Seite 1 von 3 123 Letzte
  1. #1
    DerKleinePrinz* Guest

    Gib mir meine Träume zurück

    Gib mir meine Träume zurück

    „Der Blick aus dem Fenster ist unnütz, du Faulpelz,
    begreife, dass draußen nur Trugbilder sind!
    Nun schaue zur Tafel und lerne - ich wache,
    denn Träume verfliegen wie Blätter im Wind.“

    „Mein Lehrer, da draußen fällt fröhlich der Schnee
    und ich muss in Andacht verweilen,
    der Blick aus dem Fenster, er tut mir so weh,
    mich kann auch ihr Wissen nicht heilen.“

    So saß ich zwölf Jahre - die Trugbilder wichen,
    nur Fakten und Daten beherrschten mein Glück.
    Doch meine Visionen, sie waren verblichen –
    „Mein Lehrer, gib mir meine Träume zurück!“

    19. Dezember 2008
    Geändert von DerKleinePrinz* (28.01.2009 um 13:15 Uhr)

  2. #2
    Registriert seit
    Dec 2008
    Ort
    Alpen/Menzelen-Ost
    Beiträge
    472
    Lieber kleiner Prinz mit Stern,

    ein schönes Erstlingswerk präsentierst Du hier .
    „Der Blick aus dem Fenster ist unnütz, du Faulpelz, xXxxXxxXxxXx
    begreife, dass draußen nur Trugbilder sind! xXxxXxxXxxX
    Nun schaue zur Tafel und lerne, ich wache, xXxxXxxXxxXx
    denn Träume verfliegen wie Blätter im Wind.“ xXxxXxxXxxX

    „Mein Lehrer, da draußen, da wirbelt der Schnee xXxxXxxXxxX
    und ich muss in Andacht verweilen, xXxxXxxXx
    der Blick aus dem Fenster, er tut mir so weh, xXxxXxxXxxX
    mich kann auch ihr Wissen nicht heilen.“ xXxxXxxXx

    So saß ich zwölf Jahre - die Trugbilder wichen xXxxXxxXxxXx
    und Fakten und Daten beherrschten mein Glück. xXxxXxxXxxX
    Und meine Visionen, sie waren verblichen – xXxxXxxXxxXx
    „Mein Lehrer, gib mir meine Träume zurück!“ xXxxXxxXxxX
    Als Versmaß wählst Du den Daktylus mit männlichen und weiblichen Kadenzen im Wechsel, der Deinem doch eher schwermütigen Werk (bis auf die Conclusio) einen seltsamen Antrieb verschafft.

    Inhaltlich kann ich es erst in einigen Monaten beurteilen, aber ich habe das ungute Gefühl, dass ich wie das LI auftreten werde, wenn meine schulische Karriere abgeschlossen ist.

    Ein solides, schlüssiges Werk zum "Einstieg" - schön gemacht!

    Etwas schade sind lediglich die Füllsel, die Du brauchst, um das Versmaß einzuhalten - Du solltest wissen, welche Wörtchen ich meine.

    Ganz liebe Grüße
    Picasu
    Ich bin definitiv nicht für diese Zeit gemacht.

  3. #3
    klaristes Guest
    Lieber kleiner Prinz,

    ich mag deine Zeilen sehr.

    Es ist ein sehr nachdenklich stimmendes Werk, welches zudem noch in ein schönes Versmaß verfasst ist. Ich mag das!

    Vielen Dank für´s Lesen dürfen.

    Liebe Grüße
    klaristes

  4. #4
    DerKleinePrinz* Guest
    Hallo ihr beiden

    Lieber Picasu,
    es freut mich das du mein allererstes Werk gelesen und kommentiert hast.
    Ja, schwermütig ist mein Gedicht, das stimmt, aber zwölf Jahre Schule hatte ja auch seine Schattenseiten. Was du unter einem "seltsamen Antrieb" verstehst ist mir nicht klar.
    Ich glaube ohne ein paar Füllwörter würde dieses Gedicht "nackig" wirken, mich stören sie nicht.
    Ich hoffe du kannst deine restliche Schulzeit noch genießen und wünsche dir, dass du das Positive mitnimmst.

