1. #1
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    Gefallener Engel

    Gewidmet ~ Picasu

    Der Morgensonne gleißend goldne Strahlen
    Erhell’n in mildem Glanz sein silbernes Gewand
    Von Himmelspforten, ja, daher ist er herabgefahren
    Und Orte einer solchen Blüte ihm nicht unbekannt

    Auch sagenhaft gewalt’ge Schwingen mächtig
    Sind sie, gemacht aus edelst, schönstem Steine
    Thronen über weit entfernter Flur sogar andächtig
    Und einem schillernd grünen Haine

    Gefallen ist ein Engel, nur zu kaltem Marmor nun erstarrt
    Ein Füllhorn ruht in seinen Händen, darin ranken rote Rosen
    Verweist noch auf den Himmel er, der in seinem Herzen wahrt
    Dies spüren auch die Rosen, welche zärtlich ihn liebkosen

    Nur eine solche sanftmüt’ge Liebe? Doch werden sie ihm weben,
    umranken ihn mit einem starken, auch schützend Dornenzelt
    Erneut ganz unbeschwert sogar der Flora zu entschweben
    Die selbst in harter Winterskälte ihm allein zuliebe sich erhält.
    Geändert von .Amélie. (29.04.2009 um 15:39 Uhr)

  2. #2
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    Hallo, mein, zum Glück nicht gefallener, Engel,

    dann will ich mich diesem, mir gewidmeten, Sprach(ver)wunder(er) einmal annehmen.
    Äußerlich gesehen gefällt mir der Aufbau des Werkes sehr gut, die Reime sind, in meinen Augen, sehr ansprechend gewählt.
    Das Metrum hat sich durch die Überarbeitung positiv verändert, es holpert allerdings immernoch ein wenig - ist aber nicht weiter schlimm.
    Ich erstelle Dir eben ein Schema
    Der Morgensonne gleißend goldne Strahlen xXxXxXxXxXx
    Erhell’n in mildem Glanz sein silbernes Gewand xXxXxXxXxXxX
    Von Himmelspforten, ja, daher er ist herabgefahren xXxXxXxXxXxXxXx
    Und Orte einer solchen Blüte ihm nicht unbekannt xXxXxXxXxXxXxX

    Auch sagenhaft gewalt’ge Schwingen mächtig xXxXxXxXxXx
    Sind sie, gemacht aus edelst, schönstem Steine xXxXxXxXxXx
    Thronen über weit entfernter Flur sogar andächtig XxXxXxXxXxXxXx
    Und einem schillernd grünen Haine xXxXxXxXx

    Gefallen ist ein Engel, nur zu kaltem Marmor nun erstarrt xXxXxXxXxXxXxXxX
    Ein Füllhorn ruht in seinen Händen, darin ranken rote Rosen xXxXxXxXxXxXxXxXx
    Verweist noch auf den Himmel er, der in seinem Herzen wahrt xXxXxXxX/XxXxXxX
    Dies spüren auch die Rosen, welche zärtlich ihn liebkosen xXxXxXxXxXxXxXx

    Nur eine solche sanftmüt’ge Liebe? Doch werden sie ihm weben, XxxXxXxxXx? xXxXxXx
    umranken ihn mit einem starken, auch schützend Dornenzelt xXxXxXxXxxXxXxX
    Erneut ganz unbeschwert sogar der Flora zu entschweben xXxXxXxXxXxXxXx
    Die selbst in harter Winterskälte ihm allein zuliebe sich erhält. xXxXxXxXxXxXxXxXxX
    Bis auf ein, zwei Stolperer ist das doch recht schön
    Nun zu Inhalt, wo ich leider meine liebe Not habe. Nicht weil er mir, wie Du denkst, nicht gefällt, sondern weil ich den Sätzen und Verknüpfungen nicht folgen kann - ich komme in ein Gedankenwirrwarr, das ich nicht ordnen kann.

    S1
    Der Morgensonne gleißend goldne Strahlen
    Erhell’n in mildem Glanz sein silbernes Gewand
    Von Himmelspforten, ja, daher er ist herabgefahren
    Und Orte einer solchen Blüte ihm nicht unbekannt
    Probleme:
    -gleißend goldne Strahlen <=> milder Glanz (widersprüchlich)
    -Wortverdrehung in V3; und das ja ist überflüssig
    -Von welcher Blüte ist die Rede(V4); von welchen Orten?
    Inhalt:
    Das LD, im silbernen Gewand, ist vom Himmel herabgefahren bzw. aus göttlichen Sphären - demnach könnte es sich um einen Engel handeln.
    Orte einer solchen Blüte - vielleicht das Paradies? Die Himmelsgärten?

