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Thema: Waldeslust

  1. #1
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    Waldeslust

    Ein schwarzer Wald, so fein und dicht
    und mitten drin die tiefe Schlucht.
    Dort spiegelt sich im matten Licht,
    das, was dort die Tiefe sucht.

    Es ist das Ziel von starkem Sehnen,
    von dem, der es so heiss begehrt
    und es sieht des Glückes Tränen,
    der, der sich danach verzehrt.

    Das Glück dort in des Waldes Mitte,
    fängt mit Vorwärtsschritten an,
    dann folgen Vor- und Rückwärtsschritte
    und frohes Hüpfen dann und wann.

    Wenn lieblich dann die Vöglein singen
    und es atmet frei die Brust,
    dann wird des Glückes Rausch beginnen
    es erfüllt sich Waldeslust.
    Geändert von Hans Plonka (19.09.2010 um 11:45 Uhr)

  2. #2
    Rabenmädchen Guest
    Hallo Hans Plonka,

    schön dass Dich die Wälder so inspirieren konnten, dass Es Deinen LyrI wie einen Gummiball über die Heide hüpfen ließ vor Glück und Freude. Nun ist es ja Dezember und hier in der Mark Brandenburg krächzen nur die Raben. Vereinzelt, traut man den Sängern der Region, soll es sogar wieder Wölfe geben. Kalt und nass ist es auch. Kurzum: sehr ungemütlich. Vielleicht liegt es am Mangel romantischer Schluchten? In der Nähe von Bad Freienwalde soll es eine geben, habe ich mir sagen lassen, aber man hört und liest ja vieles. Mohammed streift nun weiter durch die Bleiwüsten. Ein wenig befreiter ist ihm jetzt aber auch zumut, nach diesem Spaziergang.

    Schluchtlos grüßt

    Mohammed, der Liebe

  3. #3
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    hm - irgendwie werde ich den gedanken nicht los, dass du ein ur-ur-ur-ur-ur- hm moment mal - enkel oder neffe vom rübezahl bist, lieber hans...

    nun ein schwarzer wald macht dem ۺ-leser nun doch ein bissi angst, vor allem wirds' echt zu tief...auch zuviel hin- und hergeschritten wird mir. und dann: zuguterletzt piepsen das winzige federvieh, dass erstmal schweigsam schien. der text iss an sich süss schreit aber nach einem grausem antonymo des alten ralfelchens....hahahahah

  4. #4
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    hallohans,

    ich spür garkeine Erotik bei dem Text....
    is wohl nix fürn Spanner..
    ich streich mir das weichwarme Moor von den Schenkeln und steh zitternd im Winterwald
    so ist das halt

    Gruß vom
    moorvolk

  5. #5
    ReinART Guest
    Hallo Hans Plonka
    dies ist ein sehr schönes Gedicht und ich weiß beim besten Willen nicht, welche Elfe Dich dort im Wald verführt haben mag, dass Du es unter erotik einstellst. Es kann nicht daran liegen, dass hier die meisten Zugriffe erfolgen. Dies hat das Gedicht nicht nötig.
    Ließ bitte mal dieses Gedicht von mir: http://www.gedichte.com/showthread.php?t=125721
    Haben wohl ähnliche Erfahrungen im Wald gemacht. Wobei ich nat. nicht verhehle, dass man eben auch jene erotischen dort erleben kann
    Bei der letzten Zeile stolpere ich etwas
    und es erfüllt sich Waldeslust.
    Ginge auch : und es erfüllt sich mir die Waldeslust.??
    Alles Gute
    reinhard

  6. #6
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    Waldeslust

    Hallo Rabenmädchen, ralf, moorvolk, reinArt,

    nach langer Zeit bin ich noch einmal auf dieses Gedicht gestoßen und danke jetzt leider verspätet für euer Interesse. Es freut mich das es euch gefallen hat. Bei der Erotik muss man schon sehr vorsichtig sein. Der Geschmack ist da sehr verschieden.
    Bei der letzten Zeile habe ich das "es" weggelassen. Ich denke, dass diese Zeile jetzt metrisch ist.

