Thema: Der Schrei

  1. #1
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    Der Schrei

    Ich hörte wohl des Tieres Schrei,
    lang schon, bevor ich Lichter sah.
    Die Töne sind zwanglos und frei.
    Das Raubtier ruft: ja ich bin da!

    Das Raubtier, das von ewig an,
    gefangen in sich selber ruht.
    Erkennend es sich stet's besann:
    Ich bin das Tier und das ist gut!

    Das Tier, das ist das Lebendsein.
    In seinem Innern grenzenlos.
    Lebt das Tier auch noch so klein,
    Im Geist ist es unendlich gross.

    Der Schrei erklingt nicht ohne Not.
    Es ist der Ton des ewigen Lichts.
    Er ruft die Welt, die ewig tot.
    Der Schrei verklingt im ewigen Nichts.

  2. #2
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    Hallo Hans,

    nach der ersten und zweiten Zeile glaubte ich mich in einer Situation auf einer Landstraße, auf der ein Tier angefahren oder überfahren wird. Beim weiteren Lesen hat sich diese (Situation) allerdings verloren. Ich verspüre zwar eine emotionale Tiefe in deinen Zeilen, dennoch entzieht sich mir ein klareres Verständnis für den Inhalt. Vielleicht meinst du ja das Tier im Menschen oder ähnliches? Ich vermag den Inhalt und deine Botschaft gedanklich nicht voll erfassen obwohl (wie oben schon geschrieben) eine spürbare Tiefe durch deine Zeilen dringt und mich ahnen lässt, dass du genau zu wissen scheinst wovon du schreibst. Daher habe ich mich nur der sprachlichen Gestaltung deiner Worte zugewandt.

    Da dein Thema auf mich ernsthaft wirkt würde ich das Reimmuster abab in abba verändern, welches ich als passender empfinde.

    Herzlichst
    Albatros

    Ich hörte wohl des Tieres Schrei, Wohl hörte ich des Tieres Schrei
    lang schon, bevor ich Lichter sah. schon lang bevor ich Lichter sah;
    Die Töne sind zwanglos und frei. Das Raubtier ruft: Ja, ich bin da,
    Das Raubtier ruft: ja ich bin da! in Tönen, zwanglos und frei.

    Das Raubtier, das von ewig an, Ein Raubtier das von Anfang an
    gefangen in sich selber ruht. gefangen in sich selber ruht;
    Erkennend es sich stet's besann: Ich bin das Tier und das ist gut,
    Ich bin das Tier und das ist gut! erkennend, stets darauf besann.

    Das Tier, das ist das Lebendsein. Das Tiersein ist ein lebend Sein,
    In seinem Innern grenzenlos. im tiefsten Innern grenzenlos,
    Lebt das Tier auch noch so klein, und geistig unvorstellbar groß,
    Im Geist ist es unendlich gross. auch wenn es weltlich winzig klein.

    Der Schrei erklingt nicht ohne Not. Das Tönen des ewigen Lichts
    Es ist der Ton des ewigen Lichts. durchdringt den Tierschrei mit Not,
    Er ruft die Welt, die ewig tot. als ruft es die Welt: Sei lebendig – nicht tot;
    Der Schrei verklingt im ewigen Nichts. und langsam verhallt es im Nichts.
    Wenn ich frag, wohin mein Herz
    lacht und weint es himmelwärts

  3. #3
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    Der Schrei

    Hallo Albatros,

    das Gedicht ist meiner geheimwissenschaftlichen Denkweise entsprungen und deshalb besonders für nicht Eingeweite schwer in meinem Sinne nachzuempfinden. Ich gehe im Folgenden nur auf die erste Strophe ein.

    Das Tier, das Wesen (was von etwas), das sich als lebendiges erkennendes Wesen entdeckt, schreit dies hinaus. Der Schrei wiederhallt in dem Wesen (Ich). Der Schrei hat seinen Ursprung von vor der Erkenntnis (Lichter). Der Schrei ist ein Ausdruck von Freiheit. Der Schrei des Daseins, in dem das Allganze ist, das jedes seiner Teile sein will (in sich haben will = Raubtier). Das Raubtier schreit Ja ich bin es, ich bin das Allganze, sonst gibt es nur das Nichts, das von meiner Bipolarität die andere Seite ist.

    Aus meinen Geheimwissenschaftlichen Aufzeichnungen:

    D e r U r s c h r e i

    Nie werde ich vergessen, was der Schrei des wilden Tieres sagt:
    Ich bin es, sonst ist nur das Nichts, das mich geboren hat.

