1. #1
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    Jan 2009
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    Fürstenfeldbruck
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    3

    Der Name Gottes

    Die Sonne scheint mich strahlend an
    Legt ihr Kleid um meinen Leib
    Bin umhüllt von grellen Flammen
    Ich höre Stimmen – jemand Schreit

    Mein Herz beginnt zu lodern
    Eingeschlossen in weißem Rauch
    Schmerzerfüllt seh' ich hinab
    Eine Klinge steckt in meinem Bauch

    Meine Muskeln werden schwächer
    Meine Beine geben nach
    Sinke langsam auf die Knie
    In meiner Brust ein Knochen brach

    Kraft schwindet aus meinen Armen
    Meine Knie knicken ein
    Mein Gesicht fällt in den Staub
    Wo seid ihr? Ich fühl' mich so allein

    Meine Kehle ist trocken
    Schweiß brennt in meinen Augen
    Herr, ist dies dein Wille?
    Ich will es für dich glauben

    Stimmen, Schreie voller Angst
    Klingen sie doch gar so fern
    Ein dunkler Schleier zieht um meine Augen
    Am Himmelszelt leuchtet kein Stern

    Wo bin ich? Was ist geschehen?
    Oh, Herr, ich sehe die Sterne nicht
    Um mich herum wird alles dunkel
    Nein! Mein Weib! Ich liebe dich!

    Es kam so plötzlich aus dem Nichts
    Unerwartet wie ein Wolkenbruch
    In Finsternis seh' ich es nun
    Gottes Schleier's weißes Tuch

    Meine Atmung wird schwerer, ich fühl' es genau
    Jeder Zug sticht in er Lunge
    Kälte macht sich in mir breit
    Bin hilflos wie ein kleiner Junge

    Ich spüre Hände, kalt und schwach
    Sie tragen mich vom Feld
    In der Ferne hör' ich deine Stimme
    „Verlass' mich nicht, mein treuer Held.“

    Bist du das Weib? Kann dich nicht sehen
    Ich vernehm' nur deine Stimme
    Siehst du diesen hohen Berg,
    Den ich für dich erklimme?

    Halt mich fest in deinen Armen
    Ich will jetzt noch nicht gehen
    Gottes Stimme spricht zu mir
    Ich kann sie nicht verstehen

    Mein Leben zieht an mir vorbei
    Bilder, Worte, Wünsche, Träume
    Erinnerungen an die schöne Zeit
    So viele Dinge, die ich bereue

    Die Stimme wird klarer, ich höre sie
    Es gibt so viel, das ich nicht wagte
    So viel, das ich entschuldigen wollte
    Es gibt so viel, das ich nicht sagte

    Mein Engel, ich habe Angst
    Ist dies das Ende, das ich wollte?
    Ich will nicht gehen, will noch bleiben
    Ich dachte immer, dass ich sollte.

    Herr, wo bist du? Ich hab an' dich geglaubt
    Hab' gebetet, gepriesen und geliebt
    Zeig' dich nun, ich fleh' dich an
    Wo bist du, der mir Hoffnung gibt?

    Mein Weib, ich hör dich wieder sagen
    „Hab' keine Angst, ich bin bei dir.
    Fürchte nicht, was vor dir liegt.“
    Deinen Tränen fallen herab zu mir

    Der Boden geht auf, ich stürze hinein
    Mit letzter Kraft halt' ich mich fest
    Du sprichst zu mir, ich hör' es klar
    „Es ist in Ordnung, wenn du gehst.“

    Ich bin gefangen, das weiß ich nun
    Ich werde sterben, das ist gewiss
    Vergib mir, Herr, ich hatte Zweifel
    Vergib' mir, Weib, ich warte auf dich

    Was immer kommt, das mich erwartet
    Herr, ich bin bereit dafür
    Ich bin zu schwach für letzte Worte
    Führ' mich heim, hinauf zu dir

    Ich hör' deine Stimme in meinem Ohr
    Die Schmerzen schwinden, wegen den' ich stöhn'
    Ich hör' dein Wort, es ist dein Name
    Herr, danke, er ist wunderschön


    Es heißt, dass Gott den Sterbenden seinen Namen ins Ohr flüstert. Wenn du ihn hörst,
    so wirst du wissen, dass du tot bist.
    Ich hoffe mit diesem Gedicht, den jenigen, die den Tod am meisten fürchten, das Thema
    Sterben ein wenig näher zu bringen. Jeder Mensch hat Angst zu sterben, mancher mehr
    und mancher weniger. Doch auch wenn niemand sagen kann, was danach kommt, so
    können wir uns doch sicher sein, dass wir nicht allein sein werden.
    Geändert von Thor87 (13.01.2009 um 21:12 Uhr)

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