Thema: Todespfad

  1. #1
    Registriert seit
    Feb 2003
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    54
    Gestern oder morgen wann bin ich gestorben
    Bin weder in Hölle noch im Himmel geborgen
    Durchschneide Stille mit Sorgen
    Durch Kraft von Silben und Worten
    Worten die mich Lebenslang begleitet haben
    An Trauer und Feiertagen
    Bis zu Beileidskarten im dem Leichenwagen
    Als die Götter mich meines Lebens endlich erleichtert haben
    Doch die Worte schwanden wurden Schleier aus Luft
    Bleiben Genuss für meine Leiden und Frust
    Bin in mir gefangen dieser einsamen Gruft
    Hab ich Rückrat verloren und bleibe weiter geduckt
    Mein Geist ist weit aus meinem Körper gezogen
    Ich verkörper Millionen und erörter die Toten
    Haben mich meine eigenen Wörter betrogen
    Oder ging ich ihn die Falle von gestörten Verboten
    Weiß nicht warum ich starb nur das ich daneben steh
    Das ich niemals Sonnenschein nur immer den Regen seh
    Das ich jetzt nur nach meinen eigenen Regeln Leb
    Und so wurde mein Todespfad zu meinem Lebensweg

    Doch mein Tot begann zu meinem Lebenszeiten
    Reden wurde Schweigen konnte es zu spät begreifen
    Wollte jedem zeigen wer ich bin und lies die Feder schweifen
    Doch nach kurzer Zeit war Sonnenschein ein Nebelstreifen
    Ausgelaugt im Zimmer eingesperrt durch Einsamkeit
    Der Schreibwahn treibt mein Leiden weit
    Bis zum Stillstand meiner Reifezeit
    Drum gab es keine Blüten meiner Schreibarbeit
    Einst liebend war ich doch das endete jetzt
    Hatte mit Worten ganze Wände versetzt
    Meine Freunde schenkten mir auch unendlich Respekt
    Jetzt sitze ich da die Augen in die in Hände gepresst
    Tränen überfluten mein Zimmer bis ich ertrinke
    Schließlich versink in übriggebliebener Tinte
    Und als ich am Ende endlich friedlich verschwinde
    Erfahr ich letzlich noch des Lebens tiefere Sinne
    Doch Sinne verschwanden und wurden zu roter Farbe
    Verdecken mein Licht und lassen bloß eine Frage
    Und die Antwort die mir großteils besagte
    Ich hab mein Leben nur auf das Tot sein gewartet

    Bitte Kritik









    Deine gebrochenen Versprechen sind gesprochene Verbrechen

  2. #2
    Registriert seit
    Feb 2003
    Beiträge
    143
    hmmm....
    es ist schwer etwas zu sagen, nachdem du mich mit diesen Versen in eine andere Welt versetzt hast. Alles musste ruhig um mich sein, damit ich mit spannung und konzentration lesen konnte, denn zu lesen ist es schwer.
    Aber die Bilder....
    Manchmal gehst du zu aprubt von abstrakten Begriffen zu konkreten Situationen über, wo ich empfehlen würde, diese beiden Kategorien ein wenig zu sortieren.
    Am Anfang scheinen die Reime nicht ganz gewollt, eher erzwungen, aber das gibt sich sehr schnell.
    Den Gedanken, den du mit diesem Gedicht rüberbringst, treibt uns zu weit entfernten Ufern der philosophie.
    "Was ist der sinn des Lebens"?
    Eine uralte und doch nie beantwortete Frage.
    (meine Antwort: der sinn des lebens ist nach dem sinn zu suchen.)
    Diese Problemstellung meisterst du mit Bravour, du stellst damit viele Philosophen in die Ecke und lässt uns an deiner Art teilhaben, nach dem sinn zu suchen.
    Der Todespfad=Lebensweg
    dieses Bild finde ich genial, es vereint dieses sprachliche Spiel mit dem wort "weg", wobei du aber (zum besten des Gedichts) 2 verschiedene Wörter verwendest, mit der Frage nach dem Ziel des Lebens.
    Lebensziel=Tod
    Dieses von dir (sehr wahrscheinlich) bewusst gesetztes Paradoxon spaltet das Gedicht fast in 2 Teile, was auch in der Form vertreten ist.
    Der Teil des Lebens
    der Teil des Todes.
    Auch hier würde ich empfehlen mehr Symbole des Lebens in den einen und die Symbole des Todes in den anderen Tel zu packen, um diese Spaltung offensichtlicher zu machen.
    Aber vielleicht ist das das gute an diesem Stück, dass es sich noch wandeln kann, so wie wir uns hoffentlich auch noch wandeln können.
    alles in allem hast du mich in Staunen versetzt und gezeigt
    dichten heißt nicht nur artig Regeln einhalten, sondern auch neue zu entwerfen.
    herzlichen dank für die Eindrücke aus diesem Gedicht
    Mighty
    Und wenn ich Flügel kriege, so fliege ich. Und wenn ich denken kann, dann auch...

  3. #3
    Registriert seit
    Feb 2003
    Beiträge
    54
    Und ich bedanke mich herzlich für deine Kritik...
    Es ist auch richtig das ich aprubt von abstrakten Begriffen zu konkreten Situationen übergehe. Ich finde es aber nicht sehr störend. Mehr Symbole hätte ich schon verwenden können ist auch war aber ich habe einfach geschrieben ohne mir Gedanken zu machen welche Symbole oder sonstigen Stilmittel ich verwende. Ich schreibe einfach und lasse mich von der Sprache leiten. Manchmal ist das ein Vorteil manchmal ein Nachteil aber es ist wie es ist und so soll es auch sein.
    Deine gebrochenen Versprechen sind gesprochene Verbrechen

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