    Hab Dank für deine Meinung, welche ich sehr schätze.
    Liebe Grüße
    Der Kleine Prinz*

    ~~~

    Lieber klaristes,

    dankeschön für dein Lob, es freut mich wenn es gut ankommt

    Ich wünsche euch beiden noch ein schönes Wochenende!
    Euer Prinz

  5. #5
    Registriert seit
    Dec 2008
    Ort
    Alpen/Menzelen-Ost
    Beiträge
    472
    Mein lieber kleiner Prinz mit Stern,

    wie gesagt, mit dem "seltsamen Antrieb" meine ich, dass Dein schwermütiges Werk durch das gewählte Versmaß, den Daktylus, ein Tempo bekommt, welches die Thematik nicht recht unterstreichen will. Dennoch hat Du metrisch sauber gearbeitet und insofern will ich an Deinem neuen Freund, dem Daktylus, gar nicht herummäkeln. Es erscheint lediglich, wie gesagt, etwas seltsam.
    Die Füllsel sind beim Daktylus wohl unvermeidlich und treten deshalb auch in Deinem Werk auf(nun, ich wache, da, er, so, sie) - vllt. ein wenig zu viele.
    Aber na, ja, wenn ich beide Augen zukneife, dann kann ich durchaus damit leben!

    Erst jetzt bemerke ich übrigens das schön angewendete Polysyndeton in S3!
    Bewusst - oder unbewusst - es passt jedenfalls ausgezeichnet!

    Ganz liebe Grüße
    Picasu
    Geändert von Coup de grâce (28.01.2009 um 22:54 Uhr)
    Ich bin definitiv nicht für diese Zeit gemacht.

  6. #6
    DerKleinePrinz* Guest
    Lieber Picasu

    Vielen Dank für deine Aufklärung. Ja, ich habe einen neuen Freund gefunden, da hast du recht, ich finde, mit dem kann man so einiges anstellen, und da sind wir wohl auch ein bisschen anderer Meinung, aber mir gefällt er bei diesem Thema sehr gut, mein Freund.
    Du zählst die Füllwörter auch richtig auf, nur eines ist da fehl am Platze: "ich wache" - das gehört zum Inhalt und war so eingeplant.

    Erst jetzt bemerke ich übrigens das schön angewendete Polysyndeton in S4!
    Den Begriff kannte ich bisher noch nicht, aber die Anwendung war beabsichtigt, schön, dass ich dieser Gestaltungsmöglichkeit jetzt auch einen Namen zuordnen kann.

    Danke für deine aufklärenden Worte und eine gute Nacht wünscht dir
    Der Kleine Prinz*

  7. #7
    Registriert seit
    Nov 2008
    Beiträge
    10.997

    Gib mir meine Träume zurück

    Hallo DerKleinePrinz,

    ich bin ergriffen von der Handlung und Deiner Sprache. Man denkt dabei an die eigene Schulzeit (Studium) die einem oft den natürlichen Blick für die Umwelt verschloss. Heute weiss man, dass man das Wichtigste aus dem bewussten Leben erfährt, durch Erfahrung.

    Es grüsst herzlich Hans

  8. #8
    DerKleinePrinz* Guest
    Lieber Hans

    Vielen Dank für deinen Beitrag. Den letzten Satz von dir finde ich sehr gut, ich interpretiere ihn für mich so, dass man aus den Fakten, welche man in der Schulzeit gelehrt bekommt nicht wirklich etwas für das eigenen Leben lernen kann, das geht nur, wie du schon sagst, durch Erfahrung. Ich wäre dafür, dass man in der Schule nicht mehr jeden Tag diese Fakten büffeln muss, okay, sie gehören auch dazu, aber ein Großteil sollte sich mit etwas anderem beschäftigen, nicht mit Biologie oder Mathematik, sondern mit dem Leben. Warum gibt es keine Fächer wie "Glücklichsein" oder "Träumen" oder "Frieden und Liebe"? Jetzt träume ich wohl schon wieder ein wenig...

    Liebe Grüße
    Der Kleine Prinz*
    Geändert von DerKleinePrinz* (05.01.2009 um 00:44 Uhr)

  9. #9
    Registriert seit
    Dec 2008
    Ort
    Nordisch by nature
    Beiträge
    801
    Hallo DerKleinePrinz*,

    ich habe kein so großes Gefallen an deinem Werk gefunden und will dir auch zurückmelden, warum nicht.

    Der schon erwähnte Rhythmus kann spätestens dann nicht überzeugen, wenn er erzwungen scheint („da draußen, da wirbelt“, „der Blick, er tut“). Der Kadenzenwechsel und Verzicht auf eine Hebung im Gegenvers erscheint mir zudem ebenso unmotiviert, wie der fehlende Reim in S1. Das „Polysyndeton“, welches hier in einer ominösen 4. Strophe geortet wurde, würde ich, wenn überhaupt in S3V2 erkennen wollen. Besonders gelungen will es mir aber nicht erscheinen. Spätestens bei der Fortsetzung in S3V3 wird es auch inhaltlich unstimmig.

