Thema: Erbfolge

  1. #1
    Registriert seit
    Dec 2008
    Beiträge
    141

    Erbfolge

    Out of order




    Dies ist ein Gedicht das schon einige Zeit in meinem Rechner ruht, es will mir nicht so recht gefallen, vor allem die dritte Strophe und dort die erste Zeile. Hin und wieder nehme ich mir es noch einmal vor, komme aber nicht weiter. Vielleicht kann mir von euch ja jemand Hilfestellung geben.
    Geändert von Hanno Urban (31.12.2008 um 18:26 Uhr)

  2. #2
    Registriert seit
    Jun 2008
    Ort
    Im wilden Süden
    Beiträge
    4.347
    Hallo Hanno,

    nehmen wir einmal an, das sei ein Betroffenheitsgedicht. Nehmen wir - zweitens - an, es sei eine Anklage an die Hartherzigen. Nehmen wir - zum Dritten - an, das sei Lyrik, dann würde ich sagen: Nicht nur die letzte Zeile bedarf der Bearbeitung.

    Das ist sicherlich starker Tobak; aber vielleicht ist es der Grund, daß sich an den Text bisher noch keiner kritisierend gewagt hat. Denn wer es wagt, kann eigentlich nur Widerspruch und Ärger seitens des Autors ernten. Nun ist bald Jahreswende und daher für gute Vorsätze, also den des fürnehm Schweigenden bei dichterischen Totalabstürzen beispielsweise, noch etwas Zeit.

    Ich habe das Ganze mal von Fehlern und Zeilenumbrüchen befreit:
    Gezogen und getreten habt ihr mich wie den Esel, der nicht folgt, wie ein Spielzeug, das nichts taugt. Geduldet war ich nur. Von Liebe keine Spur, und jetzt, jetzt zeigt es sich:

    Kommt her und schaut nicht weg! Liebe will ich geben ohne Angst. Bleibt hier und zeigt keine Hast. Liebe will ich nehmen ohne Scheu, sie ist mir so fremd und neu.

    Kommt endlich her und schaut nicht weg!

    Ein Wort wäre genug, doch vergeblich: Ihr schweigt und schreitet in Eile vorüber, gleich, als sei ich euch fremd, ein Bettler. Ihr tut so geschäftig, darin seid ihr sehr geübt.

    Doch hört, was der Bettler euch zuruft: Ihr seid ärmer, viel ärmer als ich.
    Nun ist der Text das, was er sein kann: Ein lautstarke, nicht unbedingt originelle Anklage. Das LyrIch klagt an. Die Frage ist ein wenig: wen denn? Alle, jeden, das Publikum, die Eltern, die Welt? Der oder Angesprochene/n bleiben merkwürdig unklar. Was wird beklagt? Etwas Neues, Einzigartiges, besonders Formuliertes? Ist das nicht vielmehr eine Sprache aus der Bibel, aus Märchen? Soll damit "Kunst"fertigkeit gezeigt werden?

    Einige wenige Reime haben sich eingeschlichen, so, als ob sie sich fürchteten, unter dem Furor der Wörter erdrückt zu werden, die über sie wenig strukturiert hinwegfegen. Oder ganz aus Versehen in den Text geraten sind.

    Zusammengefaßt: Dieser Versuch hätte besser noch ein Weilchen auf der Festplatte geruht zu ruhen. Oder, deutlicher: So ist das nichts, und wird auch nichts draus.

    Sorry, aber Du siehst mir meine Kritik hoffentlich nach. Schließlich hast Du sie selbst angefordert. Ich zitiere:
    Dies ist ein Gedicht das schon einige Zeit in meinem Rechner ruht, es will mir nicht so recht gefallen, ... Vielleicht kann mir von euch ja jemand Hilfestellung geben.
    Mir "gefällt" es auch nicht, und zwar nicht nur die dritte Strophe. Du lagst mit Deinem schlechten Gefühl also sehr richtig. Daher habe ich Hoffnung, daß Du dieses Thema in einiger Zeit, frisch geschrieben, den obigen Rest bitte wegwerfen, nochmals und dann viel besser bearbeiten wirst.

