...ist noch etwas überarbeitungsbedürftig

Der Barsch
Man sagt, der Fluss entspringt ganz silbrig hell
fernab in jenem grünen Waldesrauschen,
bewacht von einem Barsch, aus einem kleinen Quell.
Um jenem ersten Plätschern einmal nur zu lauschen -
dem Ursprung nah zu sein,
verließen viele ihre Frauen, Kinder und ihr Heim.

Auch ich war sehnsuchtsvoll nach diesem unberührten Ort
und lief dann eines Tages von zu Hause fort.

Gab alles auf und ging dem Quell entgegen,
nichts bei mir als den festen Glauben,
ihn zu erreichen irgendwann in ferner Zeit.
Natürlich hofft' ich auch auf Gottes Segen,
ernährte mich von Früchten und von Trauben -
der Weg war steinig und unendlich weit.

So viele Weggesellen sah ich leblos liegen dort am Uferrand -
sie hatten früh schon aufgegeben
und bezahlten es mit ihrem Leben.
Als ich dann irgendwann, nach furchtbar langem Marsch
den Quell’, von Felsen gut geschützt, an unberührter Stelle fand
wurd’ er bewacht von einem metergroßen Barsch.

Ich traute meinen Augen kaum, so wild wurd’ dieses Tier,
als ich die Hand ihm reichen wollte.
Er sprang mich an, konnt' gerade noch entkommen -
der Fisch verhielt sich wie ein wilder Stier.
So kam es dass ich Steine und auch Felsen in die Quelle rollte,
die dann versiegte und ihr Wächter ist so umgekommen.

Als ich die Lage nun zu überblicken suchte
stand hinter mir ein wunderschönes nacktes Mädchen,
das wohl nach seiner Badestelle Ausschau hielt - die sie nicht fand
und furchtbar fluchte.
Ich nahm sie gleich an diesem unberührten Ort
an meine Hand
entführte sie für immer von hier fort,
in das von mir vor langer Zeit verlass'ne Städtchen

In meiner kleinen Hütte plätschert nun
der wahre Quell des Lebens.
Es gibt für mich nun gar nichts mehr zu tun
und auch die Suche nach dem Ursprung war vergebens.

Doch eines habe ich gelernt und das zum Schluss,
was ich der Welt in Barsches Namen hier noch sagen muss:
"Des Schicksals Wege sind oft unergründlich
Sie ändern sich und manchmal sogar stündlich"
Dieses waren seine letzten Worte,
als der Barsch durchschwamm die Himmelspforte.

2007