Du fällst
Tief in eine Schlucht
Kein Ende ist in Sicht
Der Fall dauert an

Hart kommst du auf
Liegst am Grund der Welt
Liegst regungslos
Wagst keinen Laut

Finsternis umfängt dich
Kein Schatten, kein Licht
Das Dunkel lässt nicht nach
Es durchdringt Körper und Geist

Allein liegst du dort
Am Boden
Keiner der dir hilft
Kannst dich nicht rühren

Ein leises Tropfen
Es durchdringt die grausame Stille
Tief fällt das Wasser
Ein kleines Rinnsal

Du fühlst dich durstig
Du tastest nach dem Wasser
Kannst es aber nicht finden
Das Tropfen wird unerträglich

Der Boden ist feucht
Eisige klamme Kälte erfüllt dich
Durchdringt Körper und Geist
Dir ist kalt

Du liegst am Boden
Am Grund der Welten
Wer vermag dir noch zu helfen
Jegliche Hilfe ist versagt

Die Einsamkeit wird zur Qual
Eine eisige Gewissheit
Unvermeidbar
Unerklärbar

Leise unterdrückst du ein Schluchtsen
Wie konnte das passieren
Niemand mehr da
Keiner hilft dir auf aus deinem Leid

Ein leises Geräusch dringt durch das monotone Tropfen
Wird klar vernehmbar
Unerklärlich
Du weißt nicht was kommt

Eine warme Hand
Sie legt sich dir auf die Schulter
Die eisige Kälte schwindet
Du fühlst sie gehen

Das Dunkel regt sich
Wird blasser
Du vernimmst Schatten
Ein schwacher Schimmer Licht

Du wirst hochgezogen
Die helfende Hand
Die Kälte geht
Das Dunkel geht

Das Herz schlägt
Das Licht wird stärker
Ein strahlender Schein durchdringt das Dunkel
Hinab bis in die Schlucht

Der kalte Fels funkelt
Die eisigen Tropfen schimmern im Licht
Die Schatten gehen
Die Kälte weicht

Hand in Hand tretet ihr ins Licht
Heraus aus dem Dunkel
Heraus aus der Schlucht
Hinein in das Leben

Alles blüht
Alles glänzt
Alles leuchtet
Freunde fürs Leben

(gewidmet)