1. #1
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    Davon stirbt man nicht

    Gott Amors Pfeile schmerzen,
    wenn er dich einmal trifft,
    doch nimm ’s dir nicht zu Herzen,
    er schießt doch nicht mit Gift.

    Gott Amor hat getroffen,
    er zielte ziemlich gut –
    und nun bleibt nur zu hoffen,
    dass er ’s bei „ihr“ auch tut.

    Gott Amor spannt den Bogen,
    dann tat er seine Pflicht –
    der Pfeil der kam geflogen,
    getroffen hat er nicht.

    Gott Amor sieht dich weinen,
    es tut ihm furchtbar Leid –
    nur Trost spendet er keinen,
    er meint, du hast noch Zeit.

    Gott Amor ist verschwunden,
    dein Mädchen ahnt es nicht –
    dich jammern deine Wunden,
    und ich schreib dies Gedicht.
    Geändert von Didymus (12.01.2009 um 02:33 Uhr)

  2. #2
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    Hallo Didymus,

    sehr leichtfüßige Zeilen für ein so schwerwiegendes Thema (jedenfalls für den, den der Pfeil getroffen hat). Sehr gelungen ist hier die Sicht des Dritten, wie ich finde. Sie zeigt so offen, wie wichtig und unwichtig alles zugleich ist: Gott Amor ... er meint, Du hast noch Zeit."

    Sehr gern gelesen.

    PS: Du darfst immer nur ein Gedicht am Tag posten. Es kann passieren, dass eins von Deinen Werken in den Hinterhof gestellt wird. Aber mach Dir nichts draus, mir ist es beim ersten mal ebenso ergangen. Ich war so aufgeregt, ich wollte am liebsten gleich alles reinstellen.

    Liebe Grüße


    I N E S
    ... Es ist nicht leicht, aus Gedichten Neuigkeiten zu erfahren, und doch sterben täglich Menschen kläglich an einem Mangel dessen, was dort zu finden ist. - William Carlos Williams

    Heute schon Zeit für Rosen und Jasmin gehabt?
    Willkommen bei: Immer Noch Eine Strophe

  3. #3
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    Guten Abend Didymus,
    Dieses Gedicht gefällt mir außerordentlich gut! Eine tolle Idee, Amor handeln zu lassen.
    Dennoch ein paar Anmerkungen:
    Was hältst Du davon, in Vers 3 das "'s" umzustellen, zu "doch nimm's Dir nicht zu Herzen,"?
    Du/Dir/Dich/etc. in der Anrede evtl. großschreiben.
    Aus Strophe 1 könnte man auch zwei Sätze machen, wenn man einen Punkt setzt.
    Ich persönliche störe mich am Wort "ziemlich". Alternativen wie wahrlich, wirklich etc., nehmen Dir aber Deine Aliteration, die du wahrscheinlich nicht missen willst.
    Wie auch immer Du das machst, ist ein sehr gelungenes Werk.
    Mir ist beim ersten Lesen nicht einmal der "schmerzen - Herzen"-Reim aufgefallen, der in diesem Forum so verpönt ist

    nächtlichen Gruß,
    C.S.
    Freue mich über Kommentare:
    Der Mond

    Frühlingsnacht

    Drei-Minuten-Prosa: Verfluchtes rotes Licht

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