    S2
    Auch sagenhaft gewalt’ge Schwingen mächtig
    Sind sie, gemacht aus edelst, schönstem Steine
    Thronen über weit entfernter Flur sogar andächtig
    Und einem schillernd grünen Haine
    Probleme:
    -Komplette Unverständlichkeit der Satzstruktur, Syntax & Kontext
    -V2, Sind sie?- nicht eher trägt er? edelstem, schönstem Steine
    -V3 weit entfernter ? Von wo? Flur ist überall! Wieso sogar?
    -V4 Wieso wird der Hain erwähnt? Wieso das Und ?
    Inhalt:
    Gewaltige, schöne Schwingen (des LD), ruhen über einer romantisch angehauchten Naturszenerie.

    S3
    Gefallen ist ein Engel, nur zu kaltem Marmor nun erstarrt
    Ein Füllhorn ruht in seinen Händen, darin ranken rote Rosen
    Verweist noch auf den Himmel er, der in seinem Herzen wahrt
    Dies spüren auch die Rosen, welche zärtlich ihn liebkosen
    Probleme:
    V3 Wortverdrehung: Er verweist noch auf den Himmel, der in seinem Herzen wahrt - ja, was?
    V4 Dies spüren auch die Rosen? 1. Welche Rosen? 2. Wieso auch?
    Inhalt:
    Ein Engel ist vom Himmel gefallen und zu kaltem Marmor erstarrt. Ein Füllhorn, mit dem er das Schöne, die Rosen, auf die Welt bringen wollte, hält er in der Hand. Er zeigt in seiner Pose auf den Himmel (wie geht das, wo er doch in beiden Händen das Füllhorn hält?), um anzudeuten woher er kam und wohin er zurückmöchte? Die Rosen aus dem Füllhorn sind ihm offensichtlich sehr zugetan.

    S4
    Nur eine solche sanftmüt’ge Liebe? Doch werden sie ihm weben,
    umranken ihn mit einem starken, auch schützend Dornenzelt
    Erneut ganz unbeschwert sogar der Flora zu entschweben
    Die selbst in harter Winterskälte ihm allein zuliebe sich erhält.
    Probleme:
    -Nur eine solche sanftmüt'ge Liebe? Das ist vollkommen kontextlos
    -"ihm weben, ein starkes, schützendes Dornenzelt" wäre genug
    -V3 Wo kommt das alles plötzlich her?
    Inhalt:
    Es herrscht eine sanftmütige Liebe zwischen den Rosen und dem Engel?
    Allerdings, trotz des sanften Anscheins, weben sie ihm ein schützendes Dornenzelt, sodass er, geschützt, wieder in die himmlischen Sphären, Gottes Gärten, zurückschweben kann (Flora = irdisch)? Und diese irdische Flora überlebt nur für den Engel auch im harten Winter, damit er sich zu seiner Reise aufmachen kann.
    Mit den Übertragungen bin ich nicht so schnell wie Du, mein Schatz, sonst würde ich mich jetzt weit aus dem Fenster lehnen

    Du siehst, aufgrund Deiner Ausdrucksweise habe ich große Probleme, Dein Werk nachzuvollziehen und Dich und mich darin wiederzufinden.
    Allerdings beinhaltet das Werk viele schöne Bilder, die mir erneut Dein großes Potenzial aufweisen: kalter Marmor, das Füllhorn, ranken rote Rosen (eine schöne Alliteration), ein schützendes Dornenzelt, harte Winterskälte...
    Allerdings ist Dein Werk bildlich so überladen, dass es ausgesprochen schwer zu verstehen ist für Jemanden, der nicht in Deinem Kopf wohnt.
    Ich formuliere das Werk einmal aus, damit Du siehst, wie ich es deute!