    Aber ich will gar nicht handwerklich beckmessern, denn es ist überwiegend ordentlich gearbeitet und wer möchte sich allen Ernstes über einen Daktylus beschweren? Nein, warum ich mich nicht anfreunden kann, ist inhaltlich motiviert. Da sitzt also ein kleiner Träumer, der andächtig (!) in das Schneetreiben starrt und über 12 Jahre nichts selbst gebacken bekommt, außer seinen Lehrern in allen Daten und Fakten zu folgen und sich hernach aber darüber beschwert, dass er seine Träume, seine Visionen zurückbekommen möge. Welche sollen das sein? Wir erfahren nichts darüber. Wir lernen weder die Träume kennen, noch erfahren wir, warum das lyrI nicht in der Lage ist, aus den Daten und Fakten seine eigene Wahrheit zu schaffen, seine Visionen zu verwirklichen.

    Ich bin nun wahrlich kein Lehrerfreund, aber das Werk kann mich nicht überzeugen. Dieses lyrI kann ich ebensowenig bedauern, wie ich überhaupt in der Lage bin, mich zu positionieren. Es lässt mich kalt, dieses vermeintliche Schicksal. Und das Gedicht ist nicht in der Lage, mich aufzuwärmen.

    Gruß
    Oliver

  10. #10
    DerKleinePrinz* Guest
    Lieber Oliver

    Schön, dass du hier vorbeigeschaut hast, auch du gehörst zu den Menschen, deren Meinung ich sehr schätze, auch wenn sie nur allzuoft wenig Positives beinhaltet.
    Bei der Sprache kann ich kaum etwas entgegensetzten, dein Fachwissen übersteigt meines bei weitem, ich kann dir aber sagen das du die Sache mit dem fehlenden Reim richtig eingeordnet hast, ich habe ganz einfach keinen passenden gefunden. Stören tut es mich dennoch nicht. Der Daktylus ist gerade mein Freund geworden, schon ist er fehl am Platze, aber das ist nicht schlimm, es macht viel Spaß ihr zu verwenden finde ich, beim nächsten Mal versuche ich das Thema auch entsprechend zu wählen.

    Beim Inhalt gehen aber dann unsere Meinungen auseinander. Du magst recht haben, im Gedicht geht das LI nicht gerade als Held hervor, es wird ja nur die tragische Seite an dieser Zeit beleuchtet. Deswegen würde ich nicht sagen, das es nichts gebacken bekommt, es geht ja einfach nur um die vielen Stunden, in denen es verträumt und voller Trauer aus dem Fenster schaute, wer kennt das nicht? Es war also nicht das Ziel die Positiven Dinge der Schulzeit zu beschreiben. Ich denke auch nicht, das es hier relevant zu wissen ist, um welche Träume es sich handelt, ich denke es ist ganz klar das jedes Kind so voll von Hoffnungen und Wünschen ist. Und meistens enden diese dann während der Schulzeit in Ernüchterung. Und aus Daten und Fakten eine eigene Wahrheit schaffen? Nein mein Lieber, ich bin der meinung das geht nicht. Wie Hans schon so schön sagte, das geht nur durch Erfahrung, und Fakten sind Erfahrungen anderer Menschen, die kann man nicht anfassen und nicht greifen. Irgendwie werde ich gerade an das Lied "Zeugnistag" von Reinhard Mey erinnert, der konnte aber wohl besser ausdrücken was ich gedacht habe.

    Ich danke dir für deine ehrliche Meinung, beim nächsten mal versuche ich auch dich zu erreichen mit meinen Zeilen, mal gucken ob mir das gelingt.

    Ein schönes Wochenende wünscht
    Der Kleine Prinz*

  11. #11
    Registriert seit
    Mar 2007
    Ort
    Laberweinting in Niederbayern
    Beiträge
    2.541
    Hallo kleiner Prinz,
    irgendwie erinnert mich dein Werk an den Erlkönig, liegt vermutlich an der Wendung "Mein Lehrer, ..." im Vergleich zu "Mein Vater, ..." Inhaltlich kann ich die Sehnsucht nach den verlorenen Träumen der Jugend gut nachvollziehen und wenn man den Lehrer stellvertretend für das fordernde Leben sieht, auch das Hadern mit dem Schicksal.
    Mehr sollte man nicht in den Text hineininterpretieren. Ich habe ihn jedenfalls gern gelesen!
    LG
    Perry

  12. #12
    Registriert seit
    Dec 2008
    Ort
    Nordisch by nature
    Beiträge
    801
    Zitat Zitat von DerKleinePrinz*
    ... beim nächsten mal versuche ich auch dich zu erreichen mit meinen Zeilen, mal gucken ob mir das gelingt.
    Hallo DerKleinePrinz*,

    selbst wenn dir das gelänge, gäbe es wieder Andere, die du nicht erreichtest. Insofern sollte man niemals versuchen, jemanden zu erreichen, sondern so schreiben, wie man es für richtig erachtet. Wenn dann jemand erreicht wird, um so besser.

