Thema: Winternebel

  1. #1
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    Winternebel

    Nebelschwaden ziehen
    durch die Stunden
    und umrunden
    meines Zweifels kalte Schatten

    Selbst die Tage schliessen
    ihre Augen vor den meinen
    und wandeln geisterhaft
    durch ruhelose Nacht

    So bliebe alles Dunkle
    unerkannt, versteckt, geborgen
    hört ich selbst nicht
    jeden Tag, jeden Morgen
    Mein eigenes Lachen
    im Nebel - irgendwo
    Geändert von Jakob (05.01.2009 um 16:49 Uhr)

  2. #2
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    Hallo Jakob!

    Herzlich Willkommen in der Welt der Gedanken und Worte.
    Schön dass du hier bist.
    Wunderschön ist auch das Werk dass du mitgebracht hast.

    Es lässt sich wunderbar lesen, vermittelt mir als Leser sehr schöne,
    wenn auch wehmütige Bilder,
    aber Nebel in der Seele kann auch kein Sonnenscheinbote sein.
    Einzig eine klitzekleine Änderung würde ich vornehmen.
    Nämlich in der 2S4Z würde ich das "die" vor ruhelos streichen.
    Es ist nicht zwingend notwendig und meines Erachtens liest es sich schöner.
    Kurzum ich bin begeistert.
    Zeilen wie...

    Nebelschwaden ziehen
    durch die Stunden
    Selbst die Tage schliessen
    ihre Augen vor den meinen
    tun das Ihrige dazu.

    Schreibst du bewußt ohne Satzzeichen??
    Mich störts nicht, dass keine vorhanden sind, die Frage stellt sich mir nur.

    Ich freu mich schon auf mehr aus deiner Feder,
    nochmals herzlich Willkommen,
    behutsame Grüße,
    Behutsalem
    Mein NeuestesVom Himmel
    Wortgebundenes
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  3. #3
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    Liebe Behutsalem

    Meine Antwort beginne ich mit einem grossen Dankeschön. Nämlich für den freundlichen Empfang. Ich fühle mich bei Gedichte.com sehr wohlgeheissen .
    Das zweite Dankeschön geht an deine Mühe, die mein Gedicht kommentiert hat.

    Ich habe lange hin und her überlegt, ob ich das "die" vor "ruhelose" weglassen soll oder nicht. Es klang ein bissl holprig, doch dann wieder nicht. An einen Tag so, am nächsten wieder anders ... Die Leiden eines Dichters eben. Du kennst diese "Ambivalenzen" bestimmt bestens auch aus deiner eigenen lyrischen Arbeit.
    Doch deine Stimme zählt in der Waagschale der Argumente und so werde ich es gerne ändern.

    Eigentlich setze ich in meinen Gedichten die Satzzeichen immer. Weglassen tue ich sie nur dann, wenn ich damit eine bestimmte Wirkung oder Ausdrucksweise erziehlen will.

    Bei "Winternebel" habe ich sie einfach weggelassen, weil ich der Ansicht war, es brauche in diesem Gedicht keine. Es gibt also auch Momente, in denen bei mir allein das "Bauchgefühl" entscheidet.

    Herzlich
    Jakob

  4. #4
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    Grüß Dich, Jakob.

    Willkommen im Forum.

    In diesem Forum erhalten veröffentlichte Werke nicht nur Lob, sondern auch Kritik. Ich werde meine ehrlich äußern.

    Die jeweils ersten beiden Verse der ersten beiden Strophen sind von hoher bildlicher Qualität, wobei für mich jene der zweiten Strophe höher einzuschätzen sind und eine außergewöhnliche, in sich geschlossene Schönheit entwickeln.

    Leider lassen für mich beide Strophen in Vers 3 und 4 stark nach:
    "meines Zweifels kalte Schatten" klingt eher bemüht lyrisch, was nach dem starken Anfang nicht sein musste.

    Das gleiche gilt für "ruhelose Nacht" und abgeschwächt auch für "wandeln geisterhaft".

    Strophe 3 kann für mich auch in ihren ersten beiden Versen nicht an Strophe 1 und 2 anknüpfen.

    Zu Vers 2 von Strophe 3: Dass das Dunkle unerkannt und versteckt bleibt, fügt sich in den Sinn ein, wieso aber ist es "geborgen"? Geborgen vor wem, vor welcher Gefahr? Das lyrische Ich kann es nicht sein, es ist ja weniger Jäger als "Opfer" der Verhüllung.

    Dass es nur sein "Lachen" hört als Sinnbild für Lebensfreude und Identität und sogar dieses dann nur "irgendwo" im Nebel ist, ergreift mich nicht. Es ist zu üblich und ein Ausklang, der dem herlichen Anfang nicht gerecht wird.

    Mein Rat: An den gelobten Zeilen sehe ich, dass auch der Rest des Gedichtes ähnliche Kraft entfalten kann. Wenn sich Strophe 1 und 2, jeweils Zeile 3 und 4, ihren Vorgängerzeilen annähern und Strophe 3 eine stärkere Wendung erhält, kann aus den seltenen gesehenen Anlagen dieses Gedichtes aus meiner Sicht etwas Großes werden.

    Viele Grüße

    Wegesanfang

  5. #5
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    Hallo Jakob,
    dein Text scheint durch die dir gegebenen Anregungen gewonnen zu haben. Leider kann ich sie nicht nachvollziehen, weil die Urfassung nicht mehr da ist (Bitte einfach darunter stehen lassen!).
    Da ich nur kleine Anmerkungen habe, füge ich dir meine Lesart einfach dazu und hoffe, du kannst auch daraus was verwenden:

    Nebelschwaden ziehen
    durch die Stunden
    und umrunden
    meines Zweifels Schatten

    Selbst die Tage schließen
    ihre Augen vor den meinen
    und wandeln geisterhaft
    durch ruhelose Nächte

    So bliebe alles Dunkle
    unerkannt geborgen
    hört ich selbst nicht
    mein Lachen im Nebel

    LG
    Perry

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