Thema: Labsal

  1. #1
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    5

    Labsal

    Du labst meinen Körper
    und meine Seele
    mit paradiesischen Geschenken
    voller Gegensätze

    Milch
    körperwarm und zart duftend
    presst Du in mich,
    schleuderst Du auf mich,
    löschst meinen Durst

    Honig
    sanfte einhüllende Worte
    verschrauben mein Innerstes,
    saugen mich
    an Dich
    stillen den Hunger

    Met
    bittere Glut,
    heißes Einhüllen
    in rieselndes Nass,
    Eintauchen
    in uns
    lässt mich fliegen


    Du lässt mich kosten
    die zarten und bitteren,
    die sonnenerwärmten Früchte,
    die Landschaften voller Schönheit
    und wilder, unbekannter Weite

    Du bietest mir den überquellenden Pokal,
    aus dem ich gierig trinke

    Du stillst
    alle Begierden

    und weckst
    immer neue

  2. #2
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    pause - das wars
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    452
    liebe gazelle,
    die letzten beiden verse lockten mich in dein paradies:

    Du stillst
    alle Begierden

    und weckst
    immer neue


    das drückt ein wesentliches merkmal von erotik aus. gut!

    kritik ansonst: ein bisschen viel der bilder, fast überladen. zu viel löschen und stillen! auch etwas überspannt:

    Milch
    körperwarm und zart duftend
    presst Du in mich,
    schleuderst Du auf mich,
    ...


    also: entweder "in" oder "auf" ...

    Honig
    sanfte einhüllende Worte
    verschrauben mein Innerstes,
    saugen mich
    ...


    geht sanftes nicht verführerisch leichter/langsamer vor? gleich verschrauben?

    Met
    bittere Glut,
    heißes Einhüllen
    in rieselndes Nass,
    Eintauchen
    in uns
    lässt mich fliegen


    tauchen oder fliegen? OK, vielleicht wie ein rochen?

    aber jetzt mal wieder etwas, was mir gefällt... leicht geändert (weil ich den gegensatz zart und bitter nicht so richtig sehe - ich denke es soll einer sein, und nicht zartbitter?):

    Du lässt mich kosten
    süßes und bitteres
    sonnenerwärmter Früchte,
    die Landschaften voller Schönheit
    und wilder, unbekannter Weite


    sieht jetzt nach viel kritik aus, ist aber nicht so gemeint. du wolltest der geliebten person das überwältigende nicht fassbare füllhorn schildern. aber es gilt auch in der erotik (oh, auch in der kritik...) : weniger ist mehr.

    und wie gesagt: die beiden letzten ... sind kurz, und sagen viel.
    liebevolles ciao!rekar

  3. #3
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    Mar 2006
    Beiträge
    5
    Hallo rekar,

    hab lange gezögert, noch einmal auf deine Zeilen liebevoller Kritik zu reagieren, weil ich dachte, es ist deine Sichtweise und natürlich immer erlaubt, etwas anderes zu sehen. Das ist ja der Zweck des Schreibens - was sagt MIR der Text, nicht das schöne Schulthema: was wollte der Dichter uns sagen?

    Trotzdem möchte ich noch etwas dazu sagen, was mich zu genau diesen Formulierungen trieb, die ich gewählt habe.

    Milch
    körperwarm und zart duftend
    presst Du in mich,
    schleuderst Du auf mich,
    ...

    also: entweder "in" oder "auf" ...


    Ich meine dagegen beides...

    Honig
    sanfte einhüllende Worte
    verschrauben mein Innerstes,
    saugen mich
    ...

    geht sanftes nicht verführerisch leichter/langsamer vor? gleich verschrauben?

    ... auch hier, ich will gerade das Widersprüchliche in mir zeichnen, das sanfte und einhüllende Worte zu tiefer Berührung und Fesselung Verschraubung eben - macht

    Met
    bittere Glut,
    heißes Einhüllen
    in rieselndes Nass,
    Eintauchen
    in uns
    lässt mich fliegen

    tauchen oder fliegen? OK, vielleicht wie ein rochen?


    ... wieder einmal der Versuch, die Ambivalenz dieser Liebe zu beschreiben, die ausgelösten Gefühle des ineinander Eintauchens, die Flügel verleiht, schweben lässt, fliegen. Nicht wie ein Rochen , sondern mit der Seele..

    Aus all diesen Gründen möchte ich auch bei
    Zartes und Bitteres
    bleiben.

    Genau diese Widersprüche sind es, die mich an diesen Mann fesseln.

    Trotzdem danke für deine Gedanken.
    Es gab schon manche Kritik, die den Kern traf, damals, als ich noch im lyrik-forum schrieb.

    gazelle

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