Thema: Monster

  1. #1
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    Dec 2008
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    4

    Monster

    alle kleinen kinder fragen
    abends ihre mütter
    nach dem Monster unterm bett

    alle mütter schauen abends
    ihren kindern unters bett
    auch wenn dort nie ein Monster ist

    als ich meine mutter fragte
    nach dem Monster unterm bett
    lachte sie, verließ das zimmer
    ohne unters bett zu schaun

    unter meinem bett da sitzt
    das Monster, lacht mich leise aus
    eins das zwischen beine
    kriecht, zwischen meine

  2. #2
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    75
    Hallo staubkind

    Das Gedicht gefällt mir gut. Bei den ersten 3 Strophen dachte ich noch ob es nicht in der falschen Rubrik wäre ( da klingt es nocht so fröhlich-leicht). Doch das klärte sich sofort in der 4. Zeile, die eine starke Kehrtwende darstellt. Ich finde es toll dass du diese Thematik aus der Sicht des Kindes so authentisch darstellst. Ach ich weiß irgendwie nicht wie ich das beschreiben soll . Hoffe noch mehr so schönes von dir zu lesen auch wenn ich nicht so oft im Forum bin.

    lg
    Nur wer seinen eigenen Weg geht, kann von niemandem überholt werden.
    (Marlon Brando)

  3. #3
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    Dec 2008
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    141
    hallo Staubkind

    Ich möchte nicht das Kind sein in deinem schönem, klarem Gedicht. Ausgelacht werden von Mutter und Monster.
    Hoffe das Du heute kein Kind mehr bist, denn Monster gibt es nur in der Kinderzeit.

    Gruß Hanno

  4. #4
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    Hallo staubkind,

    zunächst mal herzlich willkommen hier in diesem Gedichteforum! Dieses Gedicht ist das erste, das du hier eingestellt hast.

    Es fasziniert mich durch seinen beinahe spielerischen, wohl bewusst gewählten kindlichen Sprachfluss, den ich beim Lesen empfinde, auch wenn sich – wie sonst eher bei Kindergedichten – nichts reimt (außer die letzten beiden Zeilen).

    Bis mir in der letzten Strophe der eigentliche Grund geliefert wird, weshalb diese Zeilen unter „Trauer und Düsteres“ erscheinen mussten.

    Nach meinem Verständnis handelt das Gedicht vom Kindesmissbrauch (und hoffe, dass ich nicht völlig daneben liege mit meiner Interpretation), der entweder unbemerkt oder gar geduldet von der eigenen Mutter stattfindet. Du hast dieses Thema sehr feinsinnig und anschaulich aus der Sicht eines noch kindlichen lyrischen Ichs dargestellt. Was die äußere Form betrifft, fällt mir auf, dass alles kleingeschrieben wurde außer dem Substantiv Monster. Das unterstreicht die fürchterliche Bedrohung, die das lyrische Ich ertragen muss, und die Einsamkeit durch den nicht gewährten Schutz durch die eigene Mutter. Welcher Furcht und welcher tiefen Einsamkeit in seinem Schmerz und seiner Scham muss ein junger Mensch ausgesetzt sein, dem solches widerfährt!

    Wirklich sehr beeindruckend, wie du dieses Thema umgesetzt hast! Mehr wage ich nicht zu sagen angesichts dieses düsteren Themas, nur vielleicht, dass man von dir auch bald Fröhlicheres liest.

    Herzlich
    Honigblume

  5. #5
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    Dec 2008
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    4
    Hallo,

    danke für eure sehr positiven Antworten.

    Es handelt sich in diesem Gedicht tatsächlich um Kindesmissbrauch, ob unbemerkt oder geduldet von der Mutter ist eigentlich nebensächlich. Dass alles kleingeschrieben ist, außer dem Monster hat tatsächlich den Hintergrund gehabt, dass die Bedrohung durch dieses erdrückend und irgendwie auch einzigartig ist. Bei mir als Word-Datei ist das Gedicht zusätzlich noch mit einer Kinderschrift geschrieben, die das Kindliche eigentlich noch mal verdeutlichen soll. Leider gab es hier keine zur Auswahl, die gepasst hätte.

    Ich muss sagen, dass ich recht stolz auf dieses Gedicht bin, es ist nicht das erste, das ich schreibe, aber ich glaube, dass mir dieses wirklich gelungen ist. Es ist schwer, sich mit diesem Thema zu befassen ohne es zu überziehen, ich glaube, das ist mir hierbei gelungen.

    Liebe Grüße,
    staubkind
    Geändert von staubkind (20.01.2014 um 01:22 Uhr)

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