Thema: Koma

  1. #1
    ReinART Guest

    Koma

    Koma

    Kaum nachweisbare Gehirnfunktionen.
    Tot-fast
    Sitze bei Dir und rede.
    Halte Deine Hand.
    Streich Dir übers Haar.
    Es ist grau geworden.
    Sagst kein Wort
    Deine Augen starren ins Leere
    Wenn ich nur wüsste, was Du siehst.
    Nicht das, was ich sehe.
    Schaust hinaus durch Wände
    die es für Dich nicht gibt.
    Ich spüre dass Du da,
    aber nicht hier bist.
    Du scheinst fast körperlos zu sein.
    Bist Du von anderen,
    uns nicht messbaren Strömungen
    des Bewusstseins, eingefangen worden?
    Gleitest Du fast schwerelos
    fernab unserer Ufer
    im kosmischen Wind?
    Hörst Du Stimmen, Gesang?
    Bewegst Du Dich auf das Licht zu?
    Oder lebst Du in ewiger Dunkelheit?
    Möchtest Du frei sein?
    Ganz frei von allen Begrenzungen?
    Kannst Du nicht loslassen?
    Wirst Du festgehalten?
    Was hält Dich?
    Möchtest Du zurück ans Ufer?
    Dort wo ich stehe
    und auf Dich warte?
    Siehst Du mich mit Deinem inneren Auge?
    Spürst Du mich mit Sensoren
    die mir fehlen?
    Ich bin hier bei Dir seit langer Zeit.
    Zeit, die vielleicht Ihren Schrecken
    für Dich verloren hat.
    Gib mir ein Zeichen!
    Einen Händedruck vielleicht.
    Zucke mit dem Augenlid
    oder irgendwas.
    Es sind so viel Fragen
    und ich werde keine Antworten erhalten.

    Ich nehme deine Hand.
    Spüre die Leere in Dir.
    Du erinnerst Dich nicht.
    Vielleicht hat deine Lebensenergie schon
    in einer anderen Welt Wurzeln geschlagen.
    Einer Welt, in die ich Dich nicht begleiten kann.
    Vielleicht weißt Du jetzt viel mehr als ich?!
    Und soeben war mir,
    als wenn Du lächeltest...

    2007

  2. #2
    Registriert seit
    Jun 2007
    Beiträge
    520
    Hallo ReinART,
    Gerade las ich dein Gedicht und ich denke, du hast mir aus der Seele gesprochen. Eigentlich scheint der gesamte Inhalt auf mich, bzw. meine ehemalige Lage zu passen. Ich möchte dir sagen, dass du die Situation exzellent getroffen hast. Sowohl die Verzweiflung, als auch die Hoffnung sind gut getroffen.
    Auch wenn ich finde, dass du den Inhalt noch besser verpacken könntest (mehr Strophen, Metrum oder einheitliche Silbenanzahl), ist es dir gelungen das Thema zu vermitteln. An der äußeren Form könntest du aber noch arbeiten.

    Ich kenne das zu gut.
    Allerliebste Grüße
    Ff
    "Oh Bär", sagte der Tiger, "ist das Leben nicht unheimlich schön, sag!"
    "Ja", sagte der kleine Bär, "ganz unheimlich und schön."
    Und da hatten sie verdammt ziemlich recht.

    -Post für den Tiger, Janosch-

  3. #3
    ReinART Guest
    Hallo Frustfresserin
    danke für Deinen Kommentar.
    Ich habe diese Form des Vers Libre ganz bewusst gewählt, denn ich wollte dieses Selbstgespräch authentisch einfangen und jede Art von "Kunst" hätte dem Inhalt nur geschadet.
    Versuche Dir das Gedicht im Kreuzreim oder einem Sonett vorzustellen- es würde nicht mehr so rüberkommen wie in dieser Form.
    Wobei ich nicht sage, dass es nicht verbesserungswürdig ist. Das sage ich selten von einem meiner Gedichte.
    Lieben Gruß
    reinhard

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