Thema: Erweckung

  1. #1
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    Erweckung

    Es ist das Weltgebaren,
    das Manche auserwählt.
    Sie dürfen es erfahren,
    das Wissen, das oft fehlt.

    Was die Natur bedeutet,
    woher, wohin, wozu?
    Die Glocke hat geläutet,
    sie störte sanfte Ruh.

    Die Ruh im kleinen Haus,
    war durch den Klang dahin.
    Sie trieb die Schläfer raus,
    hinaus zu neuem Sinn.

    Der Sinn von Möglichkeiten,
    wurde durch Geist real.
    Der Blick in große Weiten,
    er wird auch oft zur Qual.

    Die Glocken die erklangen,
    haben uns aufgeweckt.
    gleich in wen sie drangen,
    der hat sehr viel entdeckt.

    Es ist schwer zu ertragen,
    wenn man mit Last allein,
    denn immer bleiben Fragen,
    warum muss das so sein.

  2. #2
    IngoRaup ist offline und immer schön in Bewegung bleiben >>>
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    Guten Abend, Hans!

    Die Erweckung im positiven Sinne, meinst Du sicher mit Deinem sauber gedichtetem Werk. Das gute Wissen in Gemeinschaft im Gegensatz zum Alleinsein und Unwissen?

    ... würde ich so schreiben:

    Der Sinn von Möglichkeiten,
    ward' durch den Geist real,
    der Blick in große Weiten,
    er wird auch oft zur Qual. (oder: er wurde oft zur Qual)

    In der allerletzten Zeile geht mir immer -warum muss das denn so sein- durch den Betonungskopf, obwohl die Zeile dann zu lang wäre, was?

    In diesem Sinne, noch einen schönen Abend, wünscht Dir Ingo

    (Ich suche auch noch ein paar Tipps für den geplanten, knallwitzigen Nachtext bei Erotika a..., falls Dir was einfällt.)
    Geändert von IngoRaup (27.12.2008 um 19:20 Uhr)

  3. #3
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    Erweckung

    Hallo IngoR,

    danke für Deinen Beitrag, ich dachte schon es würde sich keiner melden.
    Mit dem von Dir kommentierten Vers meine ich:
    Der Sinn von Möglichem, der durch den Geist realisiert wurde, erweitert Wahrnehmung und Erkenntnis. Neues Wissen ist nicht immer angenehm es kann auch zur Qual werden.

    Es grüsst herzlich Hans

  4. #4
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    Lieber Hans Plonka

    Erstmal muss ich ein großes Kompliment aussprechen, mir gefällt dein Schreibstil sehr. Zeilen und Reime sind schön ausgewählt.

    Allerdings würde ich in der Zeile

    : der hat sehr viel endeckt
    der hat sehr viel empfangen
    hinzufügen. Aber gefällt mir sehr gut.

    In Verbundenheit
    *Lebensfreiheit

  5. #5
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    Erweckung

    Hallo Lebensfreiheit,

    danke für Deine Reaktion. Werde mich auch gerne wieder bei Dir melden.
    Entdeckt steht hier für aktive Wahrnehmung (Erweiterung der Realität). Ich gehe davon aus dass Wahrnehmung immer etwas aktives ist, auch im Traum. Empfangen hätte sich auch nicht gereimt.

    Es grüsst in Verbundenheit Hans

  6. #6
    n.eurofighter Guest
    Hallo Hans Plonka,
    wenn du für "entdeckt" eigentlich "die aktive Wahrnehmung" meinst, frage ich mich warum du dein Werk auf dieses schlichte Wort gereimt hast?
    So wie es jetzt geschrieben steht ist der Inhalt zwar erkennbar, aber mir persönlich zu simpel verfasst, zu wenig Ausdruck in deinen Worten,
    ( auf erweiterte Realität hättest du auch aufbauen können)




    lieben Gruß
    n.eurofighter

  7. #7
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    Hallo Hans Plonka,
    es ist schon ein Jammer. Da gibt man sich die größte Mühe mit seinen Versen und dann liest sie keiner, nun ja seis drum. Ich schreibe dir gene eine Meinung (für Kommentare reicht meine Kompetenz nicht aus). Erkenntnis: ich denke das man nicht dazu auserkoren werden muss(Weltgebaren), die Menschen sind es. Jeder auf seine Weise. Goethe sagte es so: Jedes betrachen geht über in ein sinnieren, ein sinnieren in erkennen und somit kann man sagen das wir alle ein bisschen philosophieren.(so ähnlich jedenfalls, ich bekomm es jetzt nicht mehr ganz zusammen). Ich finde das jeder Mensch öfter man so ein AH-Erlebnis hat, wo ihm alles klar wird. Das ist dann die Erleuchtung, und dann wird er gar nicht mehr anders können als danach zu leben. Denn ich glaube die größte Erkenntnis ist immer noch die die wir über uns selbst gewinnen.
    Ich hoffe ich habe dein Gedicht richtig werstanden.


    Du schreibst gute Kritiken. Darfst Dir gerne auch mal eins von meinen Gedichten verknöpfen.

    Gruß hanno

  8. #8
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    Erweckung

    Hallo n.eurofighter, hallo Hanno Urban,

    hier eine kurze Erklärung meines Gedichtes.

