Sie stehen gleich neben dem Bett,
jeden Morgen schlüpft sie hinein
ganz in der Früh tagaus – tagein
in ihre roten Schuhe fürs Ballett.

Schon lange sind nicht mehr schön,
hier und da etwas eingerissen,
das Purpurrot bereits verschlissen,
doch es wird auch dies Mal noch gehen.

Strahlend betritt sie die Bühne,
Müdigkeit ist ihr nicht anzusehen.
Und sie beginnt zu tanzen - so wunderschön.
Ihr Herz ist offen und ohne Sühne.

So tanzt sie ihr Leben lang,
tanzt und tanzt - ohne aufzuhören,
das Publikum still zu betören,
tanzt bis sie nicht mehr kann.

Der Tanz ist aus,
verebbt der Applaus.
Der Vorhang sinkt.

Ein ganzes Leben
alles gegeben
die Melodie verklingt.


.