerdings dazu mein Gedicht noch mal zu erläutern,
    alle Wörter sind nämlich umgedreht und durcheinander gewürfelt:

    Herbstlich blättern sich die Farben,    Herbstlich färben dich die Blätter
    luftig klirrt das Eis dazu,                    eisig klirrt die Luft dazu,
    durch von Berg umhüllte Wolken          ganz von Wolken umhüllter Berg
    sagt der Wind mir leis': "Schuhu".     "

    Kastelige Stacheligel                        stachelige Kastanien
    vorm gehörnten Eichenbaum,              vorm Eichhörnchenbaum
    in der stubeligen Wärme                     in der warmen Stube
    träum ich meinen Herbstestraum.         "

    Das Gedicht ist nämlich auf einer Autofahrt in den Harz entstanden, ich hatte einen Versprecher (erste Zeile des Gedichts) und mein Bruder meinte, daraus könnte man doch gut ein Gedicht machen (was ich dann, wie man sieht, auch getan habe^^)
    Besonders beeindruckt haben mich auf diesem ausflug die tief stehenden Wolken, die die Berge völlig verschluckten (oder eben umgekehrt). Deshalb fällt es mir auch so schwer sie raus zu streichen....
    Wenn dir das Leben eine Zitrone schenkt, mach Limonade draus.

  5. #5
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    Hallo Kiki93,
    verhüllt ist mein Haupt vor Scham; ich hatte das tatsächlich nicht kapiert.
    Wenn man mal vom "gehörnten Eichenbaum" absieht und eben auch von den verhüllten Wolken, macht alles andere aber auch "anders herum" Sinn, eben in einer sehr schön malenden Sprache:
    "blättern sich die Farben" - die Herbstfarben stecken in den Blättern;
    die "kasteligen Stacheligel" sind allerdings an der Grenze, aber
    "stubelige Wärme" bringt wunderbar dieses Gefühl der waren Stube zum Ausdruck.
    Diese Art der Sprache hat mich so beeindruckt. Das ändert allerdings für mich nichts an meiner Bewertung. Im Gegenteil, es gibt dem Werk einen doppelten Reiz.
    Lieben Gruß!
    Galapapa

  6. #6
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    Du brauchst dich nicht zu schämen, Galapapa . Ich hatte das ja extra so geschrieben, dass man es auch andersherum sagen könnte. Allerdigs wär ich nie auf die Idee mit den versteckten Farben in den Blättern und deshalb Farben blättern gekommen^^...
    Naja, wunderbar genug, dass so ein Großer eine ganz kleine lobt.
    Dankeschön ...
    Wenn dir das Leben eine Zitrone schenkt, mach Limonade draus.

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