1. #1
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    Waldspaziergang

    Originalfassung
    Waldspaziergang

    Fernab des Waldes lichter Auen
    wo Immergrün und Veilchen steh'n,
    wo Ros' und Nelke sich vertrauen
    und frisch verliebte Paare geh'n.

    Dort regt sich sanft der Abendwind,
    spielt mit den Blättern und verklingt;
    gleich dem gewissenlosen Kind,
    das halblaut eine Weise singt.

    Von Buschwerk und Gesträuch getarnt
    der leisen Melodie wir lauschen,
    als hätte sie uns nicht gewarnt-:

    Doch plötzlich 'starkt des Windes Rauschen
    weil wir vom Fliederdorn umgarnt
    gar honigsüße Blicke tauschen.

    Überarbeitete Fassung
    Waldspaziergang

    Fernab des Waldes lichter Auen
    wo Immergrün und Veilchen steh'n,
    wo Ros' und Nelke sich vertrauen
    und frisch verliebte Paare geh'n,

    weht leise, leicht der Abendwind,
    der lieblich in den Blättern klingt;
    wie ein gewissenloses Kind,
    das halblaut eine Weise singt.

    Von Buschwerk und Gesträuch getarnt,
    vernehmen wir des Windes Rauschen;
    Obwohl wir von ihm vorgewarnt,

    entflieht uns bald die Lust am Lauschen
    weil wir, vom Blütenduft umgarnt,
    gar honigsüße Blicke tauschen.
    Geändert von Coup de grâce (22.12.2008 um 22:27 Uhr)

  2. #2
    DerKleinePrinz* Guest
    Guten Abend Picasu
    Voller Freude darf ich feststellen, dass sich anscheinend ein ausgezeichneter Dichter ins unsere Reihe verirrt hat, sei ganz herzlich Willkommen und fühl dich hier wohl!

    Dein Waldspaziergang gefällt mir wirklich ausnahmslos, ich kenne mich leider mit dem Sonett nicht besonders gut aus, deshalb weiß ich nicht,ob der Vorschlag den ich dir machen möchte, legitim ist. Wenn er gegen die Regeln eines Sonetts spricht, ignoriere ihn einfach
    Da du in Strophe eins im Endeffekt ohne Prädikat arbeitest, wirkt der Punkt am Ende des vierten Verses störend auf mich, deshalb würde ich hier mit einem Enjambement arbeiten, was dann so aussehen könnte:

    Fernab des Waldes lichter Auen
    wo Immergrün und Veilchen steh'n,
    wo Ros' und Nelke sich vertrauen
    und frisch verliebte Paare geh'n,

    regt sich ein sanfter Abendwind,
    der lieblich in den Blättern klingt;
    gleich dem gewissenlosen Kind,
    das halblaut eine Weise singt.
    Es ist nur ein Vorschlag, allerdings finde ich, dass jetzt ein besserer Lesefluss gegeben wäre.

    Insgesamt ist dein Gedicht aber wirklich herrlich, und auch sicherlich nicht dein erstes, nicht wahr?

    Sehr freudige und begeisterte Grüße
    Der Kleine Prinz

  3. #3
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    Lieber Kleiner Prinz,

    vielen Dank für die herzliche Aufnahme.
    Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich mich selber mit Sonetten nicht sonderlich auskenne.
    Ich versuche lediglich das Reimschema "abab, cdcd, efe, fef" zu befolgen.
    Soweit ich weiß müsste das Sonett strenggenommen in 5-hebigen Jamben verfasst sein?!
    Zu Deinem Verbesserungsvorschlag!
    Bezüglich des Leseflusses hast Du definitiv recht: Er verbessert sich enorm.
    Allerdings fällt es mir persönlich schwerer, die Parallele zwischen dem "Wind" und dem "gewissenlosen Kind" in der 2. Strophe zu sehen (wenn ich Deine Verbesserung übernehme). Das mag allerdings damit zusammenhängen, dass ich mich an meine Version des Sonetts gewöhnt habe!
    Auch für Deine positive Kritik danke ich Dir natürlich herzlich, obwohl ich, da ich ziemlich selbstkritisch bin, gehofft hatte, dass es steinschmelzende Kritik hagelt.
    Es ist eines meiner frühen Gedichte und ich hoffe, hier hart an meinen Fertigkeiten arbeiten zu können (da die späten Gedichte noch nicht geschrieben sind ^^)