    LG Hans
    Geändert von Hans Plonka (19.09.2010 um 11:43 Uhr)
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

  7. #7
    Jazemel Guest


    Metaphern sind ja etwas feines, sofern sie nicht entgleiten und der Leser beginnen muss, logisches rätselraten zu veranstalten. Erstaunt bin ich ja etwas, dass die Vorkommentatoren das so einfach geschluckt haben - eventuell geblendet von der Waldeslust.

    Das erste Mal entgleitet die Logik bereits in der ersten Strophe:

    Ein schwarzer Wald, so fein und dicht
    und mitten drin die tiefe Schlucht.
    Dort spiegelt sich im matten Licht,
    das, was dort die Tiefe sucht.


    Es spiegelt sich im matten Licht. Worin spiegelt es sich?Allein mattes Licht spiegelt ganz sicher nicht. Glattpoliert, so dass es spiegelt? Ein See? Das möchte man nicht hoffen, angesichts der Rubrik. Leser fragt sich also, worin nun spiegelt sich das beste Stück/Finger/Zunge what ever, in dieser tiefen Schlucht? Ein leichtes (feuchtes) Glänzen reicht auch nicht für eine Spiegelung. Die gesamte dritte Zeile zieht die erste Strophe ins Absurde.

    Es ist das Ziel von starkem Sehnen,
    von dem, der es so heiss begehrt
    und es sieht des Glückes Tränen,
    der, der sich danach verzehrt.

    Ich habe es schon einmal irgendwo unter eines deiner vermeindlichen Erotikgedichte geschrieben. Das Wort heiss allein, sowie das Wort begehren, bringen nichts an Stimmung rüber. Eine bloße Beschreibung, die den Leser kalt lässt - fatal wenn es um heißes Begehren geht. Es wäre besser, mal weg von den Bäumen (Wandergesellen, Erdbeerernte u.s.w.), den Wäldern zu gehen und nach Metaphern für den Akt an sich zu suchen, die tatsächlich sowas wie begehrliche Hitze vermitteln. Das ist auch in der folgenden Strophe so.

    Das Glück dort in des Waldes Mitte,
    fängt mit Vorwärtsschritten an,
    dann folgen Vor- und Rückwärtsschritte
    und frohes Hüpfen dann und wann.

    Das liest sich nun wie ein Kinderhüpfspiel: Und eins - und zwei - und drei - und vier- vorwärts - rückwärts - seitwärts - rein - hoch - runter - hin und her. Und eins - und zwei......
    Ich weiß nicht, ich sehe da vor meinem geistigen Auge die Protagonistin, die Eigentümerin der tiefen Schlucht, liegen, sich winden - allerdings nicht vor Lust, sondern geplagt von einen Lachanfall.


    Wenn lieblich dann die Vöglein singen
    und es atmet frei die Brust,
    dann wird des Glückes Rausch beginnen
    es erfüllt sich Waldeslust.

    Singende Vögel, wo kommen die jetzt her? Liebliches Trilieren der Akteure? Gut, es soll Laute geben die sich nach fiependen Eichhörnchen.... nein - sollten da nicht eher andere Töne kommen? Oder ist es das erfreute Jauchzen dessen, der suchte, wider erwarten fündig wurde?


    Also, von Rausch keine Spur, Erotik gleich Null, nur (mal wieder) unfreiwillige Komik, verunglückte Metaphern. Das Ganze wäre unter Natur besser aufgehoben, als eines der üblichen DerglücklicheWandersmann-Gedichte.