    D e r S c h r e i d e r S e l b s t e r k e n n t n i s

    Alles was erkannt wird, ist die Erkenntnis des (einenes) erkennenden Wesens. Es gehört ihm an und ist auch seine gesamte Erkenntnis, sowie das Erkennende Wesen selbst. Was sonst noch ist, das ist das Nichts des dieses nichterkennenden Wesens, aus welchem es sich durch Erkenntnis bildet und so aus diesem hervorgeht. Der erste Anstoß jeden Wesens (Zeugung = Schöpfung = Geburt) kommt aus diesem Nichts. Diese Erkenntnis ist im Unterbewußtsein jeden Wesens. Diese meist unterbewußte Urerkenntnis stärkt das Selbstbewußtsein und ist der Urschrei jeden Seins.

    Ein Gedicht (6 Strophen) "Der Urschrei" habe ich noch in meinen Ordnern.

    Herzliche Grüsse Hans
    Geändert von Hans Plonka (22.01.2009 um 02:30 Uhr)

  4. #4
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    Hallo Hans,

    schön und gut, deine Erklärungen. Ich hatte eigentlich nicht um eine Erklärung gebeten aber vielleicht klangen meine Zeilen ja aus dieser Richtung, wer weiß. Ein klein wenig kann ich deinen Gedankengängen folgen welche sehr philosophisch anmuten.

    'Aus meinen Geheimwissenschaftlichen Aufzeichnungen' wirkt auf mich schon etwas sehr geschwollen und in Betrachtung deiner Zeilen kann ich das geheimwissenschaftlich nicht so recht nachvollziehen. Aber nun gut, es war dir wichtig dieses zu offenbaren.

    Was mich unabhängig davon ein klein wenig traurig stimmt, ist das nicht einmal im Ansatz darauf Eingehen meiner Vorschläge bezüglich der sprachlichen Gestaltung deiner Zeilen. So empfinde ich deinen Beitrag folgend auf den meinen wie ein (wie soll ich schreiben) husch, husch ... was war denn das?

    Naja, wenigstens konntest du eine tiefere Erklärung deiner Zeilen zum Besten geben und somit hat mein Beitrag, vielleicht nicht die von mir erhoffte aber dennoch eine Reaktion erhalten.

    Frohes Schaffen weiterhin und herzliche Grüße
    Albatros
    Wenn ich frag, wohin mein Herz
    lacht und weint es himmelwärts

  5. #5
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    Der Schrei

    Hallo Albatros,

    vielen Dank für Deine Hilfe bezüglich der Reihenfolge und den leichten Abänderungen. Sie mögen für viele besser klingen als meine, doch wie ich schon schrieb kommen meine Aussagen aus meiner Denkweise und ich möchte diese nicht verfälschen.
    Habe einige Jahre esoterische Forschungen betrieben, in welchen ich auch meine Aufzeichnungen (geheimwissenschaftliche) sammelte. Die Forschungen geschahen nur in geringen Maße durch Studien (Bücher) anderer Lehrmeister, sondern mit Hilfe von Innenschau. Man setzt die bereits im Innern bestehenden Erkenntnisse in Bezug zu Möglichem und kommt so zu Wahrscheinlichkeiten, aus welchen man Erkenntnisse gewinnt.
    Geheimwissenschaft nennt man so, nicht weil sie geheim gehalten wird, sondern weil sie geheim (verschlossen) bleibt für jene, die den verstehenden Erkenntnisstand noch nicht erreicht haben.

    Aus Nietsche "Also sprach Zarathustra" Erster Teil 5.Abschnitt

    Als Zarathustra diese Worte gesprochen hatte, sahe er wieder das Volk an und schwieg: "Da stehen sie", sprach er zu seinem Herzen "da lachen sie: sie verstehen mich nicht, ich bin nicht der Mund für diese Ohren.
    ----------------------------------zum Ende des Kapitels-----------------
    unbewegt ist meine Seele und hell wie das Gebirge am Vormittag. Aber sie meinen, ich sei kalt und ein Spötter in furchtbaren Späßen. Und nun blicken sie mich an und lachen: und indem sie lachen, hassen sie mich noch. Es ist Eis in ihrem Lachen.

    Ich schrieb dies auch für eventuell noch folgende Leser.

    Herzliche Grüsse Hans
    Geändert von Hans Plonka (22.01.2009 um 19:26 Uhr)

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