    Also vielen Dank und ganz ganz Liebe Grüße
    Picasu

  4. #4
    DerKleinePrinz* Guest
    Huhu nochmal

    Nunja, wenn es mir aber gefällt, bleibt mir nichts anderes als ein Lob übrig. Du hast mit deinen Zeilen mein Niveau schon weit überschritten, sodass ich dir keine "steinschmelzende" Kritik geben kann, tut mir Leid. Aber meiner Meinung nach wird dir sicherlich auch der größte Fachmann ein Lob erteilen
    Mein Vorschlag bezog sich vorallem auf den Zeilensprung, den zweiten Vers in der zweiten Strophe musste ich nur aufgrund der Satzstellung ändern, inhaltlich kannst du natürlich nochmal nach deinen Vorstellungen die Feder schwingen

    Liebe Grüße
    Der Kleine Prinz

  5. #5
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    Hallo ferdi!

    Vielen Dank für die steinschmelzende Kritik.
    Was ich nicht verstehe ist Folgendes: Warum wird nicht erkenntlich, dass sich das "sie" auf die "leise Melodie" bezieht?

    Danke für den Hinweis mit den Kommata, da war ich unaufmerksam.
    Meinst Du mit "gemusst", dass ich " 'starkt" in die Versform quetschen "musste"? Oder hat das Wort "erstarken" einen "muss"-Charakter?
    Die Inversion, die ich selber nicht einmal bemerkt hatte, werde ich beizeiten eliminieren.

    Der Kitsch ist durchaus gewollt. Ich widmete es einem Mädchen.
    Die ganze "Sache" war extrem kitschig.

    Und welchen Sinn es macht heutzutage solche Gedichte zu schreiben?
    Damalige Dichter sind meine Vorbilder und ich weiß, dass ich deren Standard niemals erreichen werde. Also vergnüge ich mich in der heutigen Zeit damit ihnen nachzueifern, dabei eigene Erfahrungen zu verarbeiten und sie (jene Dichter) im Stillen zu verehren.

    Also vielen Dank für die hilfreiche Kritik und einen lieben Abendgruß
    Picasu

  6. #6
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    Hallo Picasu;

    Sich mit einer Sonett vorzustellen find ich schon mal lobend, denn ich weiß selbst wie schwer es ist eine zu verfassen.
    Mir persönlich ist sie nicht zu kitschig..

    Fernab des Waldes lichter Auen
    wo Immergrün und Veilchen steh'n,
    wo Ros' und Nelke sich vertrauen
    und frisch verliebte Paare geh'n.

    XXxXxXxXx
    xXxXxXxX
    xXxXxXxXx
    xXxXxXxX

    Dort regt sich sanft der Abendwind,
    spielt mit den Blättern und verklingt;
    gleich dem gewissenlosen Kind,
    das halblaut eine Weise singt.
    xXxXxXxX
    XXxXxXxX
    XxxXxXxX
    xXxXxXxX
    Von Buschwerk und Gesträuch getarnt
    der leisen Melodie wir lauschen,
    als hätte sie uns nicht gewarnt-:
    xXxXxXxX
    xXxXxXxXx
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    Doch plötzlich 'starkt des Windes Rauschen
    weil wir vom Fliederdorn umgarnt
    gar honigsüße Blicke tauschen.

    xXxXxXxXx
    XXxXxXxX
    xXxXxXxXx

    Ich habs mal durchgeixt.. metrisch ist es nicht ganz sauber, wenn ichs denn richtig gemacht habe??
    Aber beim Lesen stört es mich nicht.

    Ich war gerne hier zu Gast.. und heiße dich herzlich Willkommen.
    Behutsame Grüße,
    Behutsalem
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  7. #7
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    Guten Morgen Behutsalem!