  8. #8
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    Hi, Hans,
    so ein hocherotisches Gedicht geht nicht spurlos an mir vorüber.
    Da ist also ein schwarzer Wald, ein feiner, ein dichter schwarzer Wald. Und mitten in diesem feinen, dichten, schwarzen Wald ist mitten drin DIE tiefe Schlucht. Da kam mir die Erleuchtung: Der Hans macht aus der Schambehaarung einen feinen, dichten, schwarzen Wald (und bedenkt nicht, wieviel Ängste ein feiner, dichter, schwarzer Wald auf einen Unbedarften wie mich ausüben kann). Aber die Belohnung für ausgestandene und überwundenen Ängste ist ja nicht weit. Die tiefe Schlucht! Welch eine treffende, überwältigende Metapher für Vagina. Und in dieser mittigen, tiefen Schlucht spiegelt sich etwas im matten Licht. Was spiegelt sich da? "Das, was dort Tiefe sucht." Sei ehrlich, Du meinst den Penis des LI! Von einem See in der Schlucht hast Du aber nichts gesagt. Nun stehe ich auf dem Schlauch. Worin spiegelt sich das, was Tiefe sucht in mattem Licht? Die erste Strophe lässt mich ratlos zurück. "Es ist das Ziel..." - was ist das Ziel? Der Wald - geht nicht, dann müsste es "er ist das Ziel..." heißen. Die Schlucht? Geht auch nicht, dann müsste es "sie ist das Ziel..." heißen. Das matte Licht? "Das matte Licht ist das Ziel des Sehnens"? Oder die Spiegelung? Nee, glaub ich nicht. Bleibt es also beim Licht. Du scheinst mir ein arger Schlingel zu sein! Selbst in der tiefen Schlucht im schwarzen, dichten, feinen Wald leuchtet Dir noch ein Licht, und dieses Licht ist das Ziel des starken Sehnens von dem, der "es" so heiß begehrt. Ich glaube, Du willst mich veräppeln. Ich sehe das LI in "Vorwärtsschritten" in der Schlucht (denn die ist ja in Waldes Mitte) herantänzeln, denn es kann nur so etwas wie ein Veitstanz sein: Vorwärtsschritte gefolgt von Vorwärtsschritten, Rückwärtsschritte und dann endlich das Ballett der Hupfdohlen. Erotischer gehts nimmer! Ja, ich höre die Vöglein singen, da in des feinen, dichten, schwarzen Waldes Mitte, da in der Schlucht in der sich was auch immer in mattem Licht spiegelt, ja, freier atmet die Brust, auch bei mir beginnen sich Rauschzustände einzustellen und fröhlich stimme ich ein: "Waldesluhuhust, Waldesluhuhust, oh wie einsam schlägt die Brust! Ihr kleinen Vögelein usw." - hattu Volkslieder gelesen nachdem Du die Bibel zur Seite gelegt hast?
    Heinz
    Geändert von Festival (22.09.2010 um 14:49 Uhr)

  9. #9
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    Hallo Hans.


    Dein Wald und Schluchtenfreudensingen erinnerte mich an meine Jugend, in der man noch die tiefen Wälder besang und sich dabei unglaublich cool und erwachsen vorkam, während man dabei kicherte und so gar nicht wusste wie die Wirklichkeit der Schluchten beschaffen ist.
    Im ersten Vers ist die letzte Zeile nich schlüssig, denn das matte Licht scheint ja auf die tiefe Schlucht, da ist ja erstmal noch nichts weiter da, ausser Begehren dorthin zu gelangen. ... was man(n) im Traum schon oft besucht.... wäre ne Alternative.
    Das plötzlich ertönenende Singen der lieben Vögelein stört mich wiederum nicht, fängt doch im entscheidenden Moment etwas unbenennbaren in uns zu singen und zu jubilieren an.
    Vorwärtsschritte, Rückwärtsschritte jedoch ist wirklich unverzeihlich, hättest du statt dem Wald einen Tanzboden beschrieben, naja dann gings noch. Allerdings ist ein tief in den Wals eindringen, ein in die Schlucht gleiten und weils so schön war nochmal von vorne, auch extrem schwer verbal verständlich und doch poetisch darzustellen, also ist es vielleicht besser darauf zu verzichten.
    Nun hat also dein Stoß in den alten Waldes Schoß dieses versunkene Utensil wieder an die Oberfläche geschwemmt und ich blase fröhlich mit ins Horn, denn es hat mich, als Antwort, zu einem weiteren contratiempo inspiriert:

    Ein glücklicher Wandersmann begehrte
    eine Schöne, die er verehrte.
    2 reife Erdbeeren sie ihm entgegenstreckte
    an denen er gern leckte.
    Doch als er den Urwald über der Schlucht entdeckte
    ihm sein Wanderstab verreckte.
    So wanderte er weiter und sucht die Freude
    nun auf der kahlrasierten Heide.



    Liebe Grüße
    Sali
    Einladung zum mitmachen: http://www.gedichte.com/showthread.php?t=107313

    -ich übe noch-
    betriebsblind sehe ich nicht ob dieser Kamin noch zu retten oder schon abzureißen ist.