    Manche sind auserwählt zur erweiterten Realität (Realität = die pers.Wahrnehmungmöglichkeit) durch das Erfahren von Erkenntnis durch Wahrnehmung (Entdeckung). Sie werden aber dadurch aus ihrer sanften Ruhe aufgeweckt (gestöhrt). Vorher waren sie in ihrem kleinen Geisthaus (Kleingeist), aber durch den Klang (die Stöhrung) wurden sie zu neuem Wissen hinausgetrieben. Sie haben Möglichkeiten realisiert und Erkenntnisse gewonnen, die oft auch erschreckend sind und zur Qual werden. Sie fragen sich, warum ist die Welt nicht so wie in den schönen Vorstellungen der Unwissenden (Gläubigen).

    Mit freundlichen Grüssen Hans

  9. #9
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    Hallo Hans Plonka,

    in deinem letzten Post zu diesem Gedicht hast du genau erklärt, wie deine Zeilen zu verstehen sind. Ohne diese Erläuterungen wären sie mir, ehrlich gestanden, wohl nicht so klar geworden.

    Um welche Art der Erweckung es in deinem Gedicht geht, wird nicht ganz deutlich. Aber es muss ein Wissen sein, das diesen Menschen auf welche Weise auch immer zufällt, das ihr bisheriges Weltbild aus den Angeln hebt. Meinst du vielleicht eine Art Vision über den Lauf / den Sinn dieser Welt, die diese Menschen hatten?

    In den Strophen 4 und 6 bringst du dann den Gedanken ein, dass dieses besondere Wissen die „Erweckten“ häufig nicht glücklicher macht, sondern unglücklicher. Das steht im Gegensatz zur normalen Auffassung, dass Wissen gemeinhin den Geist freier macht. Und der Mensch strebt ja auch stets nach weiterer Erkenntnis auf allen Gebieten.

    Jemand, der auserwählt wurde, ein besonderes Wissen zu erlangen, kann sich den anderen zwar mitteilen, aber die anderen verstehen ihn nicht. Nein, die anderen neigen eher dazu, solche „Visionäre/Sehenden“ als Spinner, Träumer, Wichtigtuer oder psychisch Kranke abzustempeln. Also was bleibt einem, der mehr sehen durfte, der mehr wissen darf, als darüber zu schweigen? Und früher oder später wird sich der „Erweckte“ wohl fragen, weshalb ihm dieses Wissen überhaupt zugetragen wurde, wenn er es doch nicht weiter verbreiten kann. Welchen Sinn hat es also, dass er nun etwas weiß, das die anderen gar nicht wissen wollen oder verstehen können?

    Die Metrik / die äußere Form deines Gedichts gefällt mir leider nicht so richtig. Das mag an den kurzen Zeilen liegen, die bei mir, wenn ich es sie lese, keinen schwingenden Rhythmus erzeugen können. Auch sprachlich ist es eher schlicht gehalten. Und vielleicht tat ich mich auch insgesamt ein wenig schwer, den Sinn deines Gedichts zu verstehen, weil du an manchen Stellen ein bisschen zu schwammig (verzeih diesen Ausdruck!) formuliert hast? Z. B. „Was die Natur bedeutet, woher, wohin, wozu?“ Beim Wort „Natur“ denke ich spontan an Tiere, Pflanzen, Landschaften, Jahreszeiten …, aber nicht an die Natur in einem viel weiteren Sinne. Schwer zu verstehen ist für mich auch „Der Sinn von Möglichkeiten wurde durch Geist real“.

    Vielleicht verstehe ich dein Gedicht auch jetzt noch insgesamt nicht so ganz. Vielleicht habe ich falsch interpretiert?

    Dennoch: Der Inhalt dieses Gedichts gefällt mir sehr und deshalb habe ich mich hier sehr gerne aufgehalten. Auch in vielen anderen deiner Gedichte (auch wenn ich, glaube ich, bislang keines kommentierte) greifst du Gedanken und Fragen auf, die mir sehr gefallen und mit denen ich mich deshalb gerne beschäftige.

    Herzlich
    Honigblume

  10. #10
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    Erweckung

    Hallo Honigblume,

    der Anstoss (die Glocke) für Weisheit ist die Erfahrung des persönlichen Leides, das einen zu nachdenken bringt und so Wahrheiten erkennen lässt. So wird man erweckt, zu einem Wissen, von dem vieles schrecklich ist und für nicht reife, unvorbereitete, die die grösseren Zusammenhänge nicht verstehen oft eine zu grosse Belastung ist. Als Beispiel stelle Dir einmal vor du wärst ein Schwein und würdest verstehen, dass Du zur Schlachtung gezüchtet wirst. Viele Menschen sind bei der Erkenntnis von Wahrheiten durch die Hölle gegangen oder sie sind daran zerbrochen, deshalb sollte man Wahrheiten auch nicht leichtfertig an unreife, unvorbereitete Menschen weitergeben. Ich habe einmal bei einer Ansprache über Wahrheiten gesprochen und alle haben nichts verstanden und nur gelacht. Da war ich froh, denn so habe ich keinen Schaden angerichtet. Manche werden durch Leid auserwählt durch erfahren von Erkenntnis durch Wahrnehmung (Entdeckung). Sie werden aber dadurch aus der sanften Ruhe ihrer heilen Welt aufgeweckt (gestört).

    Realität ist nur ein Teil der Wirklichkeit. Es ist der Teil, der zur persönlichen Wahrnehmung gehört.

    Es grüsst herzlich Hans
    Geändert von Hans Plonka (29.12.2008 um 20:14 Uhr)

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