    Ein gutes Neues Jahr wünscht grüßend

    der W.
    Geändert von Walther (29.12.2008 um 15:51 Uhr)
    Keine Signatur ist auch eine. Die andere wurde gelöscht.

  3. #3
    Registriert seit
    Dec 2008
    Beiträge
    141
    Hallo Walther,
    da hast Du ja wirklich kein gutes Haar an meinen Zeilen gelassen.
    Meine Anfrage war eigentlich eher von technicher Natur, aber da konntes Du mir leider nicht weiterhelfen.
    Ich weiß nur nicht warum das LyrIch die Anklage direkt aussprechen soll, die Angeklagen könnnen, warum auch nicht, im dunkeln bleiben. Das tut der aussage doch keinen Abbruch, denn angesprochen ist, wer sich angesprochen fühlt. Du fragst dich was beklagt wird.
    Es geht darum das Menschen die nicht fähig sind zu Lieben diese unfähigkeit weitervererben, fahrlässig vielleicht sogar wißendlich. Das denke ich, das kann man ruhig in deutlichen Worten sagen, wie denn auch sonst.


    nehmen wir einmal an, das sei ein Betroffenheitsgedicht. Nehmen wir - zweitens - an, es sei eine Anklage an die Hartherzigen. Nehmen wir - zum Dritten - an, das sei Lyrik, dann würde ich sagen: Nicht nur die letzte Zeile bedarf der Bearbeitung.
    Da holst Du ganz schön weit aus für deinen Schlag.
    Nehmen wir ersten an es ist ein Betroffenheitsgedicht. Nehmen zweites an es ist eine Anklage an die Hartherzigen und nehmen wir drittes an es ist Lyrik. Was ist dann?
    Dank Dir, Walther habe deine Kritik gerne gelesen

    Guten Rutsch ins neue Jahr

    Hanno

  4. #4
    Registriert seit
    Nov 2008
    Ort
    Zarrentin am Schaalsee
    Beiträge
    1.515
    Hallo Hanno,
    Wenn man zum seelischen Ursprung der Thematik durchstößt, erkennt man, dass die Seele sich wertvoller fühlt, als sie von anderen behandelt wird. Worte (1. Zeile 3. Strophe) helfen da wenig. Die einzige wirkungsvolle Lösung ist Selbstrespekt. Soll die 3. Strophe eine Änderung hervorbringen und eine Lösungsmöglichkeit aufzeigen, wäre meine Inspiration folgende:
    Nun bleibe ich in meinem Selbstrespekt
    Ihr guckt kurz während ihr vorbei schreitet
    Ihr erkennt mich, da ist ein Funke
    Euer Interesse erwacht, den kennt ihr irgendwoher
    Der Bettler ist mal euer König gewesen
    Ihr seid ärmer, viel ärmer als ich

    Das ist kein Gedichtsvorschlag sondern nur als Anregung gedacht, vergleichbar mit einem Gerüstbau um ein Haus, das gerade renoviert wird. Du musst Deinen eigenen Inhalt und Worte zur Vollendung finden.
    Viel Spaß und Erfolg liebe Grüße Sophia-Fatima

  5. #5
    Registriert seit
    Dec 2008
    Beiträge
    141
    Herzlichen Dank Sophia-Fatima,
    alleine das, was Du nur einem Vorschlag nennst, klingt schon tausendmal besser als was ich geschrieben habe. Ich werde das Gedicht also aus dem Forum nehmen und dann Überarbeitet wieder einstellen. Denn so ist es in der wertlos. Die Selbstachtung fehlt wirklich völlig in diesem Gedicht.

    Ein gutes neues Jahr wünscht
    Hanno




    Hallo ferdi

    das ist kritik wie ich sie mir wünsche und etwas mit anfangen kann, werde mir diese zu Herzen. Wahrscheinlich werde ich für jedes Gedicht jetzt dreimal so lange brauchen wie bisher.

    Hannogrüße
    Geändert von Hanno Urban (31.12.2008 um 18:57 Uhr)

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  

Anmelden

Anmelden