    Was kann ich treffen? was kann treffen mich?
    Was trifft der Sinn, und was ihn trifft, bist du.

  10. #10
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    Schwarzwaldmädl

    Hallo Hans,
    Dies Gedicht - Die neue Definition des "Schwarzwaldmädels" - ist sicher nicht Dein bestes. Insgesamt triffst Du mit Deinen Werken der Kategorie Erotik nicht meinen Geschmack. Dafür hast Du aber Jazemel, Kulturheinzi und Salseda zu Kommentaren verleitet, die das alles wieder Wett machen.
    Ich habe drei Anläufe benötigt um Heinzens Kommemtar in einem Stück zu lesen. Davor schossen mir die Lachtränen spätestens beim dritten Zitat des
    feinen, dichten, schwarzen Wald(es)
    so aus den Augen das ich ich mehr weiter lesen konnte. Auch Salsedas Fortsetzung der Wanderung bis auf die kahle Heide hat mich sehr erfreut. Und ich muss sagen, ich fand die reifen Erdbeeren deutlich erotischer, als die tiefe Schlucht in diesem
    feinen, dichten, schwarzen Wald


    Nichts für Ungut Hans
    Gruß
    Jim Knopf
    Geändert von Jim Knopf (24.09.2010 um 22:55 Uhr)
    Lieber schlecht gedichtet als Leck geschlagen.
    ©M.Schröter

  11. #11
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    Waldeslust

    Hallo Jazemel,

    kann Deine Kritik gut akzeptieren, auch wenn sie mir ein wenig subjektiv erscheint. Nicht verständlich ist mir die Aussage "keine Spur erotisch". Dies dürfte doch sicher Dein Empfinden und nicht allgemein so sein.

    LG aus Wien

    Hallo Heinzi,

    es freut mich, dass Du die Synonyme gut erkannt hast. Mit den Schritten bin ich ein Wenig in die Komik abgerutscht, was auch die Erotik ein wenig abschwächt.

    LG aus Wien Hans

    Hallo Sali,

    mit den Synonymen habe ich meine Phantasie ein wenig schweifen lassen. Das Singen habe ich auch des öfteren in glücklichen Momenten so empfunden. Die Schritte mögen zwar humorvoll anmuten doch wer möchte da nicht viele Schritte tun statt nur einen kurzen Spaziergang.

    Danke auch für Dein schönes passendes Gedicht.

    LG aus Wien Hans
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

  12. #12
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    122
    Ich lach mich scheckig, Salseda über Deine Verse. Wunderbar. Lach. Die Feder

  13. #13
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    Lieber Hans Plonka

    Finde das Gedicht famos. Ich als alte Waldliebhaberin, Berggängerin und Pilzsucherin, liebe es. Von Erotik für mich auch keine Spur. Eben mehr das Lied, wie schon zitiert.... Waldesluuuuuusst... Für mich wärs für meine Hobbys, passender und für mein Wohlgefühl, (wenns so sagen darf) wenn der Wald, Dein Wald undüstrer in dem ersten Vers wär und dann eben in einer anderen Kategorie lesend aufbewahrt. Ansonsten lieber Hans, find ich es für meine Fantasie von Natur genau richtig und wunderschön. Gruß die Feder

  14. #14
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    Waldeslust

    Liebe Feder,

    wenn auch so manche der Übersicht wegen den Wald abholzen, so gibt es doch auch Liebhaber, die einen schönen Wald zu schätzen wissen. Wenn es zu dunkel ist, dann schalten wir eben das Licht ein.
    Habe mich über Deinen Kommentar gefreut und danke Dir herzlich.

    LG aus Wien Hans

    Hallo Joasch,

    danke für Deine positive Meinung. Die Filme von mir sind noch sehr unprofessionell, doch mein Verleger meinte das wäre für den Anfang so in Ordnung. Hatte vor 14 Tagen einen 40minütigen Auftritt, bei dem ich wesentlich besser war.

    LG aus Wien Hans
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

  15. #15
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    Hi, Hans Plonka!

    Wenn die "Schlucht" nicht wäre -
    ich hätte den Mummelsee mit seinen Nixen vor Augen.
    Tippe ich sehr daneben?


    Waldliebende Grüße
    von
    Barbarossa

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