    Die gleißenden, goldenen Strahlen der Morgesonne, erhellen sein silbernes Gewand. Vom Himmel ist er herabgefahren und schöne Orte sind ihm nicht unbekannt. Er trägt sagenhaft mächtige und gewaltige Schwingen, die aus schönsten Steinen bestehen und andächtig über Flur und Hain thronen.
    Er ist ein gefallener Engel, der nun zu kaltem Marmor erstarrt ist. Ein Füllhorn, um welches sich rote Rosen ranken, ruht noch in seinen Händen und zeigt seine himmlische Abstammung, die er im Herzen wahrt. Die Rosen spüren seine Trauer, liebkosen ihn und weben ihm ein schützendes Dornenzelt, damit er wieder in die himmlischen Sphären aufsteigen kann; der irdischen Flora entschweben kann. Und diese Rosen werden immer, auch in kalten, harten Zeiten, für ihn da sein, um ihm die Reise in den Himmel zu ermöglichen.

    Ich hoffe, ich habe den Text nicht vollkommen falsch gedeutet;
    Überarbeite Dich nicht

    In Liebe
    Picasu
    Geändert von Coup de grâce (17.01.2009 um 15:32 Uhr)
    Ich bin definitiv nicht für diese Zeit gemacht.

  3. #3
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    Mein liebster Picasu,

    vielen Dank, dass du mein zweites dir gewidmetes Gedicht kommentiert hast!
    Es freut mich, dass du meinst, das Metrum dieses Gedichtes sei fast vollständig sauber. Du sprichst von einem Gedankenwirrwarr, was sehr gut sein kann. Daran sieht man mal wieder, dass meine Gedichte nicht lange genug ausgearbeitet wurden.

    Zu deinen weiteren Anmerkungen:
    -gleißend goldne Strahlen <=> milder Glanz (widersprüchlich)
    Ja, das ist in der Tat widersprüchlich, aber dennoch kann der Engel ja in mildem Glanz erstrahlen, weil er die Sonne einfach nicht so stark reflektiert. Vielleicht ist das aber auch eine wichtige Lyrik-Regel, dass das nicht erlaubt ist?
    Mit Orten von Blüte ist der Himmel, und ja, vielleicht auch das Paradies gemeint.
    Und zur Strophe 2: ich sehe, dir missfällt sie komplett, was natürlich schade ist. Du kannst trotzdem Recht haben, dass ich zu dick aufgetragen habe.
    Und nein, der Engel hält nur mit einer Hand das Füllhorn.
    „Eine sanftmütige Liebe“ ist nicht kontextlos, wenn du mal auf die Zeile „Dies spüren auch die Rosen, welche zärtlich ihn liebkosen“ schaust.
    Aber anscheinend hast du da die Verbindung überhaupt nicht gesehen, das ist natürlich schade, kann aber gut sein in meinem Bemühen, einen vielleicht komplexeren Sachverhalt mit diesem Bild darzustellen.

    Zu meiner Interpretation:
    Es geht tatsächlich um einen gefallenen Engel, der sich einmal im Paradies befand und sehr glücklich war. Dann ist jedoch etwas passiert, was ihn vom Himmel stürzen ließ, was natürlich auch in einem längeren Prozess passiert sein könnte.
    Die ersten beiden Strophen sollen zeigen, dass von seiner Schönheit trotzdem nicht alles erloschen ist.
    In der dritten Strophe wird deutlich, dass er noch nicht ganz verloren ist, denn „der Himmel ruht in seinem Herzen“.
    Des Weiteren geht es um die sanfte Liebe zwischen ihm und den Rosen.
    In der 4. Strophe zeigt sich, wie tief die Liebe der Rosen ist, denn der Engel, der ja eigentlich keinen Schutz braucht, weil er ja aus Stein ist, braucht trotzdem deren Wärme und Liebe und sie versuchen, ihn zu schützen.
    So lange, bis er die Erinnerung an die Zeiten im Himmel wiedererlangt.
    Dann soll er auch wieder dorthin entschweben und die Rosen haben erreicht, was sie erreichen wollten.
    Mit „auf den Himmel verweisen“ versuchte ich, wie du weißt, auf das Zitat aus Die fabelhafte Welt der Amélie „wenn der Finger zum Himmel zeigt, schaut nur ein Dummkopf auf den Finger“ hinzuweisen. Demnach schauen die Rosen auch auf zum Himmel und nicht auf seinen Finger bzw das Füllhorn, in dem sie sich befinden.
    Es soll also eine Huldigung an diesen gefallenen Engel sein.

    In Liebe,
    Sarah

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