    Vielen Dank für's Durchixen und Willkommenheißen!
    Auch ich grüße Dich und freue mich darüber, dass Du gerne hier warst.
    Hier einmal mein Geixe!

    Fernab des Waldes lichter Auen xXxXxXxXx
    wo Immergrün und Veilchen steh'n, xXxXxXxX
    wo Ros' und Nelke sich vertrauen xXxXxXxXx
    und frisch verliebte Paare geh'n. xXxXxXxX

    Dort regt sich sanft der Abendwind, xXxXxXxX
    spielt mit den Blättern und verklingt; xXxXxXxX
    gleich dem gewissenlosen Kind, xXxXxXxX
    das halblaut eine Weise singt. xXxXxXxX

    Von Buschwerk und Gesträuch getarnt xXxXxXxX (was nicht geht, da "Ge" eine Hebung sein muss?)
    der leisen Melodie wir lauschen, xXxXxXxXx
    als hätte sie uns nicht gewarnt-: xXxXxXxX

    Doch plötzlich 'starkt des Windes Rauschen xXxXxXxXx
    weil wir vom Fliederdorn umgarnt xXxXxXxX
    gar honigsüße Blicke tauschen. xXxXxXxXx

    So sieht das bei mir aus. Ist dem Leser natürlich überlassen, ob er die interpretatorisch relevanten stellen anders betont!
    Wenn mein Metrum so nicht legitim ist bitte ich um Aufklärung, denn auf Deine Betonungsidee wäre ich nicht gekommen.

    Ganz Liebe Grüße und einen schönen Tag
    Picasu
    Geändert von Coup de grâce (08.12.2008 um 08:18 Uhr)

  8. #8
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    Hallo nochmal!

    Der Sinn im ersten Terzett ist wohl auch nur interpretatorisch erschließbar.
    z.B. : Der Wind "singt" die Melodie der Liebe, die etwas in Bewegung setzt, aber auch "verklingt". Auch der Vergleich mit dem "gewissenlosen", vielleicht naiven Kind, das "hablaut", also unsicher, eine "Weise" (der Liebe?) singt, bringt möglicherweise die Liebe mit Ungewissheit in Verbindung.

    Die Melodie warnt also, da Liebe Reife erfordert und selbst dann noch etwas Vergängliches ist (was evtl. Verletzen kann e.t.c.).

    Dementsprechend könnte man auch das 2. Terzett aufschlüsseln.

    Das ist nur mein Ansatz!
    Vielleicht erkennst Du ja jetzt einen Hauch von Sinn in den Zeilen.
    Oder vielleicht war ja eben das der "so wenige Sinn", den Du gesehen hattest!

    Einen guten Start in die Woche wünscht
    Picasu

  9. #9
    Sneaky Guest
    Hallo Picasu,

    ein paar Antworten hast du schon gegeben, so z.B. die Melodie, die vorwarnt. Ich hab auch noch ein paar Punkte, die mir aufgefallen sind.

    Das erste Quartett ist für mich wegen der Abtrennung durch "." kein vollständiger Satz mehr. Da würde ein Komma mit anschließendem Strophenenjambement abhelfen z.B erhebt sich sanft...je nachdem, wie du zur Strophenverbindung stehst.

    Das erste Quartett beschreibt Szenerie, das für mich seltsame dabei ist, dass sie durch "fernab" eingeleitet wird. Wenn ich den Satz in seine Bestandteile auflöse, heißt es doch fernab von der lichten Wald-Au, dort wo Rosen und Immergrün und Paare sind/gehen erhebt sich ein Wind?

    Dieser Wind, der doch fernab sich eben erhebt, wie kann er quasi sofort in Blättern spielen Und in welchen Blättern?

    in Quartett 2 finde ich das vorwitzige Kind sehr charmant aber du setzt es in Vergleich zum Wind
    der mit den Blättern spielt und verklingt
    gleich dem gewissenlosen Kind,
    das halblaut eine Weise singt.
    Wenn die Gleichsetzung passen soll, müsste das dann nicht "sang" sein?
    Der Wind verklingt wie ein Kind das halblaut singt? bedeutet doch, dass man noch hört?
    In diesem Quartett sind die Endwörter mE auch zu ähnlich, um gut minteinander zu klingen. Hier stehen Assonanzen und Reime auf Kriegsfuß.