    Ich würde mich als Dichter nur immer mit Wendy fragen: Where is the beef? Als Leser frage ich mich das auch und wenn ich dann nichts zum Beißen vorfinde, dann bin ich enttäuscht. Da sitzt ein Träumer 12 Jahre in der Schule und ist am Ende enttäuscht, dass ihm seine Träume verlustig gingen. Nun gut, alle mit ähnlich unstrukturierten und unausgegorenen, mit ebenso nebulösen wie unaussprechlichen Träumen werden mitfühlen und dich für dein Gedicht loben.

    Du wirst aushalten können, wenn ich nicht dazu gehöre.

    Gruß
    Oliver

  13. #13
    Registriert seit
    Nov 2008
    Beiträge
    10.997

    Gib mir meine Träume zurück

    Hallo DerKleinePrinz,

    man kann ein Problem beurteilen, wenn man es bewusst erfahren hat, dann hat man aus dem Leben (der Erfahrung) gelernt und man gehört zu denen, die darüber mit mehr Kenntnis sprechen können als Theoretiker.
    Lob kommt natürlich oft aus der Erfahrung.

    Es grüsst herzlich Hans

  14. #14
    DerKleinePrinz* Guest
    Hallo ihr drei!

    Lieber Perry

    Du bist nicht der erste den das Gedicht an den Erlkönig erinnert, beabsichtigt war es aber nicht. Es freut mich sehr, dass du meine Zeilen nachvollziehen kannst und das sie dir gefallen haben.

    ~~~

    Lieber Oliver

    Sicherlich kann ich damit leben wenn du nicht zu diesen Träumern zählst.
    selbst wenn dir das gelänge, gäbe es wieder Andere, die du nicht erreichtest. Insofern sollte man niemals versuchen, jemanden zu erreichen, sondern so schreiben, wie man es für richtig erachtet. Wenn dann jemand erreicht wird, um so besser.
    Das ist mir durchaus bewusst, dennoch wäre es für mich von Interesse, wie man es anstellen kann dich zu erreichen, kannst mir ja eine PN schreiben wenn du magst.

    ~~~

    Lieber Hans

    man kann ein Problem beurteilen, wenn man es bewusst erfahren hat, dann hat man aus dem Leben (der Erfahrung) gelernt und man gehört zu denen, die darüber mit mehr Kenntnis sprechen können als Theoretiker.
    Das kann ich so unterschreiben. Nur sehe ich nicht so richtig einen Zusammenhang, vorallem nicht zu deinem letzten Satz,welchen ich auch nicht ganz verstehe.
    Lob kommt natürlich oft aus der Erfahrung.
    Liebe Grüße an euch
    Der Kleine Prinz*

  15. #15
    Registriert seit
    Jan 2009
    Ort
    Zwischen dem Paradies und der Hölle
    Beiträge
    18

    An den kleinen Prinzen

    Ich finde Dein Gedicht sehr schön. Ja, es erinnert an die Zeit in der wir Fakten büffeln mussten die uns letztendlich im Leben nur wenig helfen konnten. Und doch, es ist wie in der Fahrschule, ein Führerschein berechtigt nur zum Weiterlernen auf der Strasse. In diesem Sinne, ich habe gerne gelesen und es hat mir Spass gemacht. Weiter so!
    viele Grüße,
    der Verrückte - im Namen des Herrn unterwegs


    Tausende von Kerzen kann man am Licht einer Kerze anzünden ohne daß ihr Licht schwächer wird. Freude nimmt nicht ab, wenn sie geteilt wird.

Seite 1 von 3 123 Letzte

Was dich vielleicht auch interessieren könnte:

  1. Ich schiebe meine Vorhaut vor und zurück
    Von klaatu im Forum Nachdenkliches und Philosophisches
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 22.09.2018, 13:05
  2. Meine Träume
    Von ubaldvoneberode im Forum Humor, Satire und Rätselhaftes
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 24.08.2015, 08:42
  3. Der Weg zurück in meine Niederlagen
    Von monalisa im Forum Nachdenkliches und Philosophisches
    Antworten: 6
    Letzter Beitrag: 23.08.2008, 09:39
  4. zurück bleibt meine Schuld...
    Von Capesha im Forum Trauer und Düsteres
    Antworten: 9
    Letzter Beitrag: 20.06.2006, 14:21
  5. Jede Nacht kehrst du in meine Träume zurück
    Von Eikagirl im Forum Liebe und Romantik
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 06.03.2004, 15:42

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  

Anmelden

Anmelden