    Fliederdorn, haben Flieder Dornen? Bin kein Botaniker, weiß es wirklich nicht.

    Die Elision bei `starkt und die umgedrehte Satzstrukur finde ich schade.

    Weiter gehts mit der Wind erstarkt.

    Die Quelle des Windes ist doch fernab von den Paaren, zumindest laut S1 und 2. Da verwunderts mich, dass der Wind diese Blicke spüren und sofort dort erstarken kann.

    Ich weiß, das ist ein Gedicht und keine lineare Gleichung. Trotzdem sind mir die gegebenen Zusammenhängen schief.

    Das Gedicht ist aber um Längen besser als so einiges, was ich als Erstlingsgedicht schon gelesen habe. Bin mal gespannt, ob und was von dir noch so eingestellt wird.

    Gruß

    Sneaky
    Geändert von Sneaky (08.12.2008 um 13:18 Uhr)

  10. #10
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    Hallo Sneaky,

    besten Dank für die mühselige Aufdröselung der unstimmigen Zusammenhänge.
    Zum Enjambement, das schon der Kleine Prinz vorschlug, hier meine Idee.

    und frisch verliebte Paare geh'n,

    regt sich noch sanft der Abendwind,
    spielt mit den Blättern und verklingt
    ...

    Die Zerstückelung des ersten Quartettes sehe ich genauso.
    Allerdings würde ich nicht unbedingt sagen, dass das Regen des Windes darauf hindeutet, dass er sich dort erhebt, also "ausbricht".
    Es kann auch sein, dass Reste eines starken Windes sich auch in die abgelegenen Winkel des Waldes verirren, zum Beispiel.
    Um dies noch zu Unterstreichen, habe ich in meinem Enjambement-Vorschlag das "noch" eingebaut. Vielleicht ist es jetzt deutlicher!

    Davon ausgehend, dass der Wind sich nicht erhebt, sondern ein Überbleibsel des kräftigen Windes ist, kann er auch (noch) in den Blättern spielen.
    Ist es hier wirklich relevant welche Blätter es sind?
    Für mich persönlich ist der Wind das tragende Symbol im Gedicht und die Blätter spielen für mich keine prioritäre Rolle.
    Ist es zu flach einfach zu sagen, der Leser könne sich ja vorstellen, dass es Rosen- und Nelkenblätter sind?

    Nun zu dem Kind.
    Du hast vollkommen recht.
    Es ist ein Bild, das ich schön fand. Ich habe es intuitiv aufgeschrieben, da ich nur im Auge hatte, dass es die Terzinen unterstützt.
    Die einzige Parallele, die ich nach wie vor sehe, ist jene, dass das gewissenlose Kind, gleich dem Wind, singt. Es singt eine Weise (der Liebe?) und genau wie das Rauschen des Windes verklingt diese.
    Doch zur Durchsetzung dieses Vergleiches müsste es wohl in der Tat "sang" heissen.

    Vielleicht sollte ich das zweite Quartett in Bezug auf Inhalt und Endwörter noch einmal überarbeiten!

    Fliederdorn ist eine Wortschöpfung. Ich hätte auch "Blütenduft" o.ä. verwenden können. Letztendlich habe ich mich allerdings für den Fliederdorn entschieden. Vielleicht auch eine Möglichkeit mit der Interpretation anzusetzen! (Flieder => berauschend, duftend.... // Dorn => spitz, gefährlich)

    Doch dann erstarkt des Windes rauschen
    weil wir, vom Fliederdorn umgarnt,
    gar honigsüße Blicke Tauschen.

    -> Beantwortet natürlich nicht Deine Frage, wie der Wind sofort erstarken kann, aber eliminiert die von Dir angemerkte Elision.

    Das Erstarken des Windes ist vermutlich ein Schulbubenfehler meinerseits.
    Wir haben hauptsächlich Sonette mit starken Umbrüchen behandelt und wurden sozusagen darauf getrimmt, einen (extrem) deutlichen Umbruch zu schaffen.

    Lieber Sneaky, vielen vielen Dank für die Mühe, die Du Dir gemacht hast!

    Es grüßt herzlichst
    Picasu

    PS: Vielleicht:
    weht leise, leicht der Abendwind,
    der gar sanft und zärtlich klingt
    gleich dem gewissenlosen Kind,
    das halblaut eine Weise singt.

    Die Reimwörter blieben leider beim Alten.
    Der ungewisse Aspekt mit den Blättern wäre allerdings eliminiert.
    Durch das Fehlen des Wortes "verklingen", wird der interpretatorische Zugang zum Gedicht (den ich in einem vorherigen Post anführte) - meiner Ansicht nach - allerdings schwerer!

    Dann :
    Von Buschwerk und Gesträuch getarnt
    der leisen Melodie wir lauschen, das leise müsste wegen WW geändert werden
    als hätte sie uns nicht gewarnt-:

    Doch dann erstarkt des Windes Rauschen
    weil wir, vom Fliederdorn umgarnt,
    gar honigsüße Bliche tauschen. gar müsste ebenfalls geändert werden

    Na, ja... Die Terzinen überarbeite ich mit Zeit und Muße garantiert nochmal!

    z.B. (ziemlich flach + interpretatorische Probleme)

    Von Buschwerk und Gesträuch getarnt
    lauschen wir des Windes Rauschen;
    Wir waren von ihm vorgewarnt.

    Und schließlich fehlt die Lust am Lauschen
    weil wir, vom Fliederdorn umgarnt,
    honigsüße Blicke tauschen.

    Da haben wir nun 2x das Wort "lauschen" ...

    Vielleicht zum Überblick eine überarbeitete Version:

    Waldspaziergang

    Fernab des Waldes lichter Auen
    wo Immergrün und Veilchen steh'n,
    wo Ros' und Nelke sich vertrauen
    und frisch verliebte Paare geh'n,

    weht leise, leicht der Abendwind,
    der gar sanft und zärtlich klingt
    gleich dem gewissenlosen Kind,
    das halblaut eine Weise singt.

    Von Buschwerk und Gesträuch getarnt
    lauschen wir des Windes Rauschen;
    Wir waren von ihm vorgewarnt.

    Und schließlich fehlt die Lust am Lauschen
    weil wir, vom Fliederdorn umgarnt,
    honigsüße Blicke tauschen.

    Es grüßt noch einmal winterlich
    Picasu
    Geändert von Coup de grâce (08.12.2008 um 16:53 Uhr)

  11. #11
    Sneaky Guest
    Hallo Picasu,

    mit der überarbeiteten Version sind die meisten meiner Meckereien weg. Das doppelte Lauschen, das dir ja selber nicht gefällt, sollte doch ersetzbar sein, vernehmen wir oder so was in der Art.

    Den Fliederdorn glaub ich dir nicht. ICh hab zwar ein dickes Fell, aber wenn ich mir vorstelle ich lass mich von Dornen umgarnen, ne das ist mir zu kratzig sry.

    Die Stammsilbe ist zwar Flied- aber der Modifizierer Dorn ist selbst einem Grobromantiker wie mir zu herb.

    Gruß

    Sneaky

  12. #12
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    Guten Abend Sneaky,

    Besten Dank für das Wörtchen "vernehmen".
    Vermutlich weiß ich momentan nicht ganz, wo mir der Kopf steht!

    Hier noch einmal ein Versuch, die Terzinen zu verändern.

    Von Buschwerk und Gesträuch getarnt,
    vernehmen wir des Windes Rauschen;
    Obwohl wir von ihm vorgewarnt,

    entflieht uns bald die Lust am Lauschen
    weil wir, vom Blütenduft umgarnt,
    honigsüße Blicke tauschen.

    Einen schönen Abend wünscht
    Picasu
    Geändert von Coup de grâce (08.12.2008 um 21:31